im Kreis Unna weniger Kurzarbeit als angemeldet

Arbeitsmarkt seit einem Jahr von Pandemie geprägt: 2.463 Bergkamen im April ohne Job

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Der Arbeitsmarktbericht für April liegt vor. Der Chef der hiesigen Agentur sieht erste Lichtblicke in der Pandemie:

Bergkamen/Kreis Unna – Im Kreis Unna waren zuletzt 26 707 Menschen auf der Suche nach einem eigenen Broterwerb. Die Agentur für Arbeit zählte damit bei einer Quote von 7,8 Prozent 75 Arbeitsuchende weniger als im März – also eine minimale Entspannung (-0,3 Prozent), aber im Vergleich zum April 2020 ein leichter Anstieg um 292 Betroffene (+1,1 Prozent). 11 295 Klienten (+68) sind so lange ohne Job, dass sie übers Jobcenter Hartz IV beziehen, 5345 sind in der beruflichen Eingliederung oder in ähnlichen Maßnahmen.

Erste Entspannung, aber über Vorjahresniveau

Arbeitslos im engeren Sinne der Statistik waren Ende dieses Monats 16 640 Bezieher von Transferleistungen. Das sind 207 weniger als im März, aber 709 Arbeitslose mehr (+4,5 Prozent) als im April vergangenen Jahres. Für Bergkamen weist die am Donnerstag veröffentlichte Statistik 2463 Menschen auf Jobsuche aus, 50 weniger als im März (-2 Prozent).

Nachwuchskräfte stark gefragt

„Im April ziehen wir zum ersten Mal den Vergleich zu einem Vorjahresmonat, der auch schon ganz im Zeichen der Pandemie stand. Und wenngleich es im April vergangenen Jahres weniger Arbeitslose gab als heute, so sind die Tendenzen seit gut zwei Monaten schon wieder vielversprechend“, bewertet Agenturchef Thomas Helm die momentane Lage auf dem Arbeitsmarkt im Kreis Unna. Dafür spreche, dass die Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen abnehme, „was ein deutliches Zeichen dafür ist, dass junge, ausgebildete Kräfte am Markt begehrt sind und gebraucht werden.“ Zudem gebe es mehr Bewegung. „Derzeit steigt die Arbeitslosigkeit im Bereich des SGB II zwar noch an, aber ebenso verzeichnen wir steigende Arbeitsaufnahmen.“

Deutlich mehr Kurzarbeit gemeldet als vollzogen

Völlig offen ist, was der bis April ausgesetzten Insolvenzantragsfrist noch an Jobverlusten nachläuft. Helm erwartet aber trotzdem eine Verstetigung der aktuellen Lage. Die Spannbreite zwischen Sorge und Realität am Arbeitsmarkt verdeutlicht der Blick auf die Kurzarbeit: Seit Beginn der Pandemie seien knapp 4900 Anzeigen für rund 109 400 Beschäftigte eingegangen. Tatsächlich in Anspruch genommen hätten sie bis einschließlich Oktober 2324 Betriebe im Kreis Unna für 37 675 Beschäftigte. Gezahlt wurde demnach im Mai ‘20 an 1943 Betriebe für 23 573 Beschäftigte. Den vorläufig niedrigsten Wert weist der Oktober mit Kurzarbeitergeld an 7231 Arbeitnehmer in 859 Betrieben aus.

Im April 2.972 offene Stellen

Zu bieten haben die Berater der Agentur in der April-Bilanz 2972 offene Stellen, das sind 174 (+6,2 Prozent) mehr als im März und 442 Arbeitsstellen mehr (+17,5 Prozent) als vor zwölf Monaten. Die Arbeitgeber meldeten im April Bedarf an 734 neue Stellen an, 125 weniger (-14,6 Prozent) als im März.

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