Wohnbebauung geplant

Investor für Rünther Marktplatz gefunden – Er will sich auch um Altlastensanierung kümmern

Der mit Schadstoffen belastete Rünther Marktplatz liegt seit fast 20 Jahren brach. Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab.
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Der mit Schadstoffen belastete Rünther Marktplatz liegt seit fast 20 Jahren brach. Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab.

Für den Rünther Marktplatz gibt es einen potenziellen Investor. Das teilte Bürgermeister Bernd Schäfer in der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Dienstag in der Römerberg-Sporthalle mit. Danach könnte es fast 20 Jahre nach dem Verkauf doch noch zu der erhofften Wohnbebauung an dieser Stelle kommen.

[Update] Rünthe – 2002 hatte die Rechtsvorgängerin der heutigen Vivawest GmbH, die Wohnbau Westfalen GmbH, das Areal von der Stadt übernommen – zu einem reduzierten Preis, weil sich Altlasten im Boden befinden. Dann trat das Unternehmen von seinem Vorhaben zurück, hier Wohnungen zu bauen.

Der neue Investor sei bereit, die Fläche zu sanieren, sagte Schäfer. Dazu stehe er mit dem Kreis Unna als Umweltschutzbehörde in Kontakt. Auch mit Vivawest und der Stadt Bergkamen gebe es Gespräche. Der Stadt gehören noch rund 15 Prozent des Gesamtareals, künftige Grün- und Verkehrsflächen.

Den Namen des Investors nannte Schäfer mit Blick auf die noch laufenden Vertragsverhandlungen nicht. Sobald eine Einigung erzielt worden sei, werde er die Politik informieren, meinte er.

Mix aus Einfamilienhäusern und Geschosswohnungsbau

Laut dem Ersten Beigeordneten Dr. Hans-Joachim Peters schwebt dem Investor ein Mix aus Einfamilienhäusern und Geschosswohnungsbau vor. Damit orientiere er sich am eigens erstellten städtebaulichen Konzept, 1:1 wolle er es – Stand heute – aber nicht umsetzen.

Zuletzt hatte es der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) abgelehnt, die Fläche unter anderem mit öffentlichen Mitteln zu sanieren. Zurecht, meinte Peters in der Sitzung. Es könne nicht sein, dass der Steuerzahler es ausputzen müsse, wenn Investitionspläne von Unternehmen nicht aufgingen. Auch die Stadt war all die Jahre immer wieder aufgefordert worden, aktiv zu werden und zur Flächensanierung in finanzielle Vorleistung zu treten.

Für die Entwicklung des Marktplatzes hat sich vor allem der „Aktionskreis Wohnen und Leben in Bergkamen“ starkgemacht. Dessen Vorsitzender Karlheinz Röcher zeigte sich nach Ende der Sitzung skeptisch. Es bleibe abzuwarten, ob Vivawest das Grundstück auch wirklich verkaufe und der Investor seine Pläne umsetze.

Das war die Erstmeldung von Montag:

Rünthe – Gibt es eine Lösung für den brachliegenden Marktplatz Rünthe? Dies ist aktuell zumindest nicht auszuschließen. So teilt Bürgermeister Bernd Schäfer auf Anfrage mit, dass das Thema zuletzt eine „andere Entwicklung“ genommen habe als vermutet.

Zum Marktplatz werde in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Strukturwandel und Wirtschaftsförderung am Dienstag, 27. April, ab 17 Uhr in der Römerberg-Sporthalle in Oberaden von der Verwaltung unter Punkt „Anfragen und Mitteilungen“ berichtet, so Schäfer.

In der jüngsten Ratssitzung hatte der Bürgermeister noch eine Vorlage zum Marktplatz angekündigt. Anlass war die Entscheidung des Verbandes für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV), das mit Schadstoffen belastete Areal an der Kanalstraße nicht auf seine Kosten zu sanieren.

Aktionskreis will nachhaken

Auf eine Vorlage, in der die Stadt ihre neuen Überlegungen zur weiteren Entwicklung der Fläche und ihre eigene Rolle dabei beschrieben hätte, wurde laut Schäfer nun verzichtet. Das nährt die Vermutung, dass es womöglich doch noch eine private Lösung gibt. Eigentümer des Areals ist das Wohnungsunternehmen Vivawest.

Mit Blick auf die Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses hatte jüngst der örtliche „Aktionskreis Wohnen und Leben in Bergkamen“ Alarm geschlagen. Er vermisste den Punkt „Marktplatz“ in dem Papier. Aktionskreis-Sprecher Karlheinz Röcher kündigte daraufhin an, das Thema am Dienstag in der „Einwohnerfragestunde“ anzusprechen. Ob es dabei bleibt, wird sich zeigen. Der Punkt „Anfragen und Mitteilungen“ folgt erst nach der „Einwohnerfragestunde“.

Planungen stocken seit Jahren

Auf dem Gelände des Rünther Marktplatzes befand sich einst eine kleinere Hausmülldeponie. Die Altlasten im Boden gehen auf eine Schwarzdecke zurück, mit der die Deponie zur Abdichtung überzogen wurde.

Die Entwicklung der Fläche stockt seit vielen Jahren. 2002 hatte die Rechtsvorgängerin der Vivawest GmbH, die Wohnbau Westfalen GmbH, den überwiegenden Teil des Marktplatzes von der Stadt Bergkamen erworben, um hier neun Doppelhäuser zu errichten. Von diesem Plan war das Unternehmen mit Blick auf die hohen Kosten einer Sanierung abgerückt.

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