Welpenerziehung

Welpe beißt – was kann ich dagegen tun?

Ein Mops beißt in das Hosenbein seines Herrchens.
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Welpen die Beißhemmung gegenüber Menschen beizubringen, ist eine wichtige Aufgabe in der Welpenerziehung.

Welpen beißen am Anfang, das ist normal. Im Laufe der Welpenerziehung sollte Sie das Beißen abgewöhnen. Was können Sie gegen das Beißen tun? Was bedeutet Beißhemmung? Hier erfahren Sie es.

Welpen sind verspielt, entdecken die Welt gerade erst für sich und beißen damit alles, was sich bewegt. Dieses spielerische Verhalten ist anfangs völlig normal. Dennoch sollte es nicht zur Gewohnheit werden. Im Laufe der Welpenerziehung* sollten Hundebesitzer den jungen Vierbeinern das Beißen abgewöhnen. Doch was können Sie dagegen tun? Und was hat das mit der sogenannten Beißhemmung zu tun? In diesem Artikel finden Sie Antworten auf diese Fragen.

Was bedeutet die Beißhemmung?

Welpen wachsen nach der Geburt erst einmal bei ihrer Mutter auf. Im Rudel erlernen junge Hunde bis zu einem Alter von ungefähr 18 Wochen die Beißhemmung. Welpen erlernen die Beißhemmung gegenüber anderen Artgenossen im Sozialspiel, zum Beispiel in der Welpenspielgruppe. Beißhemmung wird das Verhalten unter Hunden genannt, das dafür sorgt, dass sich die Vierbeiner untereinander nicht verletzen. Es bezeichnet die Fähigkeit eines Hundes, den Biss in seiner Intensität so zu steuern, dass niemand verletzt wird. Diese Fähigkeit wird im Idealfall zwischen der vierten und 16. Lebenswoche erlernt. Die Mutter und die Geschwister des Welpen sind dabei die besten Lehrer. Sie signalisieren durch ihr Verhalten klar und deutlich, wann ein Welpe zu weit gegangen ist. Hundebesitzer müssen bei der Welpenerziehung da weitermachen, wo die Mutter des Junghundes aufgehört hat. Wie erlernt der Welpe die Beißhemmung gegenüber Menschen? Hier ist die Welpenerziehung entscheidend.

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Welpe beißt: Das können Sie dagegen tun

  • Lassen Sie Ihren Welpen am Anfang ruhig beißen. Geben Sie ihm dafür Beißspiele, bei denen er seine kleinen, spitzen Zähne einsetzen und an Händen, Füßen oder Kleidern knabbern darf.
  • Beißt der Welpe zu heftig oder wird er zu wild, brechen Sie das Spiel ab. So signalisieren Sie dem Junghund, wie Hunde ab der zwölften Lebenswoche genannt werden, dass er übertrieben hat. Sie müssen in der Lage sein, das Spiel jederzeit zu unterbrechen. Hunde ohne Beißhemmung können sehr gefährlich werden.
  • Bei der Wahl der Beißspiele ist auch das Umfeld des Menschen wichtig. Wählen Sie ein Spiel, bei dem der Welpe nach Ihrer Hand fassen darf, sonst könnte das der Junghund auch auf den Umgang mit Kindern übertragen.
  • Schimpfen Sie nicht auf ihn ein und bestrafen Sie ihn nicht! Dadurch könnte er ängstlich und noch wilder werden. Ein ruhiges „Nein“ reicht vollkommen aus. Beachten Sie ihn danach nicht, hier zeigen schon wenige Augenblicke die richtige Wirkung. So kann er sich wieder beruhigen.
Geben Sie Ihrem Welpen immer wieder ein Spielzeug, an dem er sich austoben kann und auch seine Zähne benutzen darf.
  • Neben einem bestimmenden „Nein“ kann auch ein heller Aufschrei helfen, das Verhalten des Hundes zu beenden. Dieser Schrei imitiert in diesem Fall das Quietschen eines Geschwisterchens. Und die Beißhemmung gegenüber Artgenossen hat der Welpe ja bereits erlernt und weiß, was das bedeutet. Aber: Bleiben Sie authentisch! In der Welpenerziehung sollten Sie nie Ihr Naturell ändern, Hunde merken das sofort.
  • Nach der „Erholungsphase“ fordern Sie ihn wieder zum Spielen auf. Der Welpe soll generell bei der Welpenerziehung Spaß haben und gleichzeitig lernen, dass dieser Spaß auch seine Grenzen hat.
  • Wiederholen Sie diese Beißspiele auch in den kommenden Wochen. Doch brechen Sie die Spiele immer früher ab, wenn der Welpe wieder zu heftig seine Zähne einsetzt. So erlernt der Welpe in der Welpenerziehung die Beißhemmung gegenüber Menschen. Zwischen der 18. und 20. Lebenswoche sollte der junge Vierbeiner wissen, dass das Beißen absolut tabu ist.
  • Welpen sollten in der Welpenerziehung lernen, dass sie Menschen nicht beißen dürfen. Geben Sie dem Junghund in den Spielpausen ruhig ein Spielzeug, an dem er sich austoben darf. So registriert er, was er darf und was nicht.
  • Stets gilt: Geben Sie klare Kommandos! Immer wieder gibt es Hundebesitzer, die in ganzen Sätzen während der Welpenerziehung zu ihrem Vierbeiner sprechen. Doch Hunde verstehen diese Botschaft nicht.

Welpe beißt: Diese drei Dinge sollten Sie vermeiden

  1. Dem Hund den Nacken schütteln oder an die Schnauze greifen bringt überhaupt nichts. Der Vierbeiner kann solche Aktionen nicht mit der von Ihnen gewünschten Aktion verknüpfen.
  2. Spielen Sie keine Rauf- oder Kampfspiele innerhalb der Familie. Dadurch wird der Welpe nur irritiert. Er kann nicht verstehen, warum er manchmal beißen darf und dann wieder nicht. Fahren Sie eine klare Linie in der Welpenerziehung.
  3. Wie bereits erwähnt, sollten Sie das Spiel sofort beenden, wenn der Welpe anfängt zu beißen. Beißt der Welpe auch danach noch, schenken Sie ihm auf keinen Fall Aufmerksamkeit. Nach einem deutlichen „Nein“ sollten Sie sofort das Zimmer verlassen!

(pm) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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