Alle Religionen unter Abrahams Dach

+
Musik und Tanz beim Interkulturellen Mitmachtag.

Bergkamen - Zufrieden waren am Ende des Tages Sabine Ostrowski und alle anderen Ausrichter von der Publikums-Resonanz auf den ersten „interkulturellen Bergkamener Mitmachtag“, der in den Räumen der Volkshochschule an der Lessingstraße stattfand. Unter dem Leitgedanken „Ein Haus für uns alle – kein Raum für Rassismus“ verwandelte sich dazu die VHS kurzerhand in ein großes Wohnhaus nebst Wohn-, Kinderzimmer und einigen mehr, um zu zeigen, dass mit gutem Willen ein Miteinander von unterschiedlichen Rassen und Religionen nicht nur gelingen kann, sondern auch viel Spaß macht.

Viele Akteure aus religiösen Gemeinschaften, Arbeitskreisen, multikulturellen Foren und Gesprächskreisen, Sportvereinen und nicht zuletzt aus Gesamtschule und Gymnasium hatten dazu einen bunten und zugleich spannenden Mix an Aktionen vorbereitet. Schon allein das riesige Buffet an lukullischen Köstlichkeiten im Foyer, zeigte in beeindruckender Weise die verlockende Vielfalt eines interkulturellen Miteinanders. Durch das ganze Gebäude war zudem viel Musik zu hören. Diese stammte natürlich aus dem Musikzimmer, wo Christian Tacke an der Kirchenorgel zusammen mit türkischen Baglama-Spielern musizierte. 

Afrikanisch oder orientalisch

Wer es lieber afrikanisch mochte, durfte sich bei Anke Filipiak an den unterschiedlichen Djembes ausprobieren oder sich in einen orientalischen Kreistanz einreihen, der hier und da im Gebäude immer mal wieder getanzt wurde. Im „Clubraum“ berichteten die „Jugendlichen ohne Grenzen“ aus Guinea, Gambia und Syrien nicht nur über ihre schlimmen Fluchterfahrungen, sondern auch über das Misstrauen, das ihnen in Deutschland oft entgegenschlägt. Der Flüchtlingshelferkreis berichtete im „Wohnzimmer“ über seine Aktivitäten, während man sich passenderweise im „Frauenraum“ bei Pfarrerin Petra Buschmann-Simons über die Aktionen des „Internationalen Frauentages“ informieren konnte, der in Bergkamen schon auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Spannend wurde es bei den Schülerinnen der Willy-Brandt-Gesamtschule, die in einem Quiz à la „Wer wird Millionär“ das Wissen der Teilnehmer über Asyl und Migration abfragte. Die „Anti-Rassismus-AG“ des Gymnasiums verglich in einem beeindruckenden Referat die Sexualität in Europa mit der Sexualität in Afrika, wo jegliche Abweichung von der Norm nicht selten mit der Todesstrafe gesühnt wird. Weitab vom Trubel war der „Raum der Stille“ zu finden, wo katholische und evangelische Kirche, Moscheeverein und Jüdische Gemeinden ihre Präsentation vorbereitet hatten. Auf dem Boden war ein hebräisches Dorf als Modell aufgebaut, drum herum luden Sitzkissen zum Verweilen ein.

Impressionen aus dem Heiligen Land 

An die große Wand wurden Impressionen aus dem Heiligen Land projiziert und in den Info-Ecken der Gemeinden gab es den Koran in Arabischer Sprache, die jüdische Thora oder eine Kippa zu bewundern. „Wir wollen nicht aufzeigen, was uns trennt“, erfuhren die Besucher dort von Thorsten Neudenberger, Bernd Ruhbach, Yahya Bolat und Alexandra Khariakova, „sondern das, was uns verbindet.“ Und da mussten sie denn auch nicht lange suchen und stießen auf einen Mann, der vor fast vier tausend Jahren in Kanaan, dem heutigen Israel, gelebt hat und als Stammvater von Christentum, Islam und Judentum gilt: Abraham - Ibrahim - Avraham.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare