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Prüfen Sie Ihre Heizkostenabrechnung: Fünf häufige Fehler, die Sie bares Geld kosten

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Von: Andrea Stettner

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Die jährliche Heizkostenabrechnung ist öfter falsch, als gedacht. Mieter sollten deshalb die gängigsten Fehlerquellen kennen, um nicht zu viel zu bezahlen.

Wenn die Heizkostenabrechnung ins Haus flattert, ist das nicht unbedingt ein Grund zur Freude. Gerade in Zeiten gestiegener Energiekosten werden teils hohe Nachzahlungen fällig. Bevor Mieter die Abrechnung zähneknirschend bezahlen, sollten sie jedoch unbedingt noch mal einen Blick hineinwerfen: Heizkostenabrechnungen sind oft falsch und enthalten Fehler, die Mieter bares Geld kosten.

Rechnung für Heizkosten mit Geldscheinen. Viele Heizkostenabrechnungen sind falsch. Mieter sollten die Rechnung deshalb immer genau prüfen.
Viele Heizkostenabrechnungen sind falsch. Mieter sollten die Rechnung deshalb immer genau prüfen. © ligfietsheizer/Imago

Heizkostenrechnung prüfen: Achten Sie auf diese Punkte

Die Heizkostenabrechnung wird Mietern oft zusammen mit der Nebenkostenabrechnung zugestellt. Grundsätzlich können sie jedoch auch getrennt voneinander erfolgen. Dabei passieren Vermietern durchaus Fehler bei der Abrechnung. Die gängigsten Fehlerquellen in der Heizkostenabrechnung:

  1. Verspätete Abrechnung: Genau wie bei der Nebenkostenabrechnung muss die Heizkostenabrechnung laut § 556 III 2 BGB spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums beim Mieter eingehen. Für das Abrechnungsjahr 2021 etwa, muss die Rechnung bis um 31.12. 2022 zugestellt werden.
  2. Falscher Abrechnungszeitraum: Der Abrechnungszeitraum darf vom Vermieter frei bestimmt werden. Dabei darf er jedoch längstens 12 Monate betragen. Einige rechnen das Kalenderjahr ab, andere wiederum die Zeit der Heizperiode von Anfang Oktober bis Ende April.
  3. Falsche Ablesewerte: Der Vermieter muss die Heizkostenabrechnung auf Grundlage der korrekten Ablesewerte erstellen. Zur Sicherheit können Mieter vom Ablesedienst einen Ablesebeleg anfordern oder am Tag der Ablesung die Verbrauchswerte selbst notieren und so mögliche Fehler aufdecken.
  4. Keine Umlage nach Verbrauch: Die Abrechnung der Heizkosten muss möglichst nach dem individuellen Verbrauch erfolgen, mindestens zu 50 bis 70 Prozent. Der Rest darf umgelegt werden. „Rechnet der Vermieter die gesamten Heizkosten mittels Umlageschlüssel ab, können Mieter die Abrechnung unter Umständen um 15 Prozent kürzen“, weiß das Verbraucherportal mieterengel.de.
  5. Mieterwechselgebühr bei Umzug: Bei Mieterwechsel muss eine Zwischenablesung der Heizung durchgeführt werden. Die Kosten für den Nutzerwechsel muss der Vermieter tragen und darf nicht auf die Bewohner abgewälzt werden.

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Heizkostenabrechnung: Mieter dürfen Einsicht in die Unterlagen verlangen

Um Fehler in der Heizkostenabrechnung zu prüfen, kann es für Bewohner von Mietshäusern hilfreich sein, die Verbrauchskosten der anderen Mieter zu kennen. Dafür dürfen Mieter auch die Unterlagen des Vermieters einsehen, die zur Erstellung der Betriebs- und Heizkostenabrechnung herangezogen wurden und sogar Fotos sowie Notizen machen.

Bei Fehlern Widerspruch gegen Heizkostenabrechnung einlegen

Haben Sie Fehler in der Heizkostenabrechnung entdeckt, sollten Sie unbedingt schriftlich Widerspruch dagegen einlegen. „Nachdem Sie Ihre Nebenkostenabrechnung erhalten haben, können Sie innerhalb von zwölf Monaten schriftlich Widerspruch einlegen. Danach ist in der Regel kein Widerspruch möglich“, schreibt die Verbraucherzentrale. Ein entsprechender Musterbrief ist auf der Seite der Verbraucherzentrale einsehbar.  

Fehler in Heizkostenabrechnung entdeckt? Das spart bares Geld

Laut Mieterengel.de kann es sich durchaus lohnen, die Heizkostenabrechnung auf Unstimmigkeiten zu durchsuchen oder sie gleich von Fachleuten prüfen zu lassen. War die Abrechnung zu hoch, gibt‘s Geld zurück. Kam die Abrechnung zu spät, müssen Mieterinnen und Mieter eventuelle Nachforderungen gar nicht mehr bezahlen (es sei denn, den Vermieter trifft keine Schuld). Selbst wenn die Prüfung ergeben sollte, dass die Heizkostenabrechnung zu niedrig angesetzt war, müssen Sie keine Nachzahlung befürchten – Sie zahlen nur den Betrag aus der ursprünglichen Rechnung. Damit die Heizkostenabrechnung gar nicht erst so hoch wird, lohnt es sich ein paar Tipps zu befolgen, die „hunderte Euro“ an Heizkosten sparen.

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