Hausmittel oder Enthärtungsanlagen?

Das Umweltbundesamt rät davon ab, Geräte zur Entfernung von Schadstoffen einzubauen.

Kalk ziert getrocknet den Zahnputzbecher, lagert sich in Kannen ab und bringt die Kaffeemaschine zum Erliegen. Alles andere als schön sind die Flecken und Folgen von Kalkablagerungen.

Doch ob Enthärtungsanlagen gut sind, daran scheiden sich die Geistern. Jeder kennt das: Wischt man die Wasserspritzer am Waschbecken nicht weg, trocknen sie zu weißen Flecken. Im Wasserkocher lagern sich so nach und nach weiße Schichten ab, im Teewasser schwimmen dann feste Partikel aus Kalk. Das schmeckt nicht. Schlimmer ist aber noch, dass die Ablagerungen die Rohre und Heizstäbe beschädigen. Woher kommt das? Die deutschen Wasserversorger liefern Trinkwasser in den drei Härtegraden weich, mittel oder hart. „Die unterschiedlichen Wasserhärten entstehen, wenn Regenwasser im Boden versickert und zu Grundwasser wird“, erklärt Ingrid Chorus vom Umweltbundesamt in Dessau.

Dabei lösen sich je nach Art des Gesteins im Untergrund Mineralien im Wasser auf - auch die Härtebildner Kalzium und Magnesium. Je höher die Konzentration der Härtebildner ist, umso härter ist das Wasser. Die Folge für die Waschmaschine kann sein, dass umso mehr Waschmittel oder Seife benötigt wird. Doch wer in Regionen mit hartem Wasser lebt, muss nicht befürchten, dass die teure Waschmaschine sogleich großen Schaden nimmt. In der Regel reicht es bei Waschmaschinen aus, wenn das Waschmittel entsprechend der Wasserhärte nach den Angaben auf der Verpackung dosiert wird. Den Härtegrad des Wassers kann man beim zuständigen Wasserversorgungsunternehmen erfragen. Bei Geschirrspülern sollte bei hartem Wasser die Wasserenthärtungsanlage unbedingt mit Regeneriersalz aufgefüllt werden. Dieses Spezialsalz stelle die Aufnahmefähigkeit des Ionenaustauschers her, der in der Geschirrspülmaschine Kalzium- und Magnesiumionen aus dem Wasser bindet und somit für weiches Wasser sorgt. Auf dem Geschirr und in der Maschine kann sich so kein Kalk ablagern. Auf Multifunktionstabs mit Salzfunktion sollte dann aber verzichtet werden. Frank Ebisch, Pressesprecher des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima , empfiehlt, hartes Wasser auf jeden Fall zu enthärten. „Hartes Wasser führt zu einem höheren Energieverbrauch“, betont der Experte. Es entstünden Kalkbeläge, die als Kalkschlamm einen Nährboden für Bakterien darstellen. Gerade in der Trinkwasserinstallation sollte dies jeder Hauseigentümer zwingend vermeiden, rät Ebisch.
Anders urteilt hingegen die Stiftung Warentest: „Eine Aufbereitung von Trinkwasser im Haushalt ist meist überflüssig. Sie kann bei falscher Anwendung sogar die Wasserqualität verschlechtern.“ Gerade Ionentauscher seien kein Muss für Trinkwasseranlagen. Denn die Dosieranlagen versetzen das Wasser mit Phosphat und/oder Silikat und sollen so die Korrosion der Rohre vermindern. Phosphat im Trinkwasser ist aber unerwünscht.

„Auch das Umweltbundesamt hält den Einbau von Geräten zur Enthärtung und zur Entfernung von Schadstoffen aus dem Trinkwasser im Haushalt nicht für sinnvoll“, sagt Chorus. Der Grund: Alle zusätzlichen Einbauten in die häusliche Trinkwasser-Installation müsse man fachkundig warten lassen – sonst leide nicht nur das Gerät, sondern auch die Qualität des Trinkwassers. Denn das Gerät könne etwa verkeimen oder Schadstoffe lösen sich aus dem Gerät und geben diese an das Trinkwasser ab. Wer dennoch seinen Tee ohne Kalkgeschmack genießen will, sollte einen kleinen Tischfilter benutzen, rät die Stiftung Warentest. Und Chorus empfiehlt, Flecken auf Fliesen und Armaturen sowie Ablagerungen lieber effektiv zu entfernen. Hausmittel wie Zitronensäure oder Essig helfen hier. „Durch hartes Wasser verkalkt man nicht“, räumt Chorus mit einem Vorurteil auf. Kalzium und Magnesium seien vielmehr wichtige Bestandteile der Ernährung. Wer allerdings über Trinkwasser den täglichen Bedarf an Kalzium und Magnesium decken wolle, müsste einen Eimer Wasser trinken. Etwa 100 Gramm Emmentaler hätten aber den gleichen Effekt.

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