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Erste Corona-Tests an Schulen bringen überraschendes Ergebnis

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Von: Jürgen Menke

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Frohe Kunde am Montagabend: An der Freiherr-von-Ketteler-Grundschule in Rünthe ergaben die ersten PCR-Lolli-Tests nicht einen einzigen Corona-Befund.
Frohe Kunde am Montagabend: An der Freiherr-von-Ketteler-Grundschule in Rünthe ergaben die ersten PCR-Lolli-Tests nicht einen einzigen Corona-Befund. © Menke

Die Befürchtungen, dass in den Bergkamener Schulen nach Ende der Ferien zahlreiche Corona-Fälle den Unterricht erschweren könnten, haben sich nicht bewahrheitet. Von den ersten Tests nach der Weihnachtspause waren lediglich zehn positiv – und das bei insgesamt rund 4500 Schülerinnen und Schülern an den Grund- und weiterführenden Schulen der Stadt.

Bergkamen – An der Willy-Brandt-Gesamtschule etwa wurde nur ein einziger der rund 1200 Schüler positiv getestet. Die PCR-Lolli-Testung an der Freiherr-von-Ketteler-Grundschule im Ortsteil Rünthe ergab nicht einen einzigen Treffer.

Als „Ruhe vor dem Sturm“ habe sie die letzten Ferientage erlebt, erzählt Dr. Jennifer Lach, Leiterin der Gesamtschule. Jetzt stellt sie fest: Der Sturm ist ausgeblieben – und das trotz der von Fachleuten erwarteten und sich wohl langsam aufbauenden Omikron-Welle sowie der verhältnismäßig hohen Inzidenzen gerade bei jungen Leuten.

Schüler sollen sich „gut begleitet fühlen“

Sie sei „total erstaunt“ über die Entwicklung und dabei überaus erfreut, sagt Lach. Neben dem positiv getesteten Schüler fehle aktuell auch eine Lehrkraft wegen Corona, zwei Schüler befänden sich als Kontaktpersonen ersten Grades in Quarantäne – das sei’s auch schon gewesen.

Erleichterung spürt Lach vor allem mit Blick auf die nicht allzu fernen Abschlussprüfungen für die Zehntklässler und angehenden Abiturienten. „Nichts wäre tragischer, als dass sie noch vor ihren Lernphasen für die Prüfungen zu Hause bleiben müssten“, betont die Schulleiterin. Dem Kollegium sei es sehr wichtig, dass sich die Schüler trotz der Pandemie „gut begleitet fühlen“.

„Mitdenkende“ Eltern

Der Ketteler-Grundschule lagen die Ergebnisse der ersten Lolli-Tests am Montagabend vor. „Das Ergebnis hat mich sehr gefreut“, sagt Leiterin Heike Prochnow. Weil es keinen positiven Befund gab, mussten hier auch keine Individualproben der 217 Mädchen und Jungen ausgewertet werden.

Prochnow hat über die Vorsitzende der Schulpflegschaft erfahren, dass viele Elternhäuser kurz vor Schulbeginn noch eigene Tests für ihre Kinder durchgeführt hatten. Für dieses „mitdenkende, verantwortungsvolle und unterstützende Verhalten“ könne sie nur ein extremes Lob aussprechen, betont sie.

Neu: Jeweils zwei Proben

Die Test-Praxis an den Grundschulen hat sich mit Ende der Ferien verändert. Wurden Einzeltests bis dato erst nach einem positiven Pool-Test veranlasst, müssen die Kinder jetzt immer gleich zwei Proben abgeben. Im Zweifel steht dann schneller fest, wer aus dem Pool von Corona betroffen ist.

Zweimal in der Woche werden die Grundschüler getestet. Das neue Verfahren dauere zwar länger, gerade in den unteren Klassen, sagt Prochnow. Auch seien die Lehrkräfte zumeist außerhalb des Unterrichts mit dem Bekleben von Röhrchen mit Namen beschäftigt. Im Falle eines positiven Pool-Tests sei das Prozedere aber weniger aufwändig.

„Geordneter Start“ am Gymnasium

Das Rathaus hatte bei den Schulen nachgefragt, wie’s um Corona bestellt ist. An den vier weiterführenden Schulen der Stadt mit insgesamt 2705 Schülern hat es fünf positive Fälle gegeben. Gleiches Ergebnis sei bei den sieben Grundschulen mit 1818 Mädchen und Jungen zu verzeichnen.

Das Städtische Gymnasium Bergkamen meldet zwei Positiv-Tests und einige Schüler in Quarantäne. „Wir konnten sehr geordnet und regulär starten“, sagt Schulleiterin Dr. Mirja Beutel – auf jeden Fall „deutlich entspannter als befürchtet“. Eine mögliche Erklärung für die geringe Corona-Verbreitung unter den rund 730 Kindern und Jugendlichen ist aus ihrer Sicht die „relativ gute Impfquote“ in der Schülerschaft.

Diese Quote sei unter den Älteren noch einmal höher, schildert Beutel. „Die konnten sich ja auch schon früher immunisieren lassen als die Jüngeren.“ Insgesamt zeige die Situation, dass die Schülerinnen und Schüler auch in ihrer Freizeit, außerhalb von Schule, verantwortungsvoll mit der Virus-Gefahr umgehen und die Hygieneregeln befolgen würden.

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