"Australiens Tschernobyl"

Diese giftige Geisterstadt ist einer der tödlichsten Orte der Welt

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Geisterhafte Orte gibt es überall auf der Welt.

Was eine blühende Gemeinde war, ist heute eine Geisterstadt, vor der zahlreiche Schilder warnen: Wittenoom in Australien ist ausgestorben, weil sie giftig ist.

  • Wittenoom war einst eine idyllische kleine Stadt in Westaustralien.
  • Hunderte Menschen, die dort einst lebten, starben an der enormen Belastung durch Asbest-Minen der Gegend.
  • Heute lebt fast niemand mehr in der kleinen Stadt - doch Touristen suchen sie immer wieder auf, um sich dort zu fotografieren.

"Australiens Tschernobyl": Wittenoom durch Asbestbelastung unbewohnbar

Wittenoom ist ein geisterhafter Ort - und einer der am stärksten belasteten Orte der südlichen Hemisphäre: Die Stadt wurde erbaut, um den Abbau von Blau-Asbest voranzutreiben. Bis zum Beginn der 1960er Jahre war Wittenoom Australiens einziger Lieferant von Asbest.

1966 wurde die Mine aufgrund einer sinkenden Rentabilität und wachsender Bedenken zum Asbestabbau stillgelegt. Für viele Bewohner war es da bereits zu spät: Sie waren zu lange einer tödlichen Menge Asbest ausgesetzt.

Schätzungsweise sind damals rund 2.000 Bewohner von Wittenoom an asbestbedingten Krankheiten gestorben, darunter viele Fälle von Krebs. Noch immer werden Besucher der Gegend vor einem extremen Risiko einer Kontamination durch Asbest gewarnt. Das Asbest verbreitete sich demnach auch durch Regen und Erosion.

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Noch immer drei Millionen Tonnen Asbestabfälle in Wittenoom

Häuser und Besitztümer wurden schließlich verlassen. Die Menschen flohen vor den giftigen Dämpfen und ließen alles zurück. Heute liegt die Geisterstadt verlassen und umgeben von abschreckenden Schildern, die die Menschen warnen, draußen zu bleiben. Sie wird auch nicht mehr auf offizielle Karten gedruckt. Auch sind alle Verkehrsschilder, die ihren Namen trugen, längst entfernt worden.

Die Landesregierung Australiens führte 2019 das Gesetz namens "Wittenoom Closure Bill 2019" ein. Dieses soll der Regierung den Erwerb der restlichen Objekte ermöglichen, in denen noch Menschen leben. Als das Gesetz Anfang des Jahres vorgestellt wurde, lebten noch drei Personen in Wittenoom.

Die Stadt sei noch immer ein gefährlicher Ort für Menschen, hieß es dazu auf dem Portal News.com. Minister Ben Wyatt forderte die Bewohner auf, das Angebot der Regierung anzunehmen: "Es ist wichtig zu verstehen, dass nach der Schließung der Mine Wittenoom drei Millionen Tonnen Asbestabfälle in der Schlucht und in der Umgebung zurückgelassen wurden. Die Exposition gegenüber einer einzigen Faser dieser Rückstände könnte tödlich sein. Daher ist es so enttäuschend, dass es praktisch unmöglich ist, das Gebiet so weit zu reinigen, dass es dann als sicher für menschliche Behausungen angesehen werden kann."

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Wittenoom in Australien: Tödliche Geschichte - und doch beliebter Touristenort

Und doch besuchen immer wieder Menschen die belastete Stadt. Denn trotz der tödlichen Geschichte ist Wittenoom ein beliebter Touristenort. Besucher ignorieren die Schilder und fotografieren sich vor Gebäuden des verlassenen Ortes.

So etwa Karoline Schäfer, eine in Deutschland lebende Fotografin, die gegenüber News.com erklärte, wie sie Wittenoom besucht habe. "Das Leben ist ein Risiko", so Schäfer. "Was auch immer du tust. Du kannst die Straße überqueren und von einem Truck angefahren werden. Du kannst Fallschirmspringen gehen und dein Fallschirm öffnet sich nicht. Du kannst dich entscheiden, schwanger zu werden und bei der Geburt sterben. Am Ende des Tages ist das Leben ein Risiko für sich selbst. Also macht es keinen Unterschied, ob du dorthin gehst oder nicht. Die Tatsache, dass dort immer noch Menschen leben, die noch nicht an Asbest gestorben sind, beweist, dass es dich nicht sofort töten wird." Dass jedoch hunderte von Menschen an den Spätfolgen starben, scheint die Frau zu ignorieren.

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sca

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