Amtsgericht Kamen

Teeglas-Werfer (31) streitet gezielten Angriff ab – Vierte Auflage des Verfahrens

Das Verfahren wurde mehrmals wieder eingestellt. Der Richter zeigte sich dazu aber nicht mehr bereit.
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Das Verfahren wurde mehrmals wieder eingestellt. Der Richter zeigte sich dazu aber nicht mehr bereit.

„Klappe, die vierte“ hieß es im Amtsgericht Kamen. Im vergangenen Jahr musste sich dort ein 31-jähriger Bergkamener erstmals wegen Beleidigung und versuchter Körperverletzung verantworten. Er soll am 23. April 2019 vor seiner Wohnung in Bergkamen mit der Nachbarin aneinandergeraten sein.

Bergkamen/Kamen – Diese hatte er mit den Worten „Verpiss dich, du alte Hure“ beleidigt. Als sich daraufhin der Sohn der Nachbarin einmischte, soll der Angeklagte aus seinem Fenster ein Teeglas nach ihm geworfen haben. Getroffen hatte er allerdings nicht, da sich das Glas in einem Busch verfing.

Im Gericht hatte der Beschuldigte damals die Beleidigung zugegeben. Bezüglich der versuchten Körperverletzung hatte er erklärt, nicht gezielt auf den Sohn geworfen zu haben. Der Richter stellte das Verfahren daraufhin ein und der Bergkamener sollte 3.000 Euro als Auflage zahlen. Das tat er allerdings nicht und so kam es zu einem zweiten Termin im Gericht.

Geldauflage deutlich reduziert

Zu diesem erschien der 31-Jährige nicht. Es erging ein Strafbefehl. Dagegen legte der Mann Einspruch ein. Folge: Verhandlung Nummer drei. An diesem Prozesstag hatte der selbstständige Gastronom erklärt, in finanzielle Schieflage geraten zu sein. Der Richter stellte das Verfahren ein zweites Mal ein und ging von 3.000 auf 750 Euro als Auflage runter.

Die Hoffnung des Vorsitzenden, der Angeklagte würde nun zahlen und der Fall wäre endlich erledigt, wurde abermals im Keim erstickt. Die erste Rate der 750 Euro zahlte der Bergkamener noch pünktlich. Doch dann wurden die Zahlungen unregelmäßig. Am Ende hatte der Bergkamener statt 750 nur 745 Euro gezahlt. Nun reichte es dem Richter.

Weitere Einstellung abgelehnt

Er setzte die vierte Auflage des Prozesses gegen den Mann an. Der blieb bei seiner Aussage, räumte die Beleidigung ein und stritt die versuchte Körperverletzung ab. Der Vorsitzende signalisierte deutlich, dass für ihn eine weitere Einstellung der kompletten Vorwürfe nicht mehr in Frage käme. Allerdings zeigte er sich bereit, den abgestrittenen Vorwurf der versuchten Körperverletzung einzustellen und für die Beleidigung ein Urteil zu fällen.

Doch an diesem Punkt stellte sich die Staatsanwaltschaft quer. Für die Behörde gab es nur zwei Möglichkeiten: entweder eine komplette Einstellung oder eine komplette Aufklärung des Falles. Der Richter blieb bei seiner Entscheidung, das Verfahren kein drittes Mal einzustellen.

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