Corona-Pandemie

Urlaub an Nord- und Ostsee: Vier Regionen öffnen demnächst für Touristen

Viele Deutsche sehnen sich nach Urlaub an der Nord- oder Ostsee. Vier Regionen wollen nun im Rahmen eines Modellprojekts Urlauber begrüßen.

Hamm - Nord- und Ostsee zählen zu den beliebtesten Urlaubsregionen der Deutschen in ihrem Land. Aufgrund der Corona-Pandemie war von Tourismus in den letzten Wochen und Monaten allerdings nichts zu sehen. Ab dem 19. April soll sich das nun im Rahmen einiger Modellprojekte ändern. Dann dürfen die innere Lübecker Bucht, der Ferienort Büsum, die Schlei-Region mit Eckernförde und der Kreis Nordfriesland mit der Ferieninsel Sylt wieder Urlauber begrüßen. Das erklärte der Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) am Freitag (9. März) in einer Pressemitteilung.

Corona: Umfangreiches Testkonzept in der Schlei-Region mit Eckernförde

Die Öffnungen in der Schlei-Region an der Ostsee konzentriert sich vor allem auf Beherbergungsbetriebe wie Ferienwohnungen und Ferienhäuser. „Hier könnte also ein praktischer Beweis für die Einschätzung des Robert-Koch-Instituts geliefert werden, dass Beherbergungsbetriebe ein niedriges Risiko darstellen“, so Buchholz. In Eckernförde soll der Tagestourismus auf die Probe gestellt werden – auch die Innengastronomie sei einbezogen.

Vor Ort gilt dann ein strenges Testregime: „Alle Hotelzimmer- und Ferienwohnungsvermieter müssen zweimal ein negatives Corona-Testergebnis der Gäste vorlegen. Beide Seiten müssen das unterschrieben haben“, erklärte Stefan Borgmann, der Chef der Eckernförder Touristik und des Stadtmarketings, den Kieler Nachrichten. Der erste Test muss beim Check-in vorgelegt werden, während der zweite nach 48 Stunden erfolgen soll. Um die dafür nötigen Testkapazitäten zu haben, werden aktuell Testzentren im Ostseebad Damp, in Klein Waabs, Schönhagen, Schubystrand und Vogelsang-Grünholz eingerichtet. In den Beherbergungsbetrieben muss zudem dafür gesorgt sein, dass Gäste sich selbst versorgen können. Buffets sind darum zum Beispiel nicht erlaubt.

Touristen-Andrang in Lübecker Bucht? Ostsee-Urlaubsregion will Test starten

Schon im letzten Jahr hat man in der Lübecker Bucht viele Erfahrungen bei der Besucherlenkung und mit hohem Touristen-Andrang sammeln können. Buchholz bezeichnet die Bewerbung als „mutig“, da der Tagestourismus schwer berechenbar sei. Dennoch sei es sinnvoll, da sich einzelne Orte „nicht aus der Perlenkette herauslösen könnten“, wie es in der Pressemitteilung heißt. „Denn die Vorgabe ist unter anderem eine regionale Abgrenzbarkeit und dieses Modellprojekt wäre ein exzellentes Beispiel für eine gelungene Öffnung des Tourismus unter schwierigen Bedingungen einer hohen touristischen Frequenz.“

Ostsee-Urlaub ist ab April in manchen Regionen möglich.

Etwa 200 Betriebe wollen am 19. April im Rahmen des Modellprojekts ihre Pforten öffnen – in Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Niendorf, Haffkrug, Pelzerhaken und Rettin. Wie André Rosinski, Vorstand der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht (Talb), den Lübecker Nachrichten erklärt, würden rund 40 Prozent der Beherbergungsbetriebe mitmachen. Den größten Teil machen demnach Beherbergungsbetriebe mit Selbstversorgung aus, doch auch einige Gastronomiebetriebe, Hotels und Campingplätze seien dabei. Sogar Betreiber von Minigolfanlagen öffnen wieder, genauso wie die Ostsee-Therme in Scharbeutz.

Urlauber müssen direkt bei Check-in einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen können. Ein zweiter soll spätestens 72 Stunden nach der Ankunft folgen.

Auch interessant: Test- und Quarantänepflicht: Die Einreise-Regeln für Deutschland im Überblick.

Nordsee-Urlaub trotz Corona: Alle drei Tage testen in Büsum

Besonders in Büsum wird aufs Testen gesetzt. Wer ab dem 19. April anreisen will, muss bereits vor der Abfahrt im Heimatort einen Test machen und bei der Ankunft am Urlaubsort einen weiteren. Danach wird alle drei Tage ein neuer Test gefordert, wie NDR berichtet. Auch wer ein Restaurant besuchen will, muss einen tagesaktuellen Test vorlegen können. Dazu sollen mehrere Testzentren vor Ort eröffnen. Der Eingangstest muss von den Urlaubern selbst gezahlt werden, die Kosten aller anderer werden laut Bürgermeister Hans-Jürgen Lütje vom Bund gezahlt. Dass Urlaub an der Nord- und Ostsee unter strengen Auflagen wieder erlaubt ist, berichtet auch Ruhr24.de*.

Diese Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung sollten Sie dringend vermeiden

Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Reiserecht: 20 Gründe für den Rücktritt
Diese Fehler bei der Reiserücktrittsversicherung sollten Sie dringend vermeiden

Schon im vergangenen Sommer gab es in Büsum viele Übernachtungs- und Tagesgäste, wie es in der Pressemitteilung heißt. Damit sei man sehr professionell umgegangen, vor allem mithilfe des selbst finanzierten Security-Service. „Mit dem kommunalen Ärztezentrum hat Büsum zudem einen sehr wichtigen Player vor Ort“, sagte Buchholz.

Lesen Sie auch: Camping tagsüber ja, über Nacht nein: Corona-Regeln sorgen für Unverständnis.

Urlaub in Sylt und Nordfriesland: Das gilt zu beachten

Sylt-Urlauber müssen sich noch etwas länger gedulden, aber dann soll auch am 1. Mai das Modellprojekt starten. Gerade die umfassenden Testkapazitäten hätten die Experten überzeugt, heißt es in der Pressemitteilung. „Sylt war Vorreiter beim Thema Testregime und hat sich früh für die Kontakt-Nachverfolgungs-App ‚Luca‘ entschieden. Das in der Bewerbung vorgeschlagene Konzept ist anspruchsvoll und umfassend“, so Buchholz. (fk) *Ruhr24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © imago-images

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare