In der Galerie sohle 1

Ausstellung zeigt bisher nicht gezeigte Kunst von Wolfgang Fräger

+
Thomas Hengstensberg, Fräger-Tochter Dr. Barbara Duka, Kulturdezernent Marc Alexander Ulrich und Kulturreferentin Simone Schmidt-Apel bei der Eröffnung.

Bergkamen - Filigrane Bleistiftstriche, abstrakte Formen, facettenreiche kleinere Skulpturen: Das Werk von Wolfgang Fräger ist nicht mit einem Blick zu erfassen. Mit einer Ausstellung, die Frägers Ideenreichtum gerecht wird, ehrt die Stadt in der Galerie sohle 1 derzeit ihren Künstler.

Den Titel „Bekanntes und Unbekanntes“ trägt die Ausstellung, die seit Sonntag zu sehen ist, dabei zu Recht: Viele der Werke hat der 1923 in Bergkamen geborene Künstler nie ausgestellt. Seine Familie hat zusammen mit dem Bergkamener Kulturreferat und Thomas Hengstenberg, ehemaliger Fachbereitsleiter des Bereichs Kultur beim Kreis Unna, den Nachlass des Grafikers gesichtet. 

Rare Einblicke in die Kunst 

„Es gibt eine Fülle an Material“, erzählte seine Tochter Dr. Barbara Duka. Was die Auswahl einfacher gemacht habe, sei der Anspruch der Ausstellung gewesen. „Wir möchten vor allem Arbeiten zeigen, die bisher noch nicht zu sehen waren.“ 

Dazu gehören auch Skizzen, die der 1983 verstorbene Künstler zum Beispiel auf Briefumschlägen angefertigt hat. Von denen war der Bergkamener Kulturdezernent Marc Alexander Ulrich besonders beeindruckt. „Wenn man überlegt, wofür unsereins Briefumschläge benutzt – für Einkaufslisten und Notizen – und dann diese Kunstwerke drauf sieht“, schwärmte er. 

Auf der Suche nach neuen Ausdruckswegen

Das Schaffen Frägers, der in diesem Jahr 95 geworden wäre, gehe aber deutlich über seine Zeichnungen hinaus, auch wenn diese das „Rückgrat der Malerei“ seien, so Hengstenberg, der die Einführung in die Ausstellung übernahm. Fräger sei ein Ausnahmetalent gewesen. Grafiken, Zeichnungen, Skulpturen – er sei stets auf der Suche nach neuen Ausdruckswegen gewesen. „Er konnte sich nicht mit dem Weg zufriedengeben, den er selbst ausgetreten hatte“, so Hengstenberg. Dabei habe er sich vor allem drei großen Themenbereichen gewidmet: dem Bergbau, umweltkritischen Darstellungen und Arbeiten mit biblischen Bezügen. 

Nachbildung der Kreativwerkstatt 

Die Ausstellung zeigt aber nicht nur die Werke von Wolfgang Fräger. Sie gibt auch einen Einblick in das Arbeitsleben des Künstlers. Im Erdgeschoss ist ein Teil seines Arbeitsplatzes nachgebildet, ein Video zeigt den gebürtigen Bergkamener bei der Arbeit. „Das zeigt ziemlich gut, wie mein Vater war“, betonte Duka. Er sei in seiner Kunst sehr konsequent und präzise gewesen. Allüren seien ihm fremd gewesen, tatsächlich sei er eher – und da zitierte sie den Kulturdezernenten – ein „Kunstmalocher“ gewesen. 

Zu sehen ist die Ausstellung „Bekanntes und Unbekanntes“ noch bis zum 23. September. Bei der Finissage um 11.30 Uhr geht dann es unter dem Titel „Kunst ist das Leben, Leben ist Kunst“ um die Bedeutung des Künstlers Wolfgang Fräger in der heutigen Zeit. Mit dabei sind Dieter Treeck, künstlerischer Wegbegleiter Frägers, und weitere Gäste.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare