Die „Area 50 Jump“ gibt‘s nicht mehr

In ehemaliger Hüpfburg-Halle in Rünthe werden jetzt Luxus-Bäder ausgestellt

Anja und Sascha Niklaus verleihen weiterhin Hüpfburgen für Veranstaltungen.
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Anja und Sascha Niklaus verleihen weiterhin Hüpfburgen für Veranstaltungen. Ihre Halle an der Gewerbestraße haben sie allerdings geschlossen. Der Arbeitsaufwand war zu hoch.

Vor zehn Jahren hat Anja Niklaus ihren Hüpfburgenverleih ins Leben gerufen. Das Unternehmen legte eine rasante Entwicklung hin, sodass die Unternehmerin mit ihrem Mann Sascha vor zwei Jahren noch eine Indoor-Halle an der Gewerbestraße eröffnete, in der das Hüpfen auf einer 450 Quadratmeter großen Hüpfburg möglich war. Dieses Angebot gibt es nicht mehr. 

Rünthe – Stattdessen befindet sich in der Halle nun die Ausstellung eines Fliesenlegers, der über eine prominente Kundschaft aus der Bundesliga verfügt.

Grund für das Ende der „Area 50 Jump“ ist nicht die primär die Corona-Pandemie. „Das war ein echter Vollzeitjob, der viele Ressourcen gefressen hat“, sagt Anja Niklaus rückblickend, denn neben dem Betrieb der Hüpfhalle an der Gewerbestraße lief das Verleihgeschäft stets weiter. „Daher haben wir uns schon im Sommer vergangenen Jahres um einen Nachfolger bemüht, denn wir wollten, dass es die Halle weiterhin gibt“, erklärt Anja Niklaus.

Es tat echt weh, den Kindern sagen zu müssen, dass sie ihren nächsten Geburtstag nicht mehr bei uns in der Halle feiern können.

Anja Niklaus, AHV-Events

Der wurde zwar auch gefunden, doch nach nur drei Monaten strich der zwischenzeitliche Geschäftsführer schon wieder die Segel. Das Paar übernahm die Halle daher im Oktober vor einem Jahr erneut. Alternativ hätten die beiden Rünther Mitarbeiter einstellen können, die sich um die Abläufe in der Halle kümmern. Das wiederum hätte sich dann nicht mehr gerechnet, bedauert das Paar.

Daher fiel nach dem Winter die Entscheidung, Ende März die Halle zu schließen. „Es tat echt weh, den Kindern sagen zu müssen, dass sie ihren nächsten Geburtstag nicht mehr bei uns in der Halle feiern können“, sagt Anja Niklaus. Die Schließung erfolgte wegen der Pandemie noch knapp drei Wochen früher als geplant. Der Kopf wurde aber nicht in den Sand gesteckt, sondern das Portfolio des Hüpfburgenverleihs weiter ausgebaut.

Fliesenmeister Dennis Fuhrmann hat in der ehemaligen Hüpfhalle einen Showroom für Badezimmer eingerichtet.

Unter „AHV-Events“ wird es neben dem eigenen Veranstaltungsequipment und Service auch ein Netzwerk von professionellen Partnerunternehmen geben, um den Kunden einen kostenoptimierten Vollservice bieten zu können. Seit den ersten Lockerungen vor einigen Monaten geht es zudem mit dem Hüpfburgenverleih wieder aufwärts. „Ob bei Einschulungsfeiern oder nachgeholten Kommunionen – da die Leute schlecht mit den Kindern zum Feiern irgendwohin gehen können, hat die Nachfrage im Verleih wieder deutlich zugenommen“, freut sich Anja Niklaus.

Während die 40 Leih-Hüpfburgen immer noch neben der bisherigen Hüpfhalle gelagert sind, ist in der großen Halle neues Leben eingezogen. Fliesenlegermeister Dennis Fuhrmann hat sich einen Traum erfüllt und innerhalb von zwei Monaten Umbauzeit zusammen mit dem Sanitärunternehmen Siefert und weiteren Partnern einen Präsentationsraum mit insgesamt 15 Kojen erstellt, die die Vielseitigkeit von Naturstein, Keramik bis hin zu Glasfliesen abbilden. „Wir hatten bisher nur eine kleine Ausstellung, bei der die Kunden sich nur ansatzweise ein Bild des Möglichen machen konnten. Das ist jetzt anders“, freut sich der 35-Jährige.

Auf dem Weg zum Ausstellungsraum kommen Besucher an einer Vielzahl an Trikots von Spielern des BVB vorbei, die zumeist eine Widmung an den Fliesenlegermeister tragen. „Einige der Spielerberater haben uns engagiert“, sagt Fuhrmann bescheiden.

Auch im Dortmunder Stadion hat der Bergkamener schon seine Spuren hinterlassen. Fuhrmann hat dort unter anderem den Boden des VIP-Bereichs gefliest. Doch auch sonst sind der Handwerker und seine sieben Mitarbeiter gut ausgelastet. „Viele Menschen haben, weil sie wegen der Pandemie nicht verreisen konnten, ihr Urlaubsgeld in die Verschönerung ihres Heims gesteckt, daher haben wir aktuell sehr gut zu tun.“

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