Rünthe will für Grüngürtel demonstrieren

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Karlheinz Röcher (von links), Wolfgang Dahlmann, Horst Schrader und Rainer Schmidt stellten am Freitag auf dem Gelände des Landwirtes Friedhelm Schlüter ein Schild für die Erhaltung des regionalen Grünzuges im Bevertal auf.

Rünthe - Nachdem er bereits 700 Unterschriften für den Erhalt des regionalen Grünzuges an der südlichen Ortsteilgrenze gesammelt hat, will der Aktionskreis „Wohnen und Leben Bergkamen“ am Samstag seine Position mit einem Demonstrations-Spaziergang untermauern.

Die Unterschriften sammelte der Aktionskreis „Wohnen und Leben Bergkamen“ in den vergangenen Wochen in den Rünther Geschäften. Jetzt hofft der Vereinsvorstand um Karlheinz Röcher, dass viele Einwohner neben dem Besuch des Frühjahrsbasars im „Haus der Mitte“ am Samstag die Zeit finden, um mit der Teilnahme am Stadteilspaziergang ihren Widerstand gegen die Planungen für ein Gewerbegebiet zu untermauern.

Erfahrung mit Demonstrationen

 „Wir hoffen, dass wir mindestens 50 Rünther für die Teilnahme mobilisieren können“, sagt Röcher. „Toll wäre es natürlich, wenn so viele kommen würden wie bei unserem Fackelzug der Bergbaugeschädigten im Dezember 2008“, ergänzt er. Damals demonstrierten mehr als 60 Menschen bei einem Marsch durch die Gemeinde gegen zum Teil sehr heftigen Erschütterungen, die durch die Abbautätigkeit des Bergbaus ausgelöst wurden. „Damit hatten wir bis 2010 täglich zu kämpfen“, berichtet Vorstandsmitglied Rainer Schmidt. Das führte auch 2006 zur Gründung des Aktionskreises. 

Röcher will kein Einzelkämpfer sein

Frontmann war von Anfang an Karlheinz Röcher. Der Rünther, der sich auch als Mitgründer und Sprecher des Landesverbandes Bergbaubetroffener engagiert und in der Schiedsstelle des Regionalverbandes Ruhr mitarbeitet, versteht sich allerdings nicht als Einzelkämpfer. „Wir sind eine gute Truppe, die seit zehn Jahren fast unverändert zusammenarbeitet. Einsam und allein kann ich das auch nicht alles schaffen“, betont der ehemalige Gewerkschafts-Angestellte mit Blick auf den zehnköpfigen Vereinsvorstand. „Klar ist Charlie Röcher unser Mann an der Spitze, der Motor und Organisator aller Aktivitäten. Wir übrigen arbeiten ihm so gut es geht zu“, erläutert Architekt Michael Kaiser. „Wir sind eine bunt gemischtes Team. Fast alle kommen aus Rünthe“, ergänzt Rainer Schmidt. 

Ziel sind 1000 Unterschriften für Grüngürtel

Deshalb spiele der Ortsteil bei den weiteren Themen, die sich der Aktionskreis (AK) „Wohnen und Leben“ inzwischen auf die Fahnen geschrieben hat, eine besondere Rolle. Aktuell sind das eben vor allem die Planungen für Gewerbeflächen an der Rünther Ortsteilgrenze. Ziel sei es, mindestens 1 000 Unterschriften für den Erhalt des Grüngürtels zu sammeln, so Röcher. „Damit und mit anderen Aktionen wie dem Stadtteilspaziergang am Samstag wollen wir vor allem beim RVR ein Umdenken erreichen“, sagt der AK-Vorsitzende. „Und die Verantwortlichen im Rathaus wollen wir dazu bewegen, bei Gewerbeansiedlungen erstmal bestehende Leerstände und Freiflächen ins Auge zu fassen. Die gibt es bereits an der Overberger Straße“, sagt Rainer Schmidt. 

Bilanz auf Jahreshauptversammlung am 20. März

Als weitere Problemfelder hat der Aktionskreis die Verwahrlosung des alten Marktplatzes und die Verschmutzung der Fläche auf der ehemaligen Mülldeponie in Rünthe West ausgemacht. Eine erste Bilanz des Stadtteilspazierganges und der Unterschriftenaktion will der Aktionskreis in seiner Jahreshauptversammlung am kommenden Mittwoch, 20. März, um 18.30 Uhr in der Mensa der Regenbogenschule ziehen. Im Anschluss findet dort um 19.30 Uhr eine Informationsveranstaltung für alle Bürger statt. Umweltdezernent Ludwig Holzbeck wird dort über die Nachhaltigkeitsstrategie des Kreises Unna sprechen. Weniger Flächenverbrauch, Klimaschutzmaßnahmen und Nutzung der erneuerbaren Energien soll dann mit Blick auf Bergkamen diskutiert werden.

Informationen zum Aktionskreis

Der Aktionskreis „Wohnen und Leben Bergkamen“ ist ein eingetragener Verein und Mitgründer des Landesverbandes Bergbaubetroffener (LVBB) NRW. Seit 2016 ist der Verein mit Sitz in Rünthe als gemeinnützig anerkannt. Der Aktionskreis hat 85 Mitglieder, von denen 51 aktive einen Jahresbeitrag von 48 Euro pro Familie bezahlen. Kontakt: Karlheinz Röcher, Westfalenstraße 19 in Rünthe; Telefon 02389 / 53 53 02; E-Mail: AK-Zukunft-Bergkamen@web.de; Internet: www.aktionskreis-bergkamen.de.

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