Bachkreis-Jubiläum sorgt für großes Familientreffen in der Konzertaula

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Auch Bachkreis-Gründer Horst Römer durfte zum Schluss noch einmal auf die Bühne und schwang sichtlich bewegt den Dirigentenstab.

Bergkamen/Kamen – Möglicherweise muss die Konzertaula in Kamen nun auf Risse im Gemäuer untersucht werden. Denn so viele dröhnende „Standing Ovations“ wie am Samstag, als dort die Bachkreis-Familie mit einem fulminanten Festkonzert ihr 50-jähriges Bestehen feierte, dürfte das Auditorium nur selten erlebt haben.

Zum besseren Verständnis sollte allerdings in diesem Fall der Begriff „Familie“ neu definiert werden. Denn zur Bachkreis-Familie zählen inzwischen so einige hundert Musiker, die im Laufe ihrer schulischen Karriere am Städtischen Gymnasium Bergkamen musikalisch genug waren, um in den Bachkreis aufgenommen zu werden. Und nicht zuletzt natürlich auch die vielen Eltern, die die instrumentalen Aktivitäten ihrer Sprösslinge erst ermöglichen.

Keine Frage, dass ein solches Ereignis nicht nur mit den aktuellen Bachkreislern, sondern auch mit allen „Ehemaligen“ gefeiert werden muss, meinte einst der erste Vorsitzende des Fördervereins Peter Schäfer. 

Über 400 Ehemalige schickten erfreulicherweise postwendend ihre Zusage, 160 waren sogar bereit, in einem „Ehemaligen“-Bachkreis-Orchester neu aufzuspielen. Der hohe Stellenwert des Bachkreises war auch ganz besonders an der Liste der vielen Ehrengäste, allen voran Landrat Michael Makiolla, abzulesen. 

Ableger im hohen Norden

Die Festrede hielt der Bergkamener Kulturdezernent Marc Alexander Ulrich. Er betonte die wichtige Rolle des Bachkreises als Botschafter in der Sprache der Musik, welche auf allen Kontinenten verstanden wird. Ulrich bedankte sich ganz besonders bei den Schülern, die viele Stunden investierten, um Teil dieses Ganzen zu sein. Sein Dank ging natürlich auch an Bettina Jacka, Dirigentin und zugleich Ehemalige, die nun zusammen mit Dorothea Langenbach die musikalischen Fäden zusammenhält. 

Nicht zuletzt ging sein Dank an Peter Schäfer für die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Dass die Bachkreis-Familie sogar schon einen „Ableger“ im hohen Norden bekommen hat, zeigte sich mit dem Besuch des Jugendorchesters Westerstede, welches mit ihrem Dirigenten Markus Sarwas, einem ehemaligen Bachkreisler, und Dirigentin Christine Hackbarth gerne der Einladung gefolgt war und ebenfalls einige Stücke zum Besten gab. 

160 Ehemalige spielten anlässlich des Jubiläums noch einmal zusammen.

Auch die beiden Bachkreis-Orchester unter der Leitung von Kantor Hans-Christian Tacke zeigten einmal mehr ihr großartiges musikalisches Können. Nach der Pause kam es dann aber zu einem orchestralen Höhepunkt, den niemand mehr vergessen wird. Nicht nur, dass über 160 „Ehemalige“ unter der Leitung von Bettina Jacka den Stimmungspegel mit „Let’s get loud“ um einige Grad weiter nach oben drehten. Am Dirigentenstab abgelöst wurde Jacka nämlich von dem „Ehemaligen“ Christoph Scholz-Tochtrup, einst Nachfolger von Bachkreis-Gründer Horst Römer. 

Ehemalige Dirigenten auf der Bühne

Zu Schulzeiten eher leise, zeigte dieser nun, dass er auch ganz anders kann. Mit viel Witz und Humor offenbarte dieser nun sein komödiantisches Talent. Und selten zuvor dürfte auch der „Herr der Ringe“ mit so viel empathischem Körpereinsatz des Dirigenten aufgeführt worden sein. „Alle scheinen irgendwie älter geworden zu sein, nur Scholz-Tochtrop nicht“, meinten einige der Zuhörer angesichts des energiegeladenen Dirigenten. 

Die Ehemaligen Christina Senne und Benedikt Boijda setzten mit ihrem grandiosen Gesangs-Duett dem Ganzen dann sogar noch das Sahnehäubchen auf. Für diejenigen, die noch nicht wussten, wie man seinerzeit zum Bachkreisler wurde, gab es von Petra Staltz die augenzwinkernde Erklärung: „Wenn wir an unserem ersten Schultag im Gymnasium bei Horst Römer einen Rhythmus einigermaßen nachmachen konnten, hatten wir die Prüfung auch schon bestanden – und waren fortan Mitglied im Bachkreis.“ 

Natürlich musste am Ende auch Horst Römer aufs Dirigentenpult, um damit die guten alten Zeiten wieder aufleben zu lassen.

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