Angebote des Familienbüros in Bergkamen stark nachgefragt

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Barbara Schweden, Jutta Brüggenthies und Barbara Billhardt (von links) bilden derzeit das Team des Familienbüros. Sie befüllen unter anderem die Präsenttaschen für die Familienbesuche.

Bergkamen – Das Familienbüro der Stadt Bergkamen stellt sich in diesen Tagen personell neu auf. Nach dem Abschied von Sonja Werner in den Ruhestand im vergangenen Jahr rückte zwar Barbara Billhardt nach, doch die Vielzahl der anfallenden Aufgaben in der Service- und Anlaufstelle für Familien können die aktuell drei Teilzeitkräfte Billhardt, Jutta Brüggenthies und Claudia Schweden nicht mehr bewältigen.

Längst hat sich das Familienbüro etabliert, und die Angebote werden genutzt. Deshalb wird aktuell die Ausschreibung einer weiteren Teilzeitstelle vorbereitet, die zunächst intern besetzt werden soll. „Findet sich bei uns aber niemand, schreiben wir die Stelle auch öffentlich aus“, sagt Jugendamtsleiter Ludger Kortendieck. 

Sicher ist jedoch, der oder die Neue wird ein spannendes Arbeitsfeld vorfinden. Das Familienbüro gehört offiziell zum Jugendamt, doch de facto ist es eine reine Beratungs- und Servicestelle. Junge Familien, aber auch Schwangere können hier alle Fragen stellen, die ihnen auf der Seele liegen. Was muss beachtet werden? Wie muss Kinder- oder Elterngeld beantragt werden? Wann müssen die Anmeldungen für den Kindergarten erfolgen und wie kann zu Tagesmüttern Kontakt aufgenommen werden? 

Hilfe bei der Vaterschaftsanerkennung

Doch das sind nur einige Punkte, in denen das Familienbüro im Rathaus die richtige Anlaufstelle ist. Es unterstützt auch Alleinerziehende, wenn das Neugeborene beim Standesamt angemeldet werden muss und bietet Hilfestellung bei Vaterschafts- und Sorgerechtsanerkennung. „Der Vorteil ist, dass wir eine kleine Kommune sind und die Wege zu den jeweiligen Kollegen kurz sind“, sagt Jutta Brüggenthies, die auch Familienhebammen oder Kinderkrankenschwestern vermittelt, wenn die Betreuung über die klassische Hebamme nicht ausreicht. 

„Auch die Krankenhäuser melden sich bei uns, wenn absehbar ist, dass in einem Fall eine längere Betreuungszeit erforderlich ist.“ Jutta Brüggenthies ist darüber hinaus eine von zwei ausgebildeten Kinderschutzfachkräften in Bergkamen und berät daher Fachkräfte wie Lehrer, Erzieher, Rechtsanwälte oder Schulbusfahrer, wie die sich zu verhalten haben, wenn ihnen der Verdacht einer Kindeswohlgefährdung kommt. „Wir treten aber nicht mit den Familien in Kontakt, in diesem Fall beraten wir nur die Außenstehenden“, betont Brüggenthies. 

Präsente beim Babybesuch

Denn das Familienbüro kümmert sich hauptsächlich um Familien mit Kindern im U6-Bereich. Und die schönste Aufgabe für die Mitarbeiter ist auch das eigentliche Aushängeschild des Büros: „Wir besuchen alle Neugeborenen – wenn die Eltern das wollen“, sagt Claudia Schweden, deren Hauptaufgabe diese Besuche sind. 

Die Willkommensbesuche in der achten bis zehnten Woche nach der Geburt kommen auch gut an. „Wir hatten am Anfang die Vorstellung, an jedem Tag ein Kind besuchen zu können“, sagt Schweden. Doch in Bergkamen gibt es deutlich mehr Babys. „Es sind rund 450 Kinder im Jahr, 2016 waren es sogar über 500“, erinnert sich Claudia Schweden an ein Rekordjahr. Bei den Besuchen haben die Mitarbeiter des Familienbüros eine Präsenttasche dabei: Darin enthalten sind neben Bilderbuch, Greiflingen, Zahnputzbecher und Traubenkernkissen (finanziert aus dem Budget des Bürgermeisters) auch Broschüren zu speziellen Angeboten für Eltern in der Stadt.

Wichtige Netzwerkarbeit

 „Das sind Gutscheine für Elternkurse, weitere Angebote des Pestalozzihauses oder Flyer von Vereinen, die Eltern-Kind-Turnen anbieten. Alles quer beet“, sagt Schweden. Alle Weiterbildungsangebote für Eltern müssen koordiniert und organisiert werden. Dies ist ebenso die Aufgabe von Barbara Billhardt wie die Öffentlichkeitsarbeit und Kursvorbereitung. Billhardt hat auch selbst eine Fortbildung absolviert, um Kurse im Notfall selbst leiten zu können, wenn sich keine Dozenten finden. 

„Aber da haben wir einen Pool, auf den wir in der Regel gut zurückgreifen können“, sagt Billhardt. Sie setzt verstärkt auf Netzwerkarbeit, wie im Mädchen- und Frauennetzwerk Bergkamen, um die Anlaufstelle städtisches Familienbüro auch in anderen Organisationen und Anlaufstellen bekannter zu machen.

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