Wenn die stationäre in einem Pflegeheim notwendig wird

In der gesetzlichen Pflegeversicherung gilt das Prinzip „ambulant vor stationär“. Dies bedeutet: Häusliche Pflege hat Vorrang vor stationärer Pflege, also vor der Unterbringung des Pflegenden in einem Pflegeheim.

Bei der stationären Pflege gilt wiederum, dass teilstationäre Pflege und Kurzzeitpflege den Vorrang vor vollstationärer Pflege haben.

Doch es gibt Situationen, in denen stationäre Pflege sinnvoll oder sogar notwendig ist. Stationäre Pflege kann sinnvoll sein,

• wenn die Pflege in der eigenen Wohnung auch unter Inanspruchnahme professioneller Hilfe nicht sichergestellt werden kann (weil z.B. pflegende Angehörige selbst krank werden und die Pflege nicht mehr durchführen können),

• wenn rund um die Uhr Beaufsichtigung und Betreuung (z. B. bei fortgeschrittener Demenz) erforderlich ist, wenn der Betroffene zu vereinsamen und/oder zu verwahrlosen droht.

In Nordrhein-Westfalen gibt es eine Vielzahl von Senioreneinrichtungen, die eine umfassende Betreuung und Versorgung rund um die Uhr gewährleisten. Dazu zählen selbstverständlich die Grund- und Behandlungspflege sowie die gesamte hauswirtschaftliche Versorgung. Darüber hinaus werden je nach Einrichtung auch diverse Betreuungsangebote vorgehalten, wie z. B. Beschäftigungsangebote, ehrenamtliche Besuchsdienste, Ergotherapie, Gedächtnistraining, gemeinsame Aktivitäten (z. B. Ausflüge), gerontopsychiatrische Wohngruppen, Gesprächskreise (auch für Angehörige), Gottesdienste/ Bibelstunden, Nachtcafé, Senioren- und Krankengymnastik, Seniorentanz, tagesstrukturierende Gruppenangebote. Das in Tagessätzen festgelegte Entgelt für die stationäre Pflege ist unterteilt in Pflegekosten, Ausbildungsvergütung, Unterkunfts- und Verpflegungskosten sowie Investitionskosten, ggf. zzgl. Einzelzimmerzuschlage.

Berechnet man die monatlichen Kosten des Heimaufenthaltes und berücksichtigt die Zahlung des Pflegegeldes (ab Pflegestufe I), bleibt noch ein Restbetrag übrig. Dieser wird den Pflegebedürftigen / ihren Angehörigen in Rechnung gestellt. Sollten die Kosten die Vermögenslage der Pflegebedürftigen übersteigen, so übernimmt, nach Prüfung der wirtschaftlichen Voraussetzungen, der Landkreis oder die kreisfreie Stadt als Träger der Sozialhilfe diese Restkosten.

Deshalb sollte man sich an die zuständigen Stellen wenden, um vor Beginn des Heimaufenthaltes die notwendigen Dinge zu besprechen. Welches Pflegeheim in Frage kommt, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig, die sich nach den Wünschen und Bedürfnissen der pflegebedürftigen Person richten. Hilfe bieten etwa spezielle Internetseiten, die das Angebot an Pflegeheimen in den Wunschstädten auflisten. Von hier aus kann man mit den Pflegeheimen persönlich in Kontakt treten.

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