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Autofahrerin rastet aus und beleidigt

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Von: Jana Peuckert

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Gerichtshammer
Das Amtsgericht in Unna beschäftigte sich mit dem Fall. © Uli Deck / DPA

Auf einem Parkplatz in Bergkamen treffen zwei Frauen aufeinander. Die 32-Jährige beleidigt die andere übel. Die 38-Jährige erstattet Anzeige wegen versuchter Nötigung und Beleidigung. Jetzt wurde der Fall vor Gericht behandelt.

Bergkamen/Kamen – Mit ihrem offenbar kranken Hund im Kofferraum ist eine 32 Jahre alte Frau aus Kamen am 4. Januar auf dem Ostring in Bergkamen unterwegs. Das vor ihr fahrende Auto ist ihr nicht schnell genug. Sie fährt dicht auf. Plötzlich kommt es zu einer Vollbremsung des vorderen Wagens. Nur knapp schafft es die Kamenerin, rechtzeitig zum Stehen zu kommen. Auf dem Parkplatz bei Kaufland in Bergkamen treffen die beiden Fahrerinnen aufeinander. Die 32-Jährige beleidigt die andere übel. Die 38-Jährige erstattet Anzeige wegen versuchter Nötigung und Beleidigung.

Und so gibt es im Amtsgericht Kamen ein Wiedersehen der Beteiligten: Die 32-Jährige auf der Anklagebank, die andere Frau im Zeugenstand. Die Angeklagte erklärt, lediglich am Anfang kurz dichter aufgefahren zu sein. Wäre sie die ganze Zeit zu dicht gewesen, hätte sie bei der Vollbremsung nicht mehr stoppen können. Auf dem Parkplatz bei Kaufland habe sie sich quer vor das Auto der anderen gestellt, sei zu deren Fahrertür gegangen und habe einiges gesagt: „Ich war sehr sauer wegen der Vollbremsung. Ich war panisch und schockiert. Ich war in Rage, ich habe gezittert. Ich habe sie wahrscheinlich beleidigt.“

Bremsmanöver

Grund für diesen Zustand sei die Angst um ihren Hund gewesen. Dieser habe sich krank im Kofferraum befunden. Bei dem Bremsmanöver habe sie befürchtet, ein hinter ihr fahrendes Auto könnte ihr in den Kofferraum krachen. Die Fahrerin des vorderen Wagens sagt aus, die Angeklagte habe sich schon eine längere Strecke aufdringlich verhalten. „Dann wurde es immer schlimmer. Sie ist sehr nah aufgefahren. Ich konnte die Scheinwerfer nicht sehen. Dann hat sie wieder Abstand gehalten.“

Auf dem Parkplatz sei die Kamenerin „wie eine Furie“ ausgestiegen. Sie habe rumgeschrien, sie als Schlampe und Fotze bezeichnet. Schließlich habe die 38-Jährige die Polizei gerufen. Daraufhin sei die Angeklagte weggefahren und habe ihr auf dem Weg noch einen Kaugummi entgegen gespuckt. Was das Auffahren betrifft, habe sich die 38-Jährige nicht bedroht gefühlt. Es sei nur komisch gewesen. Ausschlaggebend für das Alarmieren der Polizei sei die Szene auf dem Parkplatz gewesen.

1100 Euro Strafe und einen Monat Fahrverbot

Das Gericht sieht von einer Bestrafung wegen der versuchten Nötigung durch das Auffahren ab. Es beschränkt das Verfahren auf die Beleidigung. Dafür kassiert die nicht vorbelastete Frau eine Strafe von 1100 Euro und einen Monat Fahrverbot. „Im Straßenverkehr müssen Sie sich wie Buddha verhalten, zumindest so entspannt. Sie haben sich übermäßig aus der Ruhe bringen lassen“, hält der Richter der 32-Jährigen vor.

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