18,2 Prozent mehr Arbeitslose als im August '19

Corona treibt Arbeitslosigkeit in Bergkamen hoch - aber Agentur macht erste Signale der Hoffnung aus 

+

Erster Hoffungsschimmer in der Krise: Corona hat zwar viele Jobs gekostet, doch die aktuellen Zahlen lassen einen Aufwärtstrend erkennen:D

Noch immer wirkt sich die Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt aus. Doch es gibt Hoffnung. „Die Auswirkungen von Corona auf den Arbeitsmarkt haben spürbar nachgelassen. Der moderate Anstieg an Arbeitslosen im August ist nahezu vollständig saisonal bedingt“, interpretiert Thomas Helm, Chef der Agentur für Arbeit in Hamm die Entwicklung der vergangenen vier Wochen im Kreis Unna. Laut Statistik stieg die Zahl der Arbeitslosen im August im Kreis um 157 auf 17.545. Im Vergleich zu August 2019 stieg die Arbeitslosigkeit damit um 2.965 Betroffene, das sind 20,3 Prozent mehr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,1 Punkte auf 8,2 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie 6,9 Prozent.

2.609 Bergkamener ohne Broterwerb

Auch in Bergkamen war im August ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit zu spüren. 46 Bergkamener meldeten sich neu arbeitslos, das ist ein Plus von 1,8 Prozent. Insgesamt sind somit 2.609 Bewohner der Stadt ohne Beschäftigung, 1.498 Männer und 1.111 Frauen. Die meisten von ihnen, nämlich 948, suchen bereits seit mehr als einem Jahr eine neue Arbeitsstelle. Gegenüber dem Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit in Bergkamen noch einmal deutlich gestiegen: Im August 2019 waren 2.208 Bergkamener bei der Arbeitsagentur registriert (+ 18,2 Prozent).

"Bekenntnis zur Beschäftigungssicherung"

Thomas Helm zeigt sich aber optimistisch, dass sich dieser Trend wieder ändern kann. „Obwohl in den Hauptferienmonaten klassischerweise weniger Neueinstellungen vorgenommen werden, konnten im August deutlich mehr Menschen ihre Arbeitslosigkeit zugunsten einer Beschäftigung beenden als noch im Juli. Zeitgleich mussten sich auch weniger Menschen aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos melden – beide Tendenzen gepaart mit weiter steigendem Stellenbestand sind ein deutliches Bekenntnis zur Beschäftigungssicherung auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Unna“, urteilt der Agenturchef. 

Kurzarbeit als viermal höher als 2009 

Noch sind allerdings viele Menschen in Kurzarbeit. Seit Anfang März sind laut Arbeitsagentur 3630 Anzeigen auf Kurzarbeit für 71 230 Beschäftigte aus den zehn kreisangehörigen Städten bei der Arbeitsagentur eingegangen. Damit sind oder waren rund die Hälfte (52,7 Prozent) aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von Kurzarbeit betroffen. Mittlerweile liegen aber erste Hochrechnungen für die tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit für März und April vor, die nahelegen, dass die realisierte Kurzarbeit weniger Beschäftigte betrifft oder betraf als zunächst erwartet. Wurden bis April insgesamt 63 236 potenziell betroffene Beschäftigte gemeldet, trat Kurzarbeit in diesen beiden Monaten nach jetzigem Stand jedoch für 60 182 ein. Zum Vergleich: Während der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2009 zeigten knapp 780 Betriebe für rund 16 600 Menschen im Agenturbezirk (Hamm und Kreis Unna) Kurzarbeit an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare