Hohe Zahlen

Spanien ist Corona-Risikogebiet: Beliebte Urlaubsregion sperrt Strände und Plätze

Wegen steigender Zahlen gilt ganz Spanien als Corona-Risikogebiet. Was bedeutet das für den Urlaub? Müssen Touristen nach der Einreise in Quarantäne?

Update vom 12. Juli: Im spanischen Corona-Hotspot Katalonien um die Metropole Barcelona und den beliebten Stränden der Costa Brava werden die Corona-Regeln wegen rasant steigender Infektionszahlen verschärft. Restaurants, Bars, Kultur- und Sportlokale sowie alle anderen Betriebe müssen künftig ab 0.30 Uhr schließen. Neben anderen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie sollen Treffen von mehr als zehn Personen sowohl im privaten wie im öffentlichen Raum untersagt werden. Auch sollen alle Strände und Plätze zwischen 0.30 Uhr in der Nacht und 6.00 Uhr morgens gesperrt werden.

LandSpanien
PremierministerPedro Sánchez
HauptstadtMadrid
Bevölkerung46,94 Millionen (2019)

Urlaub in Spanien 2021: Land ist Risikogebiet - Corona-Regeln und Einschränkungen

Die Änderungen in Katalonien gelten an Dienstag oder Mittwoch. Einige der Maßnahmen müssen noch vom Oberlandesgericht Kataloniens gebilligt werden. So schlimm wie in der beliebten Urlaubsregion an der Grenze zu Frankreich ist die Corona-Lage derzeit nirgendwo sonst in Spanien. Die 7-Tage-Inzidenz kletterte zuletzt auf gut 448. Zum Vergleich: In ganz Spanien lag dieser Wert zuletzt bei knapp 200, auf den Balearen bei 153 - und in Deutschland bei 6.

[Erstmeldung] Hamm - Bislang war der Urlaub in Spanien relativ unproblematisch und mit nur wenigen Einschränkungen bezüglich des Coronavirus möglich. Lediglich für einige Regionen galten besondere Regeln. Doch das wird sich jetzt zumindest etwas ausweiten. (News zum Coronavirus)

Spanien wird Corona-Risikogebiet - was bedeutet das für den Urlaub?

Weil die Infektionszahlen mittlerweile überall im Land steigen, stuft die Bundesregierung jetzt ganz Spanien als Corona-Risikogebiet ein. Die Änderung greift ab Sonntag, 11. Juli. Das gilt auch für die beliebten Urlaubsgebiete Kanaren und die Balearen inklusive Mallorca. Das gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag bekannt.

Der Schritt kommt wenig überraschend. Denn in Spanien waren die Infektionszahlen in den letzten Wochen drastisch gestiegen. Zuvor galten erst 6 der 17 spanischen Regionen - darunter die Urlaubsgebiete Katalonien und Andalusien - sowie die Exklave Ceuta in Nordafrika als Risikogebiete. Die Balearen mit der beliebten Urlaubsinsel Mallorca sowie die Kanaren zählten bisher noch nicht dazu - ab Sonntag jedoch schon.

Doch was bedeutet diese Einstufung für Deutsche mit Blick auf den Sommer-Urlaub 2021? Das Auswärtige Amt wird mitten in den Sommerferien wieder von touristischen Reisen in das beliebteste Urlaubsland der Deutschen abraten. Praktische Folgen hat die Einstufung Spaniens als Risikogebiet allerdings nicht, sofern Touristen mit dem Flugzeug unterwegs sind. Denn in diesem Fall müssen sich Urlauber laut Einreise-Bestimmungen ohnehin vor Abflug testen lassen und bei Einreise in Deutschland dann auch nicht in Quarantäne.

In Spanien selbst werden zunehmend auch die Corona-Regeln verschärft. Für die Costa Blanca ist zum Beispiel eine Ausgangssperre geplant, wie costanachrichten.com* berichtet.

Spanien als Corona-Risikogebiet eingestuft: Muss ich nach dem Urlaub in Quarantäne?

Per Definition des Robert-Koch-Instituts müssen Personen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, grundsätzlich direkt nach Ankunft nach Hause - oder in eine sonstige Beherbergung am Zielort - begeben und sich zehn Tage lang absondern. Doch diese häusliche Quarantäne kann vorzeitig beendet werden bzw. muss nicht angetreten werden, wenn ein Genesenennachweis, ein Impfnachweis oder ein negativer Testnachweis über das Einreiseportal der Bundesrepublik übermittelt wird. Was durch die Testpflicht vor Antritt eines Fluges ohnehin notwendig ist.

Außenminister Heiko Maas (SPD) hatte die Spanien-Urlauber erst am Montag bei einem Besuch in Madrid beruhigt. Er hatte die Infektionslage als nicht besorgniserregend bezeichnet. „Es gibt keinerlei Hinweise auf Entwicklungen, die befürchten ließen, dass wir in absehbarer Zeit wieder Entscheidungen treffen müssten, die dazu führen, dass deutsche Touristen in Spanien keinen Urlaub mehr machen können“, sagte er.

Ganz Spanien jetzt offiziell Corona-Risikogebiet: Sogar die Einstufung als Hochinzidenzgebiet droht

Es bestehe weiterhin Grund zur Vorsicht. Aber er gehe derzeit nicht davon aus, dass eine Wiedereinführung der Quarantänepflicht für rückkehrende Spanien-Urlauber kurz bevorstehe. Die Inzidenz in Spanien lag zu diesem Zeitpunkt knapp über 100 und ist seitdem um fast 80 gestiegen. Wenn es in dem Tempo weitergeht, könnte Spanien nächste Woche dasselbe Schicksal wie Zypern drohen: Hochstufung zum Hochinzidenzgebiet.

Als Risikogebiete werden Länder und Regionen eingestuft, in denen die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) über 50 liegen. Es ist die niedrigste von drei Risikostufen. Etwas schärfer sind die Corona-Regeln bei den Hochinzidenzgebieten, der mittleren Risikostufe. Wer aus einer solchen Region zurückkehrt und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne, kann sie aber durch einen negativen Test nach fünf Tagen verkürzen.

Das RKI veröffentlicht jeden Freitag die neuen Corona-Einstufungen der Bundesregierung für das Ausland. Die endgültige Entscheidung der zuständigen Ministerien für Gesundheit, Inneres und Auswärtiges fällt in der Regel kurz vorher. *costanachrichten.com ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/EUROPA PRESS | Álex Zea

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