1. wa.de
  2. Leben
  3. Wohnen

Welchen Dünger für was – diese brauchen Sie wirklich

Erstellt:

Kommentare

Für Garten-, Zimmer- und Balkonpflanzen gibt es im Gartenmarkt eine unüberschaubare Menge an verschiedenen Düngern. Wir erklären, welche wirklich sinnvoll sind.

Im Gartencenter wird man regelrecht von der Vielfalt an Düngern erschlagen. Ob Hortensiendünger, Tomaten- oder Rasendünger, auch für nahezu jede Zimmerpflanze und nicht zu vergessen, den Rasen, gibt es unzählige verschiedene Mischungen, die alle viel versprechen. Doch reicht hier nicht ein Universaldünger aus, den man für die gängigsten Pflanzensorten nutzen kann? Wo liegt der Unterschied und worauf sollte beim Kauf geachtet werden?

Auswahl an Düngemitteln in einem Gartencenter
Verschiedene Düngemittel für Garten-, Zimmer- und Balkonpflanzen (Symbolbild). © Rust/Imago

Universaldünger: Allrounder mit vielfältigem Nährstoffangebot

Wie der Name schon sagt, sollen Universaldünger möglichst vielen Pflanzensorten gerecht werden. So enthalten industriell hergestellte Volldünger, darunter das beliebte Blaukorn, Nährsalze wie Nitrat, Phosphor und Kalium. Der Nährstoffgehalt ist nach der sogenannten NPK-Formel auf der jeweiligen Verpackung aufgedruckt. Viele Volldünger enthalten zusätzlich Schwefel, Calcium, Eisen und Magnesium in unterschiedlichen Mengen. Auch Spurenelemente, wie Zink, Bor, Mangan, Molybdän, Kupfer und Kobalt können enthalten sein.

Faustregel für Nährstoffe

Stickstoff für Blattwachstum, Phosphor für Blüten und Früchte, Kalium für die Festigkeit der Pflanzenzellen.

Wie der Name „Universal“ verrät, hat dieser Dünger von allen Komponenten etwas. So kann sich die Pflanze selbst aus diesem Angebot versorgen. Ein Nachteil besteht jedoch darin, dass sich die nicht verwerteten Stoffe im Boden anreichern können und diesen auf Dauer belasten. Organische Volldünger liefern diese Nährstoffe in kleineren Mengen und belasten den Boden nicht so stark. Da die vorhandenen Stoffe zuerst von Organismen im Boden mineralisiert werden, besteht die Gefahr einer Überdüngung viel seltener.

Als Ersatz für chemischen Dünger eignet sich Hornspäne oder Hornmehl. Dieser organische Dünger enthält große Mengen an Stickstoff, der gut für den Boden ist. Viele Böden sind oftmals mit Phosphor und Kalium belastet, sodass hier ein Volldünger die Qualität des Bodens nicht erhöht. Ganz im Gegenteil. Hornspäne wird durch die Mikroorganismen langsam aufgespalten. Der Boden hat Zeit, die Nährstoffe aufzunehmen.

Dünger für Grünpflanzen und Blühfplanzen

Bei Grün- und Blühpflanzen sollte unterschieden werden, ob es hier um das Blattwachstum oder um die Fruchtbildung, beispielsweise bei Tomaten geht. Bei Grünpflanzen sollte daher eher auf einen höheren Stickstoffanteil geachtet werden. Blühpflanzen hingegen kommen mit einem ausgeglichenen Nährstoffverhältnis bestens zurecht. Bei Kübelpflanzen im Garten oder auf dem Balkon, haben sich Flüssigdünger bewährt, deren Nährstoffbestandteile sofort verfügbar sind, da sich diese Pflanzen nicht selbst aus der Umgebung versorgen können.

Zeigt eine Pflanze beispielsweise einen Eisendünger, der durch junge gelbe Blätter mit grünen Blattadern auffällt, kann mit speziellen Einnährstoffdüngern geholfen werden. Pflanzen, die ihre Nährstoffe aus Substrat ziehen, leiden seltener unter Mangelerscheinungen. Hier sollte vorsichtig mit Düngern umgegangen werden. Treten die Mangelerscheinungen durch eine Stoffwechselkrankheit oder Verschiebung des ph-Wertes auf, ist auch auf Dünger zu verzichten.

Spezialdünger für Zierpflanzen

Auch wenn die allermeisten Gartenpflanzen nichts gegen Volldünger, Kompost oder Horndünger haben, sieht es bei Zierpflanzen etwas komplizierter aus. Zierpflanzen, die in saurem Boden wachsen, darunter Rhododendron, Azaleen oder Heidelbeeren, benötigen einen Dünger, der den ph-Wert reguliert und niedrig hält. Er sollte zudem salzarm sein, wenig Stickstoff, dafür aber viel Phosphat und Kalium enthalten. Auch Orchideen sollten einen speziellen Orchideendünger bekommen, der schwach dosiert ist.

Rasendünger mit Stickstoff: Für das geliebte Grün

Für viele Gärtner ist nichts so wichtig, wie ein sattgrüner Rasen. Er hat einen besonders hohen Nährstoffbedarf, denn regelmäßiges Mähen und die große Oberfläche machen ihn regelrecht „hungrig“. Um die Fläche optimal mit den nötigen Nährstoffen versorgen zu können, empfiehlt sich eine Bodenanalyse im Abstand von drei bis fünf Jahren. Zu Jahresbeginn sollte möglichst ein Rasen-Langzeitdünger mit hohem Stickstoffgehalt ausgebracht werden. Für den Herbst bietet sich eher ein Rasendünger mit hohem Kaliumwert an. Dieser stärkt die Gräser im Winter.

Richtig düngen: Kompost als Allrounder

Wer den Platz für einen Komposthaufen im Garten hat, sollte sich unbedingt einen zulegen. Der Komposthaufen gilt als Allrounder für den Gärtner. Mit ein bisschen Gesteinsmehl angereichert, ist er mit seinen vorhandenen Mikroorganismen und Pilzen der ideale Nährstofflieferant für nahezu alle Pflanzen.

Somit ist die Vielfalt an Düngern im Gartencenter schon berechtigt, da viele Pflanzen ihre ganz eigenen Bedürfnisse haben und ihren benötigten Nährstoffgehalt nicht vollständig aus der Umgebung entnehmen können. Eine Analyse des jeweiligen Bodens kann ihr für die spätere richtige Auswahl und Anwendung sorgen.

Auch interessant

Kommentare