Die teuerste Skipiste der Welt

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Skifahren auf Bornholm

Ausgerechnet auf der dänischen Ostseeinsel Bornholm, die wegen ihres mediterranen Klimas auch Sonneninsel genannt wird, hat die EU für den Bau einer Skipiste 100 000 Euro Fördermittel gewährt.

Mit 162 Metern Höhe ist der Rytterknægten die höchste Erhebung auf der Insel Bornholm. Letzten Winter hat es dort tatsächlich einmal geschneit und die Piste konnte für sage und schreibe drei Tage geöffnet werden.

Bornholm - der Rytterknægten (162 Meter) die höchste Erhebung auf der Insel Bornholm.

Wie kommt man auf die abwegige Idee, aus Bornholm eine Wintersportdestination machen zu wollen? Geschäftsmann Ole Harild hat darauf eine schlichte Antwort. Da war das Jahr, in dem er einfach nicht dazu gekommen sei, mit seiner Freundin zum Skifahren ins Ausland zu reisen. „Warum bauen wir nicht selbst eine Piste“, habe er sich da gedacht, und einfach so EU-Fördergelder beantragt. Dass er sie tatsächlich bekommen würde, damit hat der Däne nicht gerechnet. „Ich hätte nie gedacht, dass sie etwas so Verrücktes unterstützen würden“, gab er später in einem Interview mit der dänischen Zeitung Ekstra Bladet zu. Aber dann war das Geld eben da. Man investierte es in eine Pistenraupe, ein Schleppkabel, 80 Paar Leihski, und eine Schneekanone.

Der Sand in Dueodde ist so fein wie kaum sonstwo in Europa.

Auf Bornholm eine Schneekanone zu besitzen ist freilich so sinnvoll, wie eine Melkmaschine ohne Kühe daheim stehen zu haben. Wenn es nicht friert, kann Wasser nämlich auch nicht in Schnee umgewandelt werden. Und Frost gibt es auf der Insel, die bekannt ist für ihr gemäßigtes Meeresklima und die milden Winter, so gut wie nie. So darf es als echter Glücksfall gewertet werden, dass die Skisaison von Bornholm im Januar sage und schreibe drei Tage lang war. Das Winterwunder von Bornholm aber war der Tag im Februar, als es tatsächlich 20 Zentimeter schneitet. „140 Wintersportverrückte rauschten die Piste runter“, heißt es im Bericht des dänischen Fremdenverkehrsamtes. Nur wer weiß, dass das Bornholmer Skigebiet aus gerade mal 240 Metern Piste besteht, kann sich vorstellen, wie da die Post abging. Billig ist das exotische Ostsee-Skivergnügen ja auch nicht wirklich. 16 Euro kostet der Tages-Skipass. Im Vergleich: Auf dem Brauneck vor den Toren Münchens stehen für 27 Euro 34 Pistenkilometer zur Verfügung. Wenn’s aber mal wieder nicht so klappt mit dem Skifahren, dann bieten die Bornholmer Skifreunde, die die Skipiste betreiben, immerhin auch Skigymnastik an.

Christine Hinkofer

REISE-INFO SKIFAHREN AUF BORNHOLM

REISEZIEL Bornholm liegt etwa 150 Kilometer südöstlich von Kopenhagen und 80 Kilometer nordöstlich der deutschen Ostseeinsel Rügen. Die Insel ist knapp 600 Quadratkilometer groß.

ANREISE Mit der Fähre von Sassnitz auf Rügen in zirka dreieinhalb Stunden nach Ronne. Infos bei Bornholm Ferries, Tel. 0045/56-951866, im Internet: www.bornholmferries.dk

REISEZEIT/KLIMA Man nennt die Insel wegen ihrer geschützten Lage auch das Capri des Nordens. Die Winter auf Bornholm sind mild, die Sommer sonnig und niederschlagsarm.

SKIPISTE Die 240 Meter lange Slettegård-Skipiste befindet sich in Gudhjem an der Nordostküste von Bornholm. Informationen (nur auf Dänisch) im Internet unter www.bornholmskivenner. dk, Tel. 0045/5649-5028

WOHNEN Wie auf allen dänischen Inseln am besten im Ferienhaus. Die meiste Auswahl bieten Dancenter, Dansommer oder Novasol.

REISETYP Bornholm im Winter, zumal zum Skifahren, ist wirklich nur was für Spinner. Im Sommer dagegen bietet die Insel schöne Strände, steile Klippen, gemütliche kleine Städtchen und viel Ruhe. Dazu scheinen hier wirklich die meisten Sonnenstunden des ganzen Landes, was eher für einen Badeurlaub, als für einen Skiurlaub von Vorteil ist.

WEITERE INFOS bei Visit Denmark, Tel. 01805/326463 (14 Cent/min.), www.visitdenmark.com

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