Berkamener sollen sich beteiligen

Ideen für den Markplatz in Rünthe gesucht

Aktionskreis Wohnen und Leben in Bergkamen stellt Schild auf dem ehemaligen Marktplatz in Rünthe auf.
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Gerade noch rechtzeitig vor dem Wintereinbruch stellten Wolfgang Dahlmann (links) und Karlheinz Röcher das Schild in der Ortsmitte auf.

Rünthe – „Wird hier endlich gebaut?“, fragten neugierige Spaziergänger an der Kanalstraße, als sie am vergangenen Freitagnachmittag den alten Marktplatz in Rünthe passierten. Sie hatten die Männer entdeckt, die gerade auf dem Grünstreifen am Rand der Zufahrt ein großes Schild aufstellten. Das buddelten allerdings Mitglieder des Aktionskreises Wohnen und Leben ein, um damit ihrer Forderung nach Sanierung der trostlosen Fläche in der Mitte des Ortsteils Nachdruck zu verleihen und den Startschuss für eine Bürger-Umfrage zu geben.

Da hätte aufgrund einer privaten Initiative schon längst passiert sein können, wie die Aktivisten des gemeinnützigen Vereins, Charly Röcher, Wolfgang Dahlmann, Marion und Rainer Schmidt, bei dieser Gelegenheit am Rande erfuhren. Ein Nachbar berichtete nämlich von seinen vergeblichen Bemühungen, Ein- und Mehrfamilienhäuser auf dem 7000 Quadratmeter großen Gelände zwischen Kanalstraße und Landwehrpark errichten zu lassen. „Wir hatten vor zwei Jahren schon die gesamte Planung dafür stehen und uns bereits mit Vivawest auf einen Kaufpreis geeinigt. Wir waren auch bereit, für das Projekt einen Meter der Fläche komplett abzutragen. Der Kreis Unna hat uns aber einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er wollte, dass wir mindestens zwei Meter tief Boden ausheben und beseitigen. Das war uns mit Blick auf das Grundwasser zu risikoreich. Deshalb haben wir das Vorhaben abgebrochen“, erzählt der Rünther Unternehmer, der namentlich nicht genannt werden möchte.

„Der Boden ist mit Schadstoffen belastet, weil hier früher einmal eine wilde Müllkippe war“, weiß Rainer Schmidt vom Aktionskreis zu berichten. Genau das ist auch das Problem der Stadt Bergkamen, die inzwischen bereit ist, das Grundstück von Vivawest zurückzukaufen – wenn der Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) eine ausreichende finanzielle Hilfe zusagt.

Wünsche per E-Mail senden

„Dazu haben bereits vor Weihnachten Gespräche der Stadt mit uns stattgefunden“, bestätigt die AAV-Pressesprecherin. „Unsere Experten prüfen zurzeit, ob das Ganze die Bedingungen für unsere Förderung erfüllt. Die Stadt wird noch im Februar eine Antwort von uns bekommen“, kündigt Sabine Schidlowski-Boos an.

Darauf sind sowohl die Verantwortlichen im Rathaus als auch die Mitglieder des in Rünthe ansässigen Aktionskreises gespannt. Der startete mit dem Schild auch gleich eine Umfrage. „Bürgerzentrum, Parkanlage, oder Wohnbebauung. Was meinen Sie?“ So lautet die in großen Lettern aufgedruckte Frage. Ihre Wünsche sollen die Bewohner des Ortsteils an die E-Mail-Adresse AK-Zukunft-Bergkamen@web.de senden.

Bei den bevorstehenden Sitzungen der Fachausschüsse des Bergkamener Stadtrates steht das Thema noch nicht auf der Tagesordnung. „Die Stadt sollte sich auch ohne Förderung um die Sanierung des Marktplatzes kümmern. Schließlich hat sie für den Verkauf von unserem Kulturzentrum am Schacht III 600 000 Euro einkassiert“, begründen Marion und Rainer Schmidt vom Aktionskreis diese Forderung.

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