Reisen im Sommer

Steigende Corona-Zahlen, strengere Regeln: Was vor dem Urlaub zu beachten ist

Die Corona-Zahlen steigen wieder. Das liegt unter anderem am Reiseverkehr. Die Regeln werden überall strenger. Ist der Sommerurlaub in Gefahr?

Hamm - Sommer, Sonne, Strand - das werden sich viele Deutsche nach dem monatelangen Lockdown gewünscht haben. Und die Corona-Zahlen ließen hoffen: Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz erreichte Ende Juni ihren Tiefpunkt: Der Wert lag gerade mal bei 5 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche. Doch mit Beginn der Urlaubszeit sind die Infektionszahlen wieder nach oben gegangen - nicht nur in Deutschland. Die Einreise- und Rückreiseregeln werden immer strenger und komplizierter. (News zum Coronavirus)

LandDeutschland
HauptstadtBerlin
Einwohner83.155.031

Steigende Corona-Zahlen, strengere Regeln: Ist der Urlaub im Sommer in Gefahr?

Wer in diesem Sommer noch nicht im Urlaub war, aber eine Reise gebucht hat, wird sich angesichts steigender Infektionszahlen in diesen Tagen fragen: Ist der Urlaub im Sommer 2021 in Gefahr? Wie hoch ist das Risiko - und was erwartet mich vor Ort bzw. nach meiner Rückkehr?

Fragen, die nicht pauschal beantwortet werden können - und genau hier liegt ein großes Problem. Denn die Corona-Regeln sind in jedem Urlaubsland anders, ebenso wie die Rückreise-Regeln für Deutsche je nach Reiseziel variieren. Wer also noch in den nächsten Wochen in den Urlaub fährt oder fliegt, sollte sich gut vorbereiten.

Wer ins Ausland möchte, sollte zunächst die Inzidenzwerte des Reiseziels im Blick behalten. Denn durch die rasante Ausbreitung der Delta-Variante kann sich die Infektionslage schnell ändern. So erlebten jüngst viele Deutsche in Spanien, dass das Land während ihres Urlaubs von der Bundesregierung als Hochinzidenzgebiet eingestuft wurde. Auch die Niederlande sind mittlerweile Hochinzidenzgebiet.

Aus welchen Ländern die Reiserückkehrer aktuell das Coronavirus mit nach Deutschland bringen, hat das Robert Koch-Institut jüngst bekanntgegeben.

Urlaub und Corona: Rückreise-Regeln für Virusvarianten-, Hochinzidenz- oder „einfachen“ Risikogebieten

Andere beliebte Urlaubsländer gelten als „einfache“ Risikogebiete, etwa Frankreich und Griechenland. Hier eine Übersicht über die Rückreise-Regeln:

  • Virusvariantengebiet: Negativer Corona-Test (PCR-Test maximal 72 Stunden, Antigentest maximal 24 Stunden alt), 14 Tage Quarantäne (auch für Kinder unter 6 Jahren), kein „Freitesten“ möglich
  • Hochinzidenzgebiet: Negativer Corona-Test (PCR-Test maximal 72 Stunden, Antigentest maximal 48 Stunden alt), 10 Tage Quarantäne (auch für Kinder unter 6 Jahren), „Freitesten“ frühestens am fünften Tag nach Einreise möglich, Geimpfte und Genesene sind von der Test- und Quarantänepflicht befreit.
  • „Einfaches“ Risikogebiet: Negativer Corona-Test (PCR-Test maximal 72 Stunden, Antigentest maximal 48 Stunden alt), 10 Tage Quarantäne (auch für Kinder unter 6 Jahren), „Freitesten“ sofort möglich, Geimpfte und Genesene sind von der Test- und Quarantänepflicht befreit.

Urlaub trotz steigender Corona-Zahlen? Testpflicht für alle soll kommen

Kommt ein Urlauber aus einem Nicht-Risikoland zurück, gibt es bislang keine Testpflicht in Deutschland. Das soll sich aber ändern. Der Bund plant laut Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bereits ab 1. August eine Ausweitung der Testpflicht für Reiserückkehrer. „Der Bund hat uns jetzt zugesichert, er wird bis zum 1. August alles probieren, eine einheitliche Testpflicht einzuführen, nicht nur für Flugreisende“, sagte Söder in den ARD-Tagesthemen.

Die Bundesregierung hatte den Starttermin der Neuregelung aber zuletzt offen gelassen und auf noch nötige interne Abstimmungen verwiesen. Grundsätzlich sollen laut einem Entwurf künftig alle Einreisenden ab sechs Jahren über einen negativen Testnachweis, Genesenennachweis oder Nachweis einer vollständigen Impfung verfügen müssen - egal von wo und auf welchem Weg sie nach Deutschland kommen. Ob Ihr Zertifikat für Ihr Urlaubsland gilt, lässt sich dank des jüngsten Updates in der Corona-Warn-App prüfen.

Steigende Corona-Zahlen, strengere Regeln: Digitale Einreiseanmeldung nicht vergessen

Wer aus einem Virusvarianten-, Hochinzidenz- oder „einfachen“ Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss sich in jedem Fall vor Ankunft online registrieren. Das erfolgt über die digitale Einreiseanmeldung. Hier muss auch der Nachweis über einen negativen Corona-Test, die vollständige Impfung oder Genesung hochgeladen werden.

Eine Online-Registrierung ist übrigens auch in fast allen Urlaubsländern erforderlich. Der Status von Geimpfte, Genesenen und Getesteten variiert je nach Reiseziel. Deshalb ist es unbedingt ratsam, sich vor Beginn des Urlaubs zu informieren, was bei der Einreise zu beachten ist.

Sommerurlaub 2021: Wie hoch ist das Risiko bei einer Auslandsreise?

Ob man das Risiko einer Auslandreise trotz steigender Corona-Zahlen eingehen möchten, bleibt letztlich jedem selbst überlassen. Sebastian Müller, Mobilitätsforscher an der Technischen Universität Berlin, sagte der Zeit: „Unsere Modelle zeigen: Wenn man in Gebiete reist, in denen die Inzidenz hoch ist, dann bringt man diese hohe Inzidenz mit zurück.“

In Orten, die eine ähnliche Inzidenz haben wie Deutschland, passiere hingegen eher nichts. Aber: „Dorthin, wo die Werte besonders niedrig sind, bringen wir wiederum unsere höhere Inzidenz mit“, sagt Müller.

Rubriklistenbild: © Frank Rumpenhorst/dpa

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