Vor dem letzten Erstligaspiel

Abstieg ist verdaut: Schalke-Fan aus Oberaden blickt nach vorne

Schalkes Klaas-Jan Huntelaar liegt ob des bevorstehenden Abstiegs am Boden.
+
Schalkes Klaas-Jan Huntelaar liegt ob des bevorstehenden Abstiegs am Boden.

Der Abstieg von Schalke 04 aus der ersten Liga steht schon seit einigen Wochen fest. Am Samstag steht nun das vorerst letzte Erstligaspiel der Knappen an. Detlev Thom vom Fanklub Königsblau Oberaden schaut bereits auf die nächste Saison.

Bergkamen – Heute tritt der FC Schalke 04 ein vorerst letztes Mal in der 1. Bundesliga an. Das Gründungsmitglied der Klasse kann Gegner 1. FC Köln bei einem Sieg oder Unentschieden noch mit in die zweite Liga nehmen. All das ist wahren Knappenfans ziemlich egal. Oder? „Naja. Ob Köln oder Bielefeld. Die Vereine in der zweiten Bundesliga sind in der kommenden Saison schon attraktiv“, meint Detlev Thom, Vorsitzender des Oberadener Fanclubs Königsblau.

„Es ist zweischneidig: Wir fahren natürlich gerne nach Köln. Köln hat ein tolles, großes Stadion, aber auch Geld zur Verfügung, Bielefeld wäre uns auch recht.“

Abstieg ist inzwischen abgehakt

Mögliche Investitionen in Spieler würden den Konkurrenzkampf um den Wiederaufstieg verschärfen. Die schnelle Rückkehr in die höchste Spielklasse ist der Wunsch aller Fans. Der Haken dabei: Schalke hat nicht nur kein Geld, sondern sitzt auf einem Schuldenberg. Wieder gibt Thom sein Veto: „Das Stadion ist abbezahlt. Schulden sind ja bei einem Häuslebauer auch da. Und man sieht ja, dass auf dem Berger Feld einiges investiert wurde.“ Es stimme aber schon, dass „Namen“ teuer sind. Vor allem benötige sein Lieblingsclub einen Ballverteiler, einen Mittelfeldspieler.

Detlev Thom vom Fanklub Königsblau Oberaden hat den Abstieg seiner Schalker inzwischen verdaut.

Mit dem 0:1 bei Arminia Bielefeld war der Abstieg der Schalker Knappen am 20. April endgültig besiegelt. Das ist einige Zeit her. Entsetzen, Trauer? „Das hat sich gelegt, wir schauen in die Zukunft“, erklärt Thom, „und wir werden auch in der zweiten Liga dabei sein. Vor allem freuen wir uns auf die neue Saison, hoffentlich wieder mit Zuschauern. Wir müssen aber öfter in kleinere Stadien, das bedeutet natürlich weniger Karten.“

Er persönlich habe schon im Winter mit dem Abstieg gerechnet, so Thom. „Wir haben hochgerechnet, mit wieviel Punkten man in den letzten Spielzeiten abgestiegen ist.“ Dann sei durch die Neuzugänge ein wenig Hoffnung gekeimt vor der endgültigen Resignation.

Getöse im Vorstand ärgert genauso wie die sportliche Entwicklung

Das ist wie gesagt verdaut. Alles auf Anfang sei die Devise. „Mit Danny Latza und Simon Terodde kommen gute Leute. Es wäre schön, wenn Jan-Klaas Huntelaar noch ein Jahr dranhängt. Das wäre gut für die jungen Spieler.“

Neben der sportlichen Entwicklung im vergangenen Jahr, ärgerte die Oberadener Knappenfans vor allem das Getöse im Hintergrund, in Vorstand und Geschäftsführung des Klubs. „Wir sind da neutral, gehören keiner Gruppe an, außer natürlich dem Fan-Klub-Verband, der ja auch im Aufsichtsrat vertreten ist.“ Enttäuschend sei, dass dieser Vertreter nicht sage, was in den Führungsgremien schieflaufe.

Aber der Schalker sei bekanntlich leidensfähig, erinnert Thom an den „Meister der Herzen“. Diese Geschichte des Titelgewinns für viereinhalb Minuten jährte sich am Mittwoch zum 20. Mal. „Wir haben da alle dran gedacht und uns an damals erinnert, was wir gemacht haben, wo wir waren“, sagt Thom. Die 20 ist auch die Zahl, die die Oberadener bewegt. Der Fanklub wurde im vergangenen Jahr genauso alt. „Da konnten wir schon nicht feiern, haben es auf Oktober dieses Jahres verschoben und jetzt schon wieder absagen müssen“, bedauert der Klub-Chef. „Es wäre aber schön, wenn wir die Jahreshauptversammlung dieses Jahr in Präsenz schaffen. Auch, um uns endlich mal wieder zu sehen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare