Verhandlung in Dortmund

Angeblicher Raubüberfall auf Kiosk in Bergkamen: Frau bestreitet Tat

Pfefferspray
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Mit Reizgas soll eine Frau aus Bergkamen einen Kiosk-Besitzer attackiert haben

Versuchte räuberische Erpressung, Diebstahl, gefährliche Körperverletzung: Schwere Vorwürfe erhebt die Dortmunder Staatsanwaltschaft gegen eine 27-jährige Frau aus Bergkamen. Möglicherweise allerdings zu Unrecht.

Bergkamen/Dortmund - Gleich zu Beginn des Prozesses vor dem Dortmunder Landgericht ging die Angeklagte am Mittwoch in die Offensive. Die fünf angeklagten Ladendiebstähle – drei in Bergkamen, zwei in Hamm – gab sie unumwunden zu. „Ich will zu allem stehen, was ich gemacht habe“, erklärte sie. Den angeblichen Raubüberfall auf einen Kiosk in Weddinghofen hat es aus Sicht der 27-Jährigen und ihres Verteidigers Martin Urbaniak so aber nicht gegeben.

Die Bergkamenerin ist seit Jahren drogenabhängig. Ihre Sucht finanziert sie vor allem durch Diebstähle. In diesem Zusammenhang will sie schon oft in dem Kiosk in Weddinghofen gewesen sein. „Ich habe da nicht nur eingekauft, sondern auch gestohlene Sachen verkauft“, sagte die Frau den Richtern. In der Regel habe es sich dabei um Alkohol gehandelt. „Ich habe aber auch auf Bestellung geliefert, Shampoo zum Beispiel.“

Den Vater der Kiosk-Betreiberin will sie außerdem oft gebeten haben, ihr kurzfristig etwas Geld zu leihen. So auch am Abend des vermeintlichen Überfalls am 23. September 2018. Gegen 22 Uhr habe sie das Ladenlokal betreten.

Kiosk-Betreiber soll als Zeuge aussagen

Der Mann habe den 20-Euro-Schein schon aus der Kasse geholt, dann aber einen lüsternen Blick aufgesetzt und gesagt: „Komm mal mit ins Nebenzimmer.“ Die Angeklagte will in diesem Moment eine Art Panikattacke bekommen haben.

„Er hatte mir schon öfter eindeutige Angebote gemacht, für mich war das aber eine rein geschäftliche Beziehung“, sagte sie. „Ich hatte Angst, dass er mich packt und ich dann nicht wieder da wegkomme. Ich glaube, er hat mir auch zwischen die Beine gefasst.“ Nur deshalb habe sie sich mit dem Reizgas gewehrt.

Der Vater der Kiosk-Betreiberin behauptet stattdessen, die 27-Jährige hätte ihn mit dem Reizgas angegriffen, um an das Geld aus der Kasse zu kommen. Er habe sich jedoch erfolgreich gewehrt und die Frau ohne Beute aus dem Ladenlokal gedrängt. An einem der kommenden Verhandlungstage wird der Mann als Zeuge im Dortmunder Landgericht erwartet.

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