Winter ohne Schnee

Was ist eigentlich Kahlfrost und welchen Pflanzen wird er gefährlich?

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Eine dicke Schneedecke ist für Pflanzen ein guter Schutz vor extremen Temperaturen im Winter.

Einige Pflanzen vertragen keinen Frost. Aber gerade Kahlfrost wird ihnen zum Verhängnis. Hier ein Überblick, welche Gehölze der Hobbygärtner bei Kälte schützen muss.

Spätestens wenn der Winter mit seinen kalten Temperaturen und einer dicken Schneedecke da ist, machen sich viele Hobbygärtner Sorgen um ihre Gartenpflanzen. Dabei kann der Kahlfrost ihnen viel gefährlicher werden.

Was ist Kahlfrost?

Für Gartenpflanzen ist im Winter nicht Schnee ein Problem, sondern der Kahlfrost. Also Minusgrade ohne Schnee, der sich als Schutz über den "kahlen" Boden und Pflanzen legen würde. In Deutschland kommt Kahlfrost in der Regel dann auf, wenn im Winter über Ost- und Mitteleuropa ein stabiles kontinentales Hochdruckgebiet liegt. Hinzu kommt sibirische Kaltluft, die von kalten Winden aus dem Osten mitgebracht wird.

Ohne die schützende Schneedecke fehlt eine natürliche Isolierschicht, die verhindert, dass der Frost ungehindert in den Boden eindringt. Scheint dann ab Februar wieder die warme Sonne vom wolkenlosen Himmel, werden die oberirdischen Pflanzenteile nach Nachtfrösten zügig wieder erwärmt. Das hat zur Folge, dass die Pflanzen Wasser durch Transpiration - also Verdunstung über die Blätter - verlieren und aus dem gefrorenen Boden kein weiteres Wasser aufnehmen können. Die Pflanzen trocknen regelrecht aus. Nur winterharte Pflanzen überleben das. Alle anderen brauchen einen Schutz, zum Beispiel eine Reisigdecke.

Diesen immergrünen und kahlen Gehölzen kann Kahlfrost gefährlich werden

Die Bayerische Gartenakademie rät zum Abdecken vor allem bei immergrünen Gehölzen wie Rhododendron, Zedern, Thuja, Felsenmispel, Kalmien, Pieris, Feuerdorn, Schneeball und Berberitzen. Dazu eignet sich auch ein Wintervlies.

In ungünstigen Lagen können auch im Winter ohnehin kahle Gehölze einen Frostschutz brauchen. Die Experten zählen dazu zum Beispiel Sommerflieder, Hibiskus, manche Ginster-Sorten, Buschklee, Bartblume und Schönfrucht.

Wird es wirklich bitterkalt, sollten sie zusätzlich eine 20 Zentimeter dicke Decke aus trockenem Laub erhalten.

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Immergrüne Gehölze von Kahlfrost betroffen: Sind sie noch zu retten?

Auch wenn Sie bereits Kahlfrost an Ihren immergrünen Gehölzen bemerken, muss es noch nicht zu spät für sie sein. Decken Sie die Pflanzen trotzdem vor weiteren Frösten ab und sobald diese wieder abgeklungen sind, schneiden Sie aus den immergrünen Gehölzen einfach die erfrorenen Partien heraus. Sind die Schäden besonders stark, muss eventuell die gesamte Krone zurecht gestutzt werden. Das ist aber kein Problem: Immergrüne Gehölze stecken starke Rückschnitte relativ gut weg.

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fk mit Material von dpa

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