Natürlich und ungewöhnlich

Moos als Wandteppich – eine der Höhepunkte der IMM 2012.

Die Möbelbranche versucht das Bedürfnis der Menschen nach dem Ursprünglichem zu befriedigen. Doch, wie auf der Möbelmesse IMM Cologne kürzlich zu sehen war, reicht dafür viel Holz, Leder und wenig Chemie nicht aus.

Das Natürliche muss möglichst ungewöhnlich sein. Natürliche und authentische Materialien für die Wohnräume sind schon länger im Trend, doch die Hersteller setzen in 2012 noch einen drauf: Möglichst ungewöhnlich muss das Natürliche sein. So hing während der internationelen Möbelmesse im Januar in Köln in den Ausstellungsräumen Moos als Teppich an der Wand, eine Duschwand zieren gepresste Gräser, und Tische sind aus Treibholz, das jahrelang im Meer schwamm. Ein Anbieter stellte auf der Trendmesse beispielsweise einen Wandteppich aus immer grünbleibendem, echtem Moos vor. Das Gut werde im Wald gesammelt, getrocknet, dann konserviert und eingefärbt. Gegossen werden muss die Flechte nicht und halte mehrere Jahre, erläutert Unternehmerin Nina Freund. Ein philippinischer Anbieter dagegen präsentierte Möbel aus den natürlichen Ressourcen des Landes, etwa einen Sessel aus den Mittelstücken von Kokosnusswedeln. Jagdhüttenatmopshäre erzeugt dagegen die von der Decke herabhängende Leuchte eines Kölner Herstellers, die mit Ziegenfell überzogen ist. Möglich sei es, dass man mehrere Exemplare aus verschiedenen Fellfarben über einen Esstisch hängt, wie der Hersteller erklärt.
Wem solche tierische Beleuchtung nicht zusagt, der greift zu Furnierleuchten aus natürlich behandeltem Holzfurnier vom Ahorn, der Kirsche, der Birke oder verschiedenen Nussbäumen. „Das sind ganz klar keine Arbeitsplatzleuchten, sondern Leuchten, um im Schlafzimmer oder Wohnzimmer Atmosphäre zu schaffen“, erläutert Designer Axel Finke.

Bei Wohnaccessoires und Möbeln sind auch vermehrt unbehandeltes Holz und solches, das schon mal verwendet wurde, zu sehen, beispielsweise eine mannshohe Lampe aus alten Schiffsplanken. Aber auch Holzimitationen sind hinsichtlich Färbung und Struktur noch einmal näher an das Original herangerückt, schreibt die Kölnmesse in einer Trendanalyse. Selbst vor den Farben macht der Trend zur Natur der Möbeldesigner nicht halt. Die satten Farbtöne eines Sonnenuntergangs, einer Sommerwiese, des Himmels oder des Lavendels fand man während der Messe häufig in den Ausstellungshallen. In Zukunft würden die Farben für Wohnräume sogar noch satter, erläutert der Verband der Deutschen Möbelindustrie. In der kommenden Saison werden vor allem starke Unitöne erwartet. Lila werde in Mode sein und Blau wieder salonfähig. Bei den Möbeln bleibe aber Weiß weiterhin beliebt, weil es gut kombinierbar sei.

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