Eigentümer vor dem Ruin

Mann bietet Wohnung der Eigentümer auf Hotel-Portal an - und zahlt selbst keine Miete mehr

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Was einem Eigentümerpaar mit ihrem Mieter widerfahren ist, macht fassungslos (Symbolbild).

Anstatt seine Miete zu bezahlen, bietet ein Mann mehrere Wohnungen des eigentlichen Eigentümers auf einem Hotel-Portal an. Die Besitzer stehen nun vor dem Ruin.

Es fing eigentlich alles gut an: Familie Hoffmann vermietet seit einigen Jahren Eigentumswohnungen und war auf der Suche nach einem neuen Mieter für eine frisch-sanierte Zwei-Zimmerwohnung in Harpen. Kurz darauf meldete sich der Chef einer Immobilienfirma aus Düsseldorf, der eine Wohnung zur Untervermietung für Praktikanten aus dem Ausland suchte. Es schien alles perfekt zu sein, schließlich wirkte er laut Susanne Hoffmann sehr seriös, zeigte seine Visitenkarte und auch das Exposé seiner Firma als Beleg. Doch dann sollte alles anders kommen.

Mieter zahlt kein Geld mehr - und es wird noch dubioser

Wie die Hoffmanns dem Online-Portal der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ) berichteten, mietete der Chef der Immobilienfirma nach rund einem halben Jahr eine weitere Wohnung der Eigentümer - wieder mit der Begründung seine Praktikanten darin unterbringen zu wollen. Allerdings wurden die Mietzahlungen nach kurzer Zeit immer unregelmäßiger. Zudem bekamen die Hoffmanns mit, dass immer mehr große Menschen mit ihrem Gepäck in den Wohnungen ein- und ausgingen. Misstrauisch geworden, stellte Susanne Hoffmann schließlich Nachforschungen im Internet an: Mit einem unfassbaren Ergebnis.

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Ihre Wohnung wurde mit professionellen Fotos als "Ferienwohnung Deluxe" auf einem Hotel-Portal angeboten. Bei dieser Entdeckung kündigten die Hoffmanns dem Immobilienmann sofort die Wohnung. Schließlich war nie davon die Rede, dass mehr als zwei Personen untergebracht werden dürfen - gewerblich sowieso nicht. Offenbar heimste er zudem rund 350 Euro im Monat pro Untermieter ein - während er selbst keine Mieten mehr bezahlte.

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Mieter bietet Wohnungen auf Hotel-Portal an: Eigentümern droht Ruin

"Seit der Kündigung im August 2018 haben wir keine Miete mehr gesehen. Und raus geht der auch nicht", meint Susanne Hoffmann gegenüber der WAZ. Sollte sich daran nicht bald etwas ändern, würde ihnen der finanzielle Ruin drohen: Sie könnten ihr geerbtes Eigenheim und das Wohnmobil verlieren, zudem müssen sie noch einen Kredit abbezahlen.

Nach einer Anzeige bei der Polizei wurde das Verfahren jedoch eingestellt und auch die Anzeige bei der Gewerbeaufsicht führte zu nichts. Ob es die Immobilienfirma des dreisten Mieters überhaupt gibt, ist ebenfalls nicht klar.

Obendrein vertritt sich der Mieter vor Gericht selbst, erschien aber nicht zu Verhandlungsterminen. Deshalb endeten schon zwei Verhandlungen in einem Versäumnisurteil. Eine Räumungsklage für beide Wohnung läuft hingegen laut dem Bochumer Amtsgericht noch. Laut WAZ versuchen sich die beiden Parteien nun außergerichtlich zu einigen.

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