21.3. steht für Down-Syndrom

Beim Theaterfestival wird das Musical „Tarzan – Zwei Welten“aufgeführt. ▪
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Beim Theaterfestival wird das Musical „Tarzan – Zwei Welten“aufgeführt. ▪

BERGKAMEN ▪ Am kommenden Mittwoch ist der 21.3. Die Zahlen stehen nicht nur für ein simples Datum, sondern auch für das dreifache Vorhandensein des 21. Chromosoms (Trisomie 21). Diese biologische Ausnahme, die etwa jedes 600. neugeborene Kind mitbringt, wird als Down-Syndrom bezeichnet.

Das bewusst gewählte Datum für den „Internationalen Tag für Menschen mit Down-Syndrom“ soll genutzt werden, um auf die Lebenssituation der Betroffenen hinzuweisen und gesellschaftliche Aufmerksamkeit und Anerkennung einzufordern.

Im Kreis Unna gibt es die Initiative Down-Syndrom, die sich um die Belange der Menschen kümmert. Die hat unter anderem die Tanz- und Theatergruppe „ALL Inclusiv“ ins Leben gerufen. Die wird aus diesem Anlass wenige Tage später, am Samstag 24. März, um 12 Uhr im studio Theater Bergkamen das Musical „Tarzan - zwei Welten“ aufführen. Den Rahmen bildet das Theaterfestival des Stadtjugendrings Bergkamen.

Die umjubelte Uraufführung von „Tarzan“ ging bereits im Oktober des vergangen Jahres über die Bühne (der WA berichtete). Es geht darin um Anderssein, Ausgrenzung, Mutterliebe, Erwachsenwerden, Freundschaft, Liebe, Loslassen und Finden der eigenen Identität. Getanzt wird nach der Musik von Phil Collins unter der Leitung von Susanne Drobik. Die schauspielerischen Aktivitäten werden geleitet von der Theaterpädagogin Corinna Mertens.

Mittlerweile

300 Mitglieder

Die Initiative hat sich 1998 mit acht Familien gegründet. „Mittelweile haben wir 300 Mitglieder“, sagt Dr. Edith Kirsch. Dazu zählen 60 Kinder mit Down-Syndrom, die im Kreis Unna wohnen, aber auch in Hamm oder Dortmund.

Erklärtes Ziel der Initiative ist es, Vorurteile zu bekämpfen und sich für Toleranz gegenüber Menschen mit Down-Syndrom und für ihre Gleichstellung einzusetzen. Nicht zuletzt wollen die Mitglieder der Öffentlichkeit die Unsicherheit vor Menschen zu nehmen, die „irgendwie anders“ sind. Klar, dass „Inklusion“ ein Thema für die Eltern ist. Kinder mit Behinderung in einer Regelschule, wo sie soziale Kontakte zu den Mitschülern pflegen können, das sollte eigentlich der Normalfall sein. Es habe sich in den vergangenen Jahren zwar einiges getan, was die Integration lern- oder körperbehinderter Kinder betreffe, sagt Edith Kirsch von der Initiative, bei geistig behinderten Kindern erwarte die Eltern aber immer noch ein Odyssee durch Ämter und andere Behörden, wenn es darum gehe, Integration umzusetzen. „Da müssen wir immer noch dicke Bretter bohren.“„Förder- und Sonderschulen waren sicherlich wichtig, aber die Zeiten haben sich geändert,“ sagt die Mutter, deren behinderter Sohn eine Hauptschule besucht.

Ein wichtiger Aspekt für die Eltern ist die „Verlässlichkeit“. Was oder wem nutzt es, wenn in Schulen die Kompetenzen zur Verfügung gestellt werden, dann aber Stunden gekürzt oder abgebaut werden müssen oder nicht genügend sozialpädagogische Unterstützung zur Verfügung steht?

Wichtig, so, Edith Kirsch, sei es auch, Plätze auf dem ersten Arbeitsmarkt für Behinderte zur Verfügung zu stellen. Es gebe geistig Behinderte, die lesen und schreiben und auch einfache Arbeiten verrichten könnten. Die Initiative Down-Syndrom beteiligt sich an dem „Projekt Neueinstellung“. Da werden Jugendliche mit Behinderung auf die Arbeitswelt vorbereitet.

Weitere Infos im Internet: http://www.ids-unna.de. ▪ hal

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