Nächtliche Ruhestörung bringt Bergkamener auf die Palme

51-Jähriger geht brutal auf seinen Nachbarn los

Der Fall wird vor dem Schöffengericht in Unna verhandelt
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Vor dem Schöffengericht Unna musste sich der Bergkamener jetzt verantworten

Schon länger hatte Ruhestörung zwischen zwei Nachbarn in Bergkamen für Stress gesorgt. Schließlich hatte es einem 51-Jährigen gereicht, er ist auf den Ruhestörer losgegangen. Die Folgen für ihn: acht Monate Haft.

Aus Sicht des Schöffengerichts im Amtsgericht Unna war Folgendes passiert: Am 24. November vergangenen Jahres fand der Mann mal wieder aufgrund lauter Musik oder Spielegeräuschen des Nachbarn keinen Schlaf. Und so wollte er ihn am folgenden Mittag zur Rede stellen. Nach einer verbalen Auseinandersetzung im Hausflur verlagerte sich der Streit auf die Straße. Dort fiel dem Störer sein Handy aus der Tasche. Der 51-Jährige nutzte die Gelegenheit und zerstörte es, indem er darauf herumtrampelte. Das machte den Nachbarn wütend. Das Handy sei ihm wichtig, stammte von seinem Vater. Die Situation kochte hoch. Der 51-Jährige holte schließlich aus, versetzte seinem Gegenüber einen Faustschlag ins Gesicht, was zu einer blutenden Wunde führte, so die Überzeugung des Gerichts.

Im Strafprozess gab der 51-Jährige zu, auf das Handy getreten zu sein – aber nicht mit dem Willen, es kaputtzumachen. Was die vorgeworfene Körperverletzung anbelangte, habe der Nachbar ihn geschlagen. Diese Aussage sahen sowohl die Vertreterin der Staatsanwaltschaft als auch das Schöffengericht als widerlegt an. Und zwar aufgrund zweier Zeugenaussagen. Der Geschädigte erklärte, er sei vom Angeklagten angegriffen worden. Und auch eine neutrale Zeugin, gab an, der Geschädigte hätte sich nur verteidigt, während der 51-Jährige zugeschlagen habe.

Vorstrafenregister ordentlich gefüllt

Der Bergkamener stand nicht zum ersten Mal vor Gericht. 28 Vorstrafen brachte er mit. Darunter Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch, Diebstahl, Drogendelikte und Körperverletzung. Und so konnte am Ende auch nur eine Freiheitsstrafe das Verfahren beenden. Das Schöffengericht verurteilte den Mann zu acht Monaten Haft, setzt diese allerdings zur Bewährung aus. Als Auflage muss der Bergkamener 80 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, mit einem Bewährungshelfer zusammenarbeiten und einen stationären Alkoholentzug durchhalten, denn zur Tatzeit hatte der 51-Jährige 1,6 Promille – und das bereits am Mittag.

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