42 positive Fälle

Corona-Zahlen an Schulen steigen stark an - Sorge um Situation in den Kitas

Zweimal in der Woche werden alle Klassen auf Corona getestet: An den Grundschulen gibt es den PCR-Pooltest für bis zu 25 Kinder, auch Lolli-Test genannt. Ihm folgt bei positivem Befund ein Individualtest. An weiterführenden Schulen sind regelmäßige Selbsttests vorgesehen.
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Zweimal in der Woche werden alle Klassen auf Corona getestet: An den Grundschulen gibt es den PCR-Pooltest für bis zu 25 Kinder, auch Lolli-Test genannt. Ihm folgt bei positivem Befund ein Individualtest. An weiterführenden Schulen sind regelmäßige Selbsttests vorgesehen.

Die Corona-Zahlen an Bergkamens Schulen sind nach oben geschnellt. Am Mittwoch wurden an acht Schulen in Trägerschaft der Stadt 42 positive Fälle gezählt, gut 200 Schülerinnen und Schüler waren in Quarantäne. Für Dezernentin Christine Busch ist die Entwicklung noch nicht dramatisch, Sorgen bereitet ihr vielmehr die Situation an den Kindertageseinrichtungen.

Bergkamen – Nur an zwei Schulen gibt es derzeit keine Corona-Fälle: an der Schiller- sowie der Overberger Schule. Bis dato weitgehend verschont geblieben ist die Freiherr-von-Ketteler-Grundschule in Rünthe. Hier wurde das Virus bei einem Schüler nachgewiesen – allerdings außerhalb des Unterrichts. Seine vier Sitznachbarn weilen seither vorsorglich in Quarantäne.

„Bislang Glück gehabt“

„Wir haben bislang großes Glück gehabt und hoffen, dass wir gut durch diese Zeit kommen“, sagt Heike Prochnow, Leiterin der Ketteler-Schule. Die Einhaltung der Corona-Regeln stelle weiterhin eine „große organisatorische Herausforderung“ für die Schule dar und sei mit Strapazen verbunden – vor allem die Durchführung der sogenannten Lolli-Tests, mit denen bis zu 25 Kinder gleichzeitig getestet werden.

215 Mädchen und Jungen lernen an der Rünther Schule, in neun Klassen. Die Jahrgänge eins und zwei werden montags und mittwochs getestet, die anderen dienstags und donnerstags. Dann heißt es: abwarten und hoffen.

„Wenn die Ergebnisse noch am jeweils gleichen Tag vorliegen und negativ sind, können wir entspannt auf den nächsten Tag schauen“, sagt Prochnow. Wenn nicht, müsse man sich darauf gefasst machen, gleich nach dem Aufstehen in den Krisenmodus umzuschalten.

Lehrer in Dauerbereitschaft

An der Ketteler-Schule checken die Lehrkräfte abwechselnd und wochenweise die E-Mails mit den Laborergebnissen und sind dann mehr oder weniger in Dauerbereitschaft. Sollte ein Lolli-Test positiv ausfallen, werden die Eltern der betroffenen Klasse vor Schulbeginn informiert. Ihre Kinder müssen erst einmal zu Hause bleiben, zugleich sind sie aufgerufen, bis um 9 Uhr einen Individualtest einzureichen. Dazu wurden an alle Elternhäuser Teströhrchen verteilt.

Prochnow weiß, welch hoher Einsatz auch von den Eltern erwartet wird und welch Belastung die tägliche Ungewissheit für sie bedeutet. Sie haben unter Umständen von jetzt auf gleich ein Betreuungsproblem, das es zu lösen gilt. Ihr ist es daher wichtig, mit den Familien in Kommunikation zu bleiben, auch wenn’s kritische Stimmen gibt: „Ich hoffe, dass sich die Eltern bei uns gut aufgehoben und informiert fühlen.“

Auf Bergkamens Schulen gehen insgesamt rund 4500 Kinder und Jugendliche. Angesichts dieser Zahl sei das aktuelle Corona-Geschehen überschaubar, meint Schuldezernentin Busch. Gleichwohl rechne sie mit weiter steigenden Zahlen. Die Schulen könnten sich auch bei strenger Einhaltung der Regeln nur begrenzt schützen. So fänden die Virusübertragungen nicht selten jenseits der Schulmauern statt.

Hauptmann-Schule besonders betroffen

Bestes Beispiel sei die Willy-Brandt-Gesamtschule. Von den über 1000 Schülern dort hätten aktuell 24 einen positiven Befund. Weil diese teils auf Freizeitaktivitäten zurückzuführen seien, halte sich die Zahl der Quarantäne-Schüler mit gerade einmal elf auch in Grenzen. An der stark betroffenen Gerhard-Hauptmann-Grundschule lernen unterdessen über 100 Kinder auf Distanz, bei gerade einmal sieben positiv getesteten Schülern. „Die meisten davon haben auch die OGS besucht“, erläutert Busch.

Mehr Kontakte gibt es auch in den Kindertageseinrichtungen, weil im Ü3-Bereich wieder offenere Betreuungskonzepte zum Tragen kommen. Überdies obliegt es hier den Elternhäusern, ihr Kind zu testen. Laut Busch hat die Stadtverwaltung den Eindruck, dass von den zur Verfügung gestellten Test-Kits deutlich mehr Gebrauch gemacht werden könnte. Dann allerdings steige die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind positiv getestet wird. „Ich verstehe die Not der Familien“, sagt Busch. „Sie sind in einer schwierigen Situation, wenn sie keine alternativen Betreuungsmöglichkeiten haben. Das können wir auch als Stadt nicht lösen.“

Aktuell haben die Awo-Kita „Wackelzahn“ in Mitte und der evangelische Kindergarten „Mittendrin“ jeweils einen Corona-Fall gemeldet. In der Einrichtung in Oberaden sind laut Kirchenkreis Unna 61 Kinder in Quarantäne; deren Testergebnisse stünden noch aus. Kirchenkreis-Sprecher Dietrich Schneider sagt, man erlebe zum Großteil Eltern, die in Sachen Corona „in hohem Maße verantwortungsbewusst“ handeln würden, für sich und andere. Dass Corona wieder vermehrt auftrete, sei angesichts gelockerter Regeln nicht verwunderlich.

Bald wieder Schwimmunterricht

An der Ketteler-Grundschule ist man unterdessen froh, wieder im Präsenzunterricht zu sein. Unter den aktuellen Bedingungen sollen die Kinder „bestmöglich beschult“ werden, sagt Prochnow. Im Gebäude gilt die Maskenpflicht, auf dem Schulhof kann der Schutz abgenommen werden. Der Sportunterricht soll aus Gründen des Infektionsschutzes so lange wie möglich draußen stattfinden, zum Schwimmen geht’s bald wieder in die Halle, wobei die Anzahl der Schüler auf 30 beschränkt sein wird.

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