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Kinderfilm „Lightyear“ wird in arabischen Ländern verboten – wegen eines Kusses

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Von: Janine Napirca

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Das „Toy Story“-Spinoff „Lightyear“ von Pixar wird in einigen Ländern nicht zu sehen sein, weil sich darin zwei Frauen küssen.

Kinder und Familien in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Malaysia werden wohl nie erfahren, warum eine Buzz-Lightyear-Actionfigur überhaupt geschaffen wird. Denn das „Toy Story“-Prequel „Lightyear“ von Pixar, das seit 2006 zu Disney gehört, wird einem Bericht von Variety zufolge wegen eines gleichgeschlechtlichen Kusses nicht ausgestrahlt.

Disney hatte den Frauen-Kuss im Pixar-Film „Lightyear“ zuvor selbst zensiert

Wie aus dem Bericht hervorgeht, hatte Disney den Kuss zwischen zwei homosexuellen Figuren zuvor selbst aus dem Pixar-Film geschnitten. In einer Szene küssen sich die Space Ranger-Figur Alisha und ihre Partnerin zur Begrüßung auf die Lippen. „Offenkundig schwule Zuneigung“ sollte laut Bericht zensiert werden. Nur aufgrund eines offenen Briefes der Pixar-Animatorinnen und -Animatoren fügte Disney die Kussszene wieder in „Lightyear“ ein.

Vereinigte Arabische Emirate tolerierten Lesbenkuss im „Toy Story“-Spinoff „Lightyear“ – bis sich Social Media über „Islambeleidigung“ beschwerte

Variety geht davon aus, dass „Lightyear“ gar nicht erst der Zensurbehörde in Saudi-Arabien vorgelegt wurde in dem Wissen, er würde ohnehin nicht durchgehen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde das „Toy Story“-Prequel „Lightyear“ erst genehmigt und nun verboten. In den Sozialen Medien waren dem Bericht nach Proteste laut geworden, der Pixar-Film „Lightyear“ würde Muslime und den Islam beleidigen.

Szene aus dem Kinofilm „Lightyear“
Kinder in einigen arabischen Ländern werden wohl nicht in den Genuss des Disney Pixar-Films „Lightyear“ kommen. © picture alliance/dpa/Disney/Pixar

In der westasiatischen Region werden Filme, die Sex, Homosexualität und religiöse Themen behandeln oder enthalten, generell gekürzt, um den Zensurbestimmungen zu entsprechen. Das südostasiatische Land Malaysia, das sich immer weniger an westlichen Werten orientiert, lehnt laut Bericht alle Filme ab, die „homosexuellen und unnatürlichen Sex“ enthalten. Apropos Sex: Haben Sie schon den „Sex and the City“-Ableger gesehen? Wird Samantha in der zweiten Staffel von „And Just Like That...“ dabei sein?

Es ist nicht das erste Mal, dass Filme in Saudi-Arabien nicht gezeigt werden dürfen. Auch Marvels „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ enthält eine homosexuelle Figur, „West Side Story“ eine transsexuelle. „Eternals“ durfte ebenso wenig gezeigt werden, da Disney sich laut Bericht weigerte, einen gleichgeschlechtlichen Kuss aus dem Film herauszuschneiden. In Malaysia gab es dem Bericht zufolge kürzlich ähnliche Probleme wegen schwuler Szenen in „Phantastische Tierwesen: Die Geheimnisse von Dumbledore“ und dem Elton-John-Biopic „Rocket Man“. (jn)

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