Vollsperrung auf der B233 in den Ferien

Millimeterarbeit bei Bau der Rünther Lippebrücke: Darum müssen ab Montag die Autos raus

Zwei Arbeiter schalen das Fundament für eines der Lager ein, auf die der Brückenkörper im Hintergrund verschoben werden muss.
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Zwei Arbeiter schalen das Fundament für eines der Lager ein, auf die der Brückenkörper im Hintergrund verschoben werden muss.

Ab Montag, 5. Juli, ist die Rünther Lippebrücke für den Weiterbau während der Ferien gesperrt. Die Bauleiter erkären, was als nächstes passiert

Rünthe – Kaum mehr als eine Handbreit Luft trennt den neuen Brückenkörper über die Lippe von den Widerlagern, auf denen er ab Mitte August dauerhaft ruhen soll. Und doch ist es ein weiter Weg dahin. Ehe der Koloss von 2000 Tonnen Gewicht und 60 Metern Länge auf gleitfreudigen Teflonplatten in einer Schlittenbahn millimetergenau in die Endposition bugsiert werden kann, steht den Straßenbauern noch eine Herkulesaufgabe bevor. Deswegen müssen ab Montag die Autos draußen bleiben.

Nur Retter und Linienbusse dürfen durch

Nur für den Linienbus, den Rettungswagen und die Feuerwehr bleibt wegen des engen Zusammenspiels von Rünthe und Werne in Notfällen noch eine Fahrspur verfügbar, wenn nach dem Wochenende die Bundesstraße 233 an der Jockenhöfer-Kreuzung abgeriegelt und auf Werner Seite am Südring für die Dauer der Sommerferien dicht gemacht wird.

Mitte August geht fünf Tage gar nichts

Wenn ab 12./13. August der Verschub des Fahrbahnträgers von der Behelfsbrücke in die ursprüngliche Trasse ansteht, wird auch der Bypass für Retter und ÖPNV für fünf Tage geschlossen, wie es beim Abriss der alten Brücke schon einmal erfolgt ist. Für Busfahrgäste heißt das dann Umstieg und Fußweg über die Lippe, und Absicherung der Notfallversorgung durch die Einsatzkräfte auf der Südseite der Lippe. „Die Brücke zu verschieben, ist eigentlich das kleinste Problem“, verblüfft Bauleiter Daniel Lueb von der Walter Bau GmbH. Für die kooperierenden Spezialisten von Thyssen-Krupp sei das in diesen Dimensionen fast ein Kinderspiel. „Die Kollegen vom Straßenbau sind viel ärger dran. Sie müssen in der knappen Zeit den Leitungsbau erledigen und die Rampen fertigstellen. Das ist ein sportliches Programm.“ Und Aufgabe von Tim Schwinninger. „Probleme kennen wir nicht, wir sind Ingenieure. Die haben nur herausfordernde Aufgabenstellungen“, gibt der mit einem Augenzwinkern zurück. Deswegen wird am Dienstag gleich losgelegt mit dem Abfräsen der alten Fahrbahn und zwar parallel an beiden Lippeufern. „Die Geräte haben eine gewisse Arbeitsbreite und brauchen Platz. Zudem müssen wir die Durchfahrt für Busse und Feuerwehr frei lassen“, erläutert er. „Da müssen wir in Abschnitten vorgehen, damit das passt. Da können wir nicht noch den übrigen Verkehr laufen lassen.“

Kanal- und Straßenbau unter Zeitdruck

Deswegen ist die Überfahrt ab Montag für voraussichtlich sechs Wochen tabu. Die Wühlerei vor dem Lidl-Markt mit reichlich Männern und Maschinen auf engem Raum bot Passanten schon einen Eindruck, was das Nebeneinander des Kanalbaus für die Brückenentwässerung, der Wiederanschluss der übergangsweise verlegten Wasserleitung und der Umschluss von Telefonkabeln und weiteren Versorgungsleitungen verlangt.

Eine Woche später weiteres Hindernis in Rünthe

Auf der B233/Werner Straße kündigt sich die nächste Verkehrsbeschränkung bis voraussichtlich zum Jahresende an. Ein Verkehrssicherer hat im Auftrag der Stadt damit begonnen, an der Kreuzung Hafenweg/Rünther Straße die Markierungen für die nächste Kanalbaustelle einzurichten. Der Entwässerungsbetrieb setzt die Sanierung undichter Abwasserrohre mit dem Einzug von Kunststoffschläuchen fort. Dafür wird mittig in der Werner Straße und im Hafenweg Arbeitsraum benötigt. Die Einmündung der Rünther Straße wird zum 12. Juli abgebunden, Anlieger müssen die Umfahrt über den Ostenhellweg zur Schachtstraße und den Hellweg nehmen. Der Schwerlastverkehr wird an der Industriestraße abgeleitet, damit bei langen Staus in Stoßzeiten die Kanalbrücke keinen Schaden nimmt. Die Maßnahme ist so terminiert, dass zunächst die Sperrung an der Lippebrücke greift und sich die Umleitungsverkehre eingespielt haben, wenn dann der Eingriff einige hundert Meter weiter erfolgt. Das Chaos des Vorjahres durch zeitgleiche Arbeiten an der Kanalbrücke Ostenhellweg gleich um die Ecke und Einschränkungen an der Lippebrücke soll sich nicht wiederholen. Straßen.NRW hatte für diesen Sommer dort ursprünglich Restarbeiten geplant. Diese sind nunmehr verschoben.

Das wird auch noch mal ein zeitbestimmender Faktor sein, wenn die Brücke an ihrem Ziel angekommen ist. Der Verschub mittels Schlittenbahn und Seilzügen soll ausgerechnet am Freitag den 13. passieren. Aber Daniel Lueb hat’s nicht so mit dem Aberglauben. „Wir fangen ja auch am 12. August mit den Vorbereitungen an. Dann müssen wir die Brücke erst einmal anheben.“

Nach der Reise über 15 Meter im Schneckentempo muss es dann wieder Schlag auf Schlag gehen: Beidseits die stählernen Fahrbahnübergänge einsetzen, ausbetonieren, die Kappen für den Geh- und Radweg auf den Kragarmen betonieren, die Fahrbahn asphaltieren, Geländer anbringen und nebenbei zusehen, dass Gelsenwasser die an der Brücke schon montierte Wasserleitung mit den alten Endstücken in die Flucht und verschweißt bekommt. Alles kein Problem, aber eine herausfordernde Aufgabe. Am 18. August soll der Verkehr wieder rollen, bis Ende des Jahres der letzte Handschlag erfolgen.

Umleitung über Hamm und Stockum

Eine Umleitung führt beidseits der Lippe über Nordherringen und Stockum, konkret ab Rünthe über die L736 (Dortmunder Straße), K17 (Johannes-Rau-Straße), L881 (Fangstraße) und L507 (Stockumer Straße) .

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