Reisen trotz der Corona-Pandemie

Urlaub in Schweden ist wieder möglich: Doch Reisende sollten einige freiwillige Regeln beachten

Die sinkenden Infektionszahlen in Schweden machen Urlaub in dem nordischen Land wieder möglich. Aber es gibt Regeln - auch wenn kein Zwang herrscht.

  • Nicht jedes Reiseziel steht im Sommer 2020 aufgrund der Coronavirus-Pandemie* für Urlauber offen.
  • Unter anderem die Grenzen nach Schweden waren bis vor kurzem noch geschlossen.
  • Aufgrund sinkender Infektionszahlen hat das Auswärtige Amt die Reisewarnung jetzt aber aufgehoben.

Berlin/Stockholm - Endlich wieder schwedische Zimtschnecken, endlich wieder echte Köttbullar mit Preiselbeerkompott! Viele Urlauber freuen sich derzeit über die wieder geöffneten Grenzen zu Schweden. Wie RUHR24.de* berichtet, ist Urlaub im Heimatland von Astrid Lindgren jetzt wieder möglich: Das Auswärtige Amt hat die bislang geltende Reisewarnung aufgehoben.

Land

Schweden

Lage

Skandinavien/Nordeuropa

Hauptstadt

Stockholm

Bevölkerung

(im Vergleich Deutschland)

10,23 Millionen

(83,02 Millionen)

Corona-Tote

(im Vergleich Deutschland)

5.400 Menschen

(9.144 Menschen)

Urlaub in Schweden: Reisewarnung nach Schwedens Sonderweg in der Corona-Krise

Endlich sinken auch in Schweden die Infektionszahlen, sodass das Auswärtige Amt die Reisewarnung für das Land aufgehoben hat. Damit ist das Reisen innerhalb der europäischen Grenzen wieder weitestgehend erlaubt. Schweden war der letzte EU-Staat, für den noch eine deutsche Reisewarnung galt (mehr Service-Artikel auf RUHR24.de*). 

Für einige Länder - auch innerhalb Europas - werden jedoch weiterhin besondere Nachweise und Formulare bei der Einreise benötigt. Auch weltweit wurde die Reisewarnung für die meisten Länder bis zum 31. August verlängert.

Urlaub in Schweden in Zeiten der Corona-Krise bis vor kurzen undenkbar

Noch bis vor einigen Tagen war Schweden innerhalb Europas isoliert. Grund dafür war der Sonderweg, den Schweden im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie beschritt. Während in den übrigen Ländern Lockdowns und Ausgangssperren verhängt wurden, Schulen, Kitas und Restaurants schließen mussten, ging Schweden mit deutlich weniger strengen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus vor.

In Schweden wurden keine Ausgangsbeschränkungen verhängt, Schulen, Cafés, Bars oder Restaurants blieben geöffnet. Stattdessen wurde auf Freiwilligkeit und Besonnenheit der Bevölkerung gesetzt: Die Regierung bat eindringlich darum, dass die Schweden Abstands- und Hygieneregeln erhielten.

Urlaub in Schweden nach Entspannung des Infektionsgeschehens wieder möglich 

Doch für diesen Sonderweg erntete das Land im Norden Europas Kritik, besonders nachdem klar wurde, dass die Sterberate in Schweden deutlich höher ausfallen würde, als in den skandinavischen Nachbarländern. Dänemark, Finnland und auch Norwegen machten daraufhin ihre Grenzen zu Schweden zunächst dicht.

Für viele ein Urlaubstraum: Eine kleine bewohnte Schäreninsel vor der Küste Stockholms

Nach einem Bericht der Tagesschau sprach unter anderem Finnlands Innenministerin Maria Ohisalo von "im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung dramatisch mehr Toten als in den Nachbarländern und einer vermuteten deutlich höheren Infektionsrate." Auch für Deutsche war eine Einreise in das Land nicht möglich. Doch nun scheint sich auch in Schweden die Lage etwas zu entspannen. 

Schweden: Infektionszahlen sinken, Grenzen für Urlauber geöffnet

Wie die Tagesschau berichtet, seien die Corona-Infektionszahlen in Schweden zuletzt kontinuierlich gesunken. Das habe das Auswärtige Amt dazu veranlasst, die Reisewarnung für das Land aufzuheben. Seit Anfang Juli sei ein Sinken der Infektionszahlen trotz weiterhin hohem Testniveau zu verzeichnen. 

Auf der Homepage des Auswärtigen Amts heißt es dazu: Staatsangehörige der EU, der Schweiz, ihre Familienangehörigen und Inhaber von EU-Aufenthaltsgenehmigungen unterlägen keinen Einreisebeschränkungen. Alle Grenzübergänge seien geöffnet. Auch innerhalb Schwedens dürften sich symptomfreie Menschen frei bewegen. In Deutschland haben sich Bund und Länder übrigens auf verschärfte Maßnahmen bei regionalen Corona-Ausbrüchen wie im Kreis Gütersloh (NRW) geeinigt. 

Urlaub in Schweden: Freiwilligkeit statt Verboten und Pflichten

Doch gerade, weil es kaum Verbote oder Pflichten in Bezug auf das Coronavirus gibt, ist es umso wichtiger, dass sich auch Reisende in Schweden freiwillig an folgende Regeln halten:

  • Meiden von Menschenansammlungen und öffentlichen Verkehrsmittel in Stoßzeiten.
  • Bei Erkältungssymptomen soll man sich bis zwei Tage nach Abklingen selbst isolieren und die nächstgelegene Gesundheitszentrale oder die medizinische Auskunft 1177 kontaktieren.
  • Einhaltung der auch in Deutschland gebotenen Abstands- und Hygieneregeln.

Und auch wenn Reisen nach Schweden nun wieder möglich sind, sollten sich jeder vor seinem Urlaub über die aktuelle Lage im Land informieren und genügend Masken sowie Desinfektionsmittel für die Hände einpacken, das gelte laut Öko-Test aber für jedes Reiseland in diesem Sommer. Und auch für die Zeit nach dem Urlaub gelten je nach Land unterschiedliche Regeln, die bei der Rückkehr* bedacht werden müssen. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Redaktions-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Fotos: Kathrin Deckart/Paul Zinken/dpa; Collage: RUHR24

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