Häuslicher Streit eskalierte

27-jähriger Bergkamener bedroht seine Freundin mit dem Messer

Polizei Blaulicht
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Fünf Minuten, nachdem der Mann das Messer gezückt hatte, war die Polizei bereits vor Ort.

Als er mit seiner Freundin in Streit geriet, zog ein Bergkamener Mann ein Butterfly-Messer. Kurz danach traf die Polizei ein. Jetzt musste sich der siebenfach vorbestrafte Mann wegen Verstoß gegen das Waffengesetz vor Gericht verantworten.

Bergkamen – Schon lange hat ein 27-jähriger Bergkamener eine Vorliebe für Waffen, insbesondere Messer interessieren ihn. Im Laufe der Jahre hatte er einige Exemplare angesammelt, allesamt erlaubt – glaubte der Mann. Doch am 27. Januar kam ein Verstoß gegen das Waffengesetz ans Licht. In seiner Wohnung in Bergkamen geriet der Mann am Nachmittag mit seiner Freundin in einen Streit. Plötzlich hatte er ein Butterfly-Messer in der Hand. „Ich hatte meine fünf Minuten. Habe das Messer gezogen, dann kam schon die Polizei“, erklärte der 27-Jährige im Amtsgericht Kamen, wo er sich auf der Anklagebank wiederfand. Er habe nicht gewusst, dass das Messer verboten ist.

Auch, wenn es für den siebenfach vorbestraften Mann nicht der erste Verstoß gegen das Waffengesetz war, glaubte das Gericht, dass er in diesem Fall nicht wusste, dass das Butterfly-Messer einen verbotenen Gegenstand im Sinne des Waffengesetzes darstellt. Deshalb ging der Richter bei seiner Urteilsfindung auch von einer fahrlässigen Tat aus. Die Freundin, mit der er damals in Streit geraten war, befand sich während des Prozesses als Zuschauerin im Sitzungssaal. Sie hatte dem Angeklagten das Vorhalten des Messers nicht lange übel genommen. Deshalb war es auch nicht zu einer zusätzlichen Anzeige wegen Bedrohung gekommen.

Freundin verließ unter Tränen den Saal

Bei der Suche nach der passenden Strafe für den Bergkamener, führte der Vertreter der Staatsanwaltschaft in seinem Plädoyer sämtliche für und gegen den Mann sprechenden Punkte ins Feld. So sprachen die Vorstrafen gegen den 27-Jährigen, während sich das Geständnis und die Fahrlässigkeit der Tat positiv auswirkten.

In der Vergangenheit war der Angeklagte zuletzt zu einer viermonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Nun stellte sich die Frage, ob der Angeklagte direkt ins Gefängnis muss. Bei der Erwähnung der Haftstrafe brach die Freundin im Besucherbereich in Tränen aus und verließ den Saal. Am Ende war ihre Sorge jedoch unberechtigt, denn das Gericht entschied, den Angeklagten, der von Grundsicherung lebt, zu einer Geldstrafe von 840 Euro wegen fahrlässigen Verstoßes gegen das Waffengesetz zu verurteilen.

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