Leistungen genau prüfen

Bevor der Traum der eigenen vier Wände Wirklichkeit wird, gibt es für Bauherren auch beim schlüsselfertigen Bauen viel zu beachten

Das neue Eigenheim zum garantierten Festpreis bezugsfertig übernehmen – nicht nur für handwerklich unbegabte Bauherren ist das sogenannte „schlüsselfertige Bauen“ von großem Interesse.

Risiken und Unwägbarkeiten, die jeder Bau mit sich bringt, übernimmt der Bauträger. Doch da es sich bei dem Begriff „schlüsselfertig“ keinesfalls um eine standardisierte Leistung handelt, sollten die Leistungen vor Vergabe eines solchen Auftrages genau unter die Lupe genommen werden.

Auf die Spitze getrieben bedeutet „schlüsselfertig“ im Grunde nur, dass das Haus abgeschlossen werden kann. Und so wird schnell klar, wie groß die Unterschiede dann von Angebot zu Angebot sein können. Der in der Ausschreibung möglicherweise fettgedruckte Preis verliert dann in kürzestes Zeit jegliche Aussagekraft. „Der Unterschied liegt ganz oft in der Ausweisung der Folgekosten. Genau aus diesem Grund sprechen wir bei uns in diesem Zusammenhang von 'bezugsfertigem Bauen'“, erklärt Verkaufs- und Finanzierungsberater Stephan Fromman von der vornehmlich in der Region tätigen beta Eigenheim- und Grundstücksverwertungsgesellschaft aus Bergkamen. Denn so sei klar, welche Leistungen der Kunde in Auftrag gebe. „Grundsätzlich ist diese Art des Bauens bei den Anbietern wesentlich individueller geworden“, so Frommann weiter. Während früher oft nur eine Basisversion ohne Aufpreis wählbar war, haben die Kunden jetzt die Möglichkeit, aus einer Fülle von Ausstattungen und Materialien ohne Mehrkosten zu wählen.
Um Preise überhaupt vergleichen zu können, müssten auch die Leistungen verglichen werden. So gebe es laut Frommann Unterschiede hinsichtlich der Zertifizierungen der Häuse – beispielsweise in Bezug auf verwendete Baustoffe und deren Umweltverträglichkeit, die Energieeffizienz oder auf gewährte Garantien. Ganz wichtig ist es also, die Leistungsbeschreibung möglichst detailliert zu erhalten. Je genauer Produkte dort benannt werden, umso besser. „Gerade bei den Garantien ist es für Bauherren aber auch sehr wichtig, die Bonität der Anbieter zu prüfen. Denn was nützt mir die lange Garantielaufzeit, wenn das Unternehmen nach einigen Jahren gar nicht mehr am Markt ist und somit auch nicht mehr für Baumängel haftbar gemacht werden kann“, meint der Bauexperte. Aufschlüsse über die Bonität gibt einerseits beispielsweise die im Internet verpflichtend zu veröffentlichenden Bilanzen der Gesellschaften, andererseits werden seriöse Anbiiter auf Nachfrage eine Bonitätsprüfung ausweisen können. Frommann: „Denn viel schlimmer als die Zahlungsunfähigkeit Jahre nach Fertigstellung des Baus kann eine fehlende Bonität während der Bauphase für Auftraggeber werden.“

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