Amtsgericht Kamen

Zeuge plötzlich verschwunden: Keine Entlastung für Angeklagten (35) aus Bergkamen

Am Ende wurde der 35-jährige Bergkamener zu acht Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt.
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Am Ende wurde der 35-jährige Bergkamener zu acht Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt.

Auf ein Zerwürfnis mit einem alten Bekannten reagierte ein Bergkamener (35) offenbar mit Gewalt. Auch stahl er Hochprozentiges und trat seine Flucht äußerst unsanft an. Vor Gericht legte er nur ein Teilgeständnis ab, ohne Erfolg.

Bergkamen/Kamen – Der erste Vorwurf gegen den Mann mit zig Vorstrafen und Hafterfahrung beschäftigte das Amtsgericht gleich mehrfach, da stets einer der Beteiligten fehlte. Hier wurde dem 35-Jährigen zur Last gelegt, den Bekannten am 10. August vergangenen Jahres in dessen Wohnung so heftig gestoßen zu haben, dass der über das Sofa zu Boden stürzte, und ihn danach geschlagen zu haben. Außerdem, so die zweite Anklage, steckte er am Morgen des 26. März in einem Bergkamener Supermarkt alkoholische Getränke für 2,78 Euro in seinen Rucksack, zahlte an der Kasse lediglich ein Bier und stieß eine Verkäuferin beiseite, die ihn aufforderte, seinen Rucksack zu zeigen.

Diebstahl schnell abgenickt

Diebstahl und Nötigung in dem Fall und vorsätzliche Körperverletzung, was die Auseinandersetzung mit dem Bekannten betraf, brachten den Bergkamener jetzt im Amtsgericht Kamen auf die Anklagebank. Den Vorfall im Supermarkt nickte er förmlich ab. Gänzlich anders sah das bei dem Vorwurf um die Gewalttätigkeiten zulasten des früheren Freundes aus.

Einen Angriff stelle er kategorisch in Abrede. Ja, sie hätten Streit gehabt und sich angeschrien. Aber: „Ich habe den nicht angefasst. Ich habe dem nichts getan.“ Zum Beweis der Tatsache habe er auch einen Zeugen dabei, der sich an dem Tag ebenfalls vor Ort befunden habe und der seine Version bestätigen könne. Tatsächlich war der besagte Zeuge zunächst auch im Gericht. Als er allerdings gehört werden sollte, war er plötzlich verschwunden. So wurde aus der erhofften Entlastung nichts.

„Er hat den Macker markieren wollen“

Im Gegenteil: Das Gericht rief den Geschädigten in den Zeugenstand und der beschrieb im Detail, wie ihn der Angeklagte zunächst über die Coach geschubst und dann geschlagen habe. „Er hat mich angegriffen“, versicherte der 38-Jährige und geriet bei der Erinnerung derart in Wallung, dass er gar nicht ruhig bleiben konnte. „Er hat einfach nur den Macker markieren wollen.“

Seine Aussage und ein Polizeivermerk, in dem von einer geschwollenen Gesichtshälfte die Rede war, überzeugten Anklage und Gericht schließlich davon, dass der Bergkamener in allen Punkten schuldig war. Er wurde zu acht Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Es gebe keine positive Sozialprognose, so der Richter. Vielmehr rechne er bei dem 35-Jährigen ansonsten mit weiterer Straftaten.

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