Bahnticket manipuliert? Bergkamenerin bekommt Geldstrafe

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Bergkamen/Kamen – Zweimal war eine 22-jährige Bergkamenerin ohne Ticket in Kamen mit der Bahn gefahren und erwischt worden. 

Am 28. März und am 11. April. Bezüglich der verbotenen Fahrt am 11. April erklärte die Frau, ihr Ticket verloren zu haben. Beim zweiten Mal hatte sie auf einem Viererticket anstatt eines freien, ein bereits entwertetes Feld abgestempelt.

Das sei in der Eile passiert. Sie sei mit ihrem Kleinkind unterwegs gewesen, das habe sie gestresst. Der Richter nahm das ihm vorliegende Viererticket etwas genauer in Augenschein. Dabei fiel ihm auf, dass der frühere Stempel unter dem aktuellen, nur äußerst schwach zu sehen war. Hatte die Angeklagte den Fahrschein möglicherweise manipuliert, um mehr als vier Mal damit fahren zu können? 

Angeklagte war bereits vorbestraft

Um das herauszubekommen, wäre ein größerer, nicht garantiert von Erfolg gekrönter Ermittlungsaufwand nötig gewesen. In Anbetracht des geringen Fahrpreises sah der Vorsitzende davon ab und stellte dieses Verfahren im Hinblick auf die im Übrigen zu erwartende Strafe vorläufig ein. Für die zweite Schwarzfahrt, bei der die Bergkamenerin 5,40 Euro für das Ticket gespart hatte, verurteilte der Richter sie zu einer Geldstrafe von 450 Euro. 

Viel Geld für eine Hartz-IV-Empfängerin. Schuld an der Strafhöhe sind sechs Eintragungen im Bundeszentralregister. Zuletzt war die Angeklagte wegen 1000fachen Erwerbs von Betäubungsmitteln verurteilt worden. „Ich hoffe, dass diese siebte Eintragung die letzte sein wird“, verabschiedete der Richter die Bergkamenerin.

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