Ausbildung wird gebündelt in der Westfalenkaserne

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Admiralarzt Dr. Michael Knabe (von links) beförderte Markus Eduard Große-Schware zum Oberfeldarzt der Reserve und Roland Heitjohann zum Oberstleutnant der Reserve. Glückwünsche gab es vom Kommandeur des Sanitätsregiments 22,  Dr.Johannes Grohmann.

AHLEN ▪ Kritische Worte zur letzten Bundeswehrreform hörten die Teilnehmer des Neujahrsempfangs des Sanitätsregiments 22 in der Westfalenkaserne vom Kommandeur des Sanitätskommandos II in Diez, Admiralarzt Dr. Michael Knabe: „Dabei wurden alle Strukturen der Reservisten zerdeppert. Das darf uns nicht noch einmal passieren“, sagte er.

Ohne Reservisten sei die Bundeswehr nicht in der Lage, die Einsatzbereitschaft im Inland aufrecht zu erhalten. Reservisten besetzten bei Auslandseinsätzen häufig Posten der im Ausland befindlichen Soldaten.

Mit der Beförderung von zwei Reservisten führte er das auch gleich beispielhaft vor Augen. So wurde Roland Heitjohann in den Rang des Oberstleutnants der Reserve erhoben. Er habe in der Westfalenkaserne sogar den Kommandeur vertreten. Zum Oberfeldarzt der Reserve ernannte Knabe den Facharzt für Anästhesie, Markus Eduard Große-Schware. Der habe eine Wehrübung der 3. Kompanie ausgeführt und dabei den Kompaniechef vertreten.

Zuvor gab Knabe eine sicherheitspolitische Einordnung der noch bevorstehenden Strukturreform der Bundeswehr. Viele Dinge schienen bereits entschieden, seien es aber noch nicht, schickte er voraus. Nicht alles, was die Kommission erarbeitet habe, sondern nur 70 bis 80 Prozent würden laut Bundesverteidigungsminister umgesetzt. Entschieden sei allerdings das Thema Wehrpflicht. Die letzten Grundwehrdienstleistenden seien eingerückt. Beim Thema Umfang des Personals sei die Zahl der Soldaten in der politischen Diskussion auf bis zu 185 000 festgelegt worden. Darunter seien auch rund 15 000 Kurzdiener bis 23 Monate. 170 000 seien Zeit- und Berufssoldaten.

Bei der Struktur werde es Änderungen geben, wie man sie in der Vergangenheit noch nicht erlebt habe. Der Umbau der Bundeswehr werde etwa Mitte des Jahres an der Spitze beginnen und nach zwei Jahren abgeschlossen sein, so Knabe. Über die Stationierung und damit über direkte Auswirkungen für den Standort, sei noch nichts bekannt. Darüber werde Mitte des Jahres entschieden, nach klaren und ableitbaren Gesichtspunkten. Im Mittelpunkt stehe dabei nicht nur die Wirtschaftlichkeit, sondern auch, dass die Bundeswehr weiter in der Fläche vertreten sein solle. Zielgröße seien nach der alten Struktur 381 Standorte. Derzeit gebe es in Nordrhein-Westfalen 50 Standorte und in Bayern 66, nannte Knabe Beispiele. Er zeigte sich überzeugt, dass Ahlen im Jahr 2011 noch nicht sehr stark betroffen sei.

Weiterhin teilte er mit, dass er entschieden habe, die Grundausbildung der Freiwilligen für das Sanitätskommando II in Ahlen zu bündeln. Den Standort Rennerod habe er davon entbunden. „Wir werden die Strukturveränderung gut überstehen. Da bin ich sicher“, schloss Knabe seine Rede ab.

In seinem Ausblick auf 2011 nannte der Kommandeur des Sanitätsregiments 22 „Westfalen“, Oberfeldarzt Dr. Johannes Grohmann, mehrere Schwerpunkte. So wird am 22. Februar das letzte Feierliche Gelöbnis des Regiments in Meschede-Freienohl durchgeführt. Im Mai wird das Regiment ein komplettes Rettungszentrum auf dem Gelände des Bergwerkes Ost aufbauen und dabei den Austausch verschiedener Module mit Freunden und Partnern üben. Nach den Sommerferien steht der jährliche Aufenthalt auf dem Übungsplatz auf dem Programm. Weiterhin hat das Sanitätskommando II dem Regiment die Vorbereitung der Soldaten des 28. Einsatzkontigentes für Afghanistan übertragen.

Ahlens Bürgermeister Benedikt Ruhmöller unterstrich in seinem Grußwort noch einmal die enge Verbundenheit der Stadt mit dem Standort und dem Regiment. Er würdigte den Einsatz der Soldaten in Afghanistan, die sich dort realer Gefahr aussetzten. „Es ist wichtig, dass wir ihnen unsere Solidarität bekunden“, sagte er. ▪ jim

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