1. wa.de
  2. Lokales
  3. Bergkamen

Nach Feuer in Bergkamen: Mutter büßt Falschaussage mit 4500 Euro

Erstellt:

Von: Jana Peuckert

Kommentare

Das Gericht entschied im Fall eines 27-jährigen Vergewaltigers auf zwei Jahre Haft, ausgesetzt zur Bewährung.
Das Gericht verurteilte die Bergkamenerin einer Geldstrafe in Höhe von zu 4500 Euro. © Volker Hartmann / dpa

Anwohner einer Siedlung in Bergkamen meldeten ein Feuer auf dem Grundstück ihrer Nachbarn. Einsatzkräfte wollten die Flammen im Garten löschen, wurden dabei jedoch behindert. Das Amtsgericht Kamen behandelte den Fall nun erneut.

Bergkamen/Kamen – Am 17. März 2020 melden Anwohner einer Siedlung in Bergkamen ein Feuer auf dem Grundstück ihrer Nachbarn. Als Erstes ist die Polizei vor Ort. Kurze Zeit später trifft auch die Feuerwehr ein. Die Einsatzkräfte wollen die Flammen im Garten löschen, werden dabei jedoch behindert.

Der Sohn (38) der Familien in dem Haus legt sich auch mit den Polizeibeamten an. Ihm wird daraufhin am 24. August vergangenen Jahres wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und wegen Behinderung der Feuerwehr der Prozess im Amtsgericht Kamen gemacht. Der Richter befindet den Bergkamener für schuldig und verurteilt ihn zu einer Geldstrafe.

Anklage gegen Mutter

In dem Prozess werden mehrere Zeugen gehört. Polizeibeamte und Feuerwehrleute bestätigen, Flammen gesehen zu haben. Nur die Mutter des Angeklagten gibt damals an, dass es zum Zeitpunkt des Eintreffens von Feuerwehr und Polizei gar kein Feuer mehr gegeben hätte. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen die Mutter wegen Falschaussage vor Gericht.

Und so ist es nun die 59-Jährige, die im Amtsgericht Kamen auf der Anklagebank sitzt. Sie wiederholt zu großen Teilen ihre Aussage im damaligen Prozess. Nämlich, dass sie ein paar Holzstücke in einem Topf im Garten angesteckt hätten, das Feuer dann aber ausgegangen sei. Möglicherweise sei noch etwas Glut im Topf gewesen, das wisse sie aber nicht. Sie würde auch aus dem Grunde schon kein großes Feuer im Garten machen, weil dort Obstbäume stünden und sie unter anderem Hühner halte.

Die Flammen waren richtig hoch.

Ein Beamter

Zwei Polizisten, die damals als Erste am Einsatzort eingetroffen waren, erklären im Zeugenstand hingegen, einen Brand gesehen zu haben. „Die Flammen waren richtig hoch“, gibt ein 55-jähriger Beamter an. Das habe auch die Bergkamenerin sehen müssen. Seine Kollegin führt aus, dass der Sohn Sperrmüll im Garten verbrannt habe. Es hätten noch einige Schränke in einer Reihe gestanden.

Mutmaßlich sollten auch sie noch verbrannt werden. Der Sohn habe jedenfalls nicht gewollt, dass die Feuerwehr die Flammen löscht. Immer wieder habe er das Tor zugemacht, um die Feuerwehrleute zu behindern. „Ich habe da trotzdem kein Feuer gesehen“, bleibt die Angeklagte bis zum Schluss bei ihrer Aussage.

Vorsätzliche falsche Angaben

Der Richter hält diese für falsch und verurteilt die Bergkamenerin zu 4500 Euro Geldstrafe. Er sei davon überzeugt, dass die 59-Jährige vorsätzlich falsche Angaben gemacht hatte. Er sei sicher, so der Vorsitzende, dass es bei Ankunft der Feuerwehr auch einen Brand gegeben hatte. Die Angeklagte habe ihren Sohn nur vor einem Urteil bewahren wollen.

Auch interessant

Kommentare