Kurz vor Osterferien

Urlaub und Reisen über Ostern: Streit beim Corona-Gipfel - Entscheidung gefallen

Um die Themen Urlaub und Reisen an Ostern ist beim Corona-Gipfel ein großer Streit zwischen Angela Merkel und einigen Länderchefs entbrannt. Jetzt stehen die Beschlüsse fest.

Update vom 23. März, 7.06 Uhr: Wegen Meinungsverschiedenheiten beim Thema Urlaub und Reisen drohte der Corona-Gipfel, der insgesamt elf Stunden dauerte, abgebrochen zu werden. Inzwischen steht fest: Aus der letzten Beschlussvorlage wurden mögliche Lockerungen für einen Urlaub im eigenen Bundesland gestrichen. Damit setzte Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Linie um, während vor allem die Ministerpräsidenten der nördlichen Bundesländer mit Küsten, einen kontaktarmen Urlaub im eigenen Bundesland gefordert hatten.

Darüber hinaus wird es keine Quarantäne-Pflicht für Mallorca-Urlauber geben. Stattdessen sollen Reiserückkehrer sollen von den Airlines getestet werden - und die Fluglinien sollen laut Bild -Zeitung dazu aufgefordert werden, ihr Flugangebot über die Osterferien nicht noch weiter auszubauen.

LandDeutschland
Einwohner83,02 Millionen
Hauptstadt Berlin

Update vom 22. März, 21.12 Uhr: Sprengt das Thema Urlaub und Reisen den Corona-Gipfel? Seit mehr als zwei Stunden herrscht Pause bei den Gesprächen der Spitzen von Bund und Ländern. Es droht sogar der Abbruch. Angela Merkel will Urlaub im eigenen Land nicht zulassen. „Mitten ins exponentielle Wachstum ist das die falsche Entscheidung“, zitiert der Sender ntv die Bundeskanzlerin. Vor allem die Ministerpräsidenten der nördlichen Bundesländer mit Küsten fordern, dass Urlaub im eigenen Bundesland kontaktarm möglich wird.

Urlaub und Reisen über Ostern: Heftiger Streit beim Corona-Gipfel

[Erstmeldung] Hamm - Je länger die Corona-Krise andauert, desto zermürbender ist sie für die Menschen. Viele wünschen sich Urlaub - sei es im eigenen Land oder im Ausland. Doch bei steigenden Infektionszahlen stehen die Chancen darauf durchwachsen. Aus der Beschlussvorlage zum Corona-Gipfel von Bund und Ländern am Montag, 22. März, geht hervor, dass Menschen weiterhin auf nicht zwingend notwendige Reisen im Inland und Ausland verzichten sollen. (News zum Coronavirus)

Dieser Appell von Bund und Ländern, auf Reisen und Urlaub zu verzichten, bezieht sich der Beschlussvorlage zufolge auch auf die kurz bevorstehenden Ostertage. Ein Lichtblick möglicherweise: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten wollen heute beim Corona-Gipfel darüber beraten, ob das Konzept des „kontaktarmen Urlaubs“ im eigenen Bundesland eine Reise-Möglichkeit für die Bürger sein könnte. Friedrich Merz (CDU) forderte am Tag des Gipfels von der NRW-Landesregierung um Armin Laschet, das Sauerland in puncto Urlaub genauso zu behandeln wie Mallorca.

Reisen trotz Corona: „Kontaktarmer Urlaub“ Thema beim Bund-Länder-Gipfel

Das Konzept „Kontaktarmer Urlaub“ würde der Beschlussvorlage zufolge bedeuten, dass Urlaub für Bürger des jeweils eigenen Landes unter Beachtung der geltenden Kontaktbeschränkungen, strengen Hygieneauflagen und der Umsetzung eines Testregimes ermöglicht wird. „Dies umfasst Beherbungen und Übernachtungen, bei denen eigene sanitäre Anlagen genutzt und Essen über Selbstversorgung organisiert werden kann“, heißt es dazu in dem Papier. Das trifft für Apartments und Ferienwohnungen sowie für Wohnwagen und Wohnmobile auf entsprechenden Stellplätzen und Campingplätzen zu. Sollten sich Bund und Länder darauf einigen, wäre für viele zumindest eine kleine Reise möglich.

Reisen trotz Corona: Bund-Länder-Gipfel diskutiert Quarantäne und Testpflicht

Urlaub und Reisen in Corona-Zeiten bleiben schwierig. Bund und Länder appellieren an die Menschen, darauf zu verzichten. Denkbar ist möglicherweise das Konzept des kontaktarmen Urlaubs.

Wer nach einer Reise in ein Risikogebiet im Ausland nach Deutschland zurückkehrt, hat die Pflicht zur Eintragung in die digitale Einreiseanmeldung Außerdem besteht eine Quarantänepflicht für einen Zeitraum von 10 Tagen nach Rückkehr. Diese Quarantäne kann demnach nur beendet werden, wenn ein negativer Corona-Test vorliegt, der frühestens am fünften Tag nach der Einreise abgenommen wurde. Ein früheres Ende der Quarantäne ist bei Rückkehr aus einem Virusvariantengebiet nicht möglich. Nach einer solchen Reise ist strikt eine Quarantäne von 14 Tagen einzuhalten.

Urlaub trotz Corona: „Kontaktarmer Urlaub“ Thema beim Bund-Länder-Gipfel

Geprüft wird beim Gipfel von Bund und Ländern, ob Reisen - insbesondere Urlaubsreisen ins Ausland - immer mit einer „epidemiologisch gebotenen Quarantäne“ und einer Testpflicht vor Rückreise und bei Einreise in die Bundesrepublik verbunden sein sollen - und zwar unabhängig von Inzidenzen im Zielland. Das würde dann womöglich auch für die derzeit sehr beliebten Mallorca-Reisen gelten.

Unter Prüfvorbehalt steht deshalb wörtlich in der Beschlussvorlage: „Da insbesondere bei beliebten Urlaubszielen damit zu rechnen ist, dass Urlauber aus zahlreichen Ländern zusammentreffen und sich Covid-19 Varianten leicht verbreiten können, muss daher unverzüglich und unabhängig von den lokalen Inzidenzwerten eine Überarbeitung der Muster-Quarantäne-Verordnungen der Bundesregierung in diesem Sinne erfolgen und in den jeweiligen Länderverordnungen bis Ende März umgesetzt werden.“

Ein weitere Frage, die beim Bund-Länder-Gipfel diskutiert wird, ist, ob die Ausgangssperre kommen wird. Eine Nachricht, die am Montag einschlug: Das Oberverwaltungsgericht für NRW hat die Beschränkungen für den Einzelhandel aufgehoben - doch das Land hat mit einer neuen Corona-Schutzverordnung reagiert.

Rubriklistenbild: © Annette Riedl/dpa

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