Zahlen steigen

Härtere Corona-Regeln in Schweden: Urlaub nun nahezu unmöglich

Auch in Schweden werden die Corona-Regeln jetzt viel härter. Urlaub ist damit für Touristen unmöglich geworden.

Hamm/Stockholm - Die Infektionszahlen in Schweden steigen in der zweiten Welle der Coronavirus-Pandemie. Das skandinavische Land hatte in der Bekämpfung von Corona zunächst auf einen Sonderweg gesetzt und das öffentliche Leben mit weniger Beschränkungen belastet. Nun aber hat die Regierung härtere Corona-Maßnahmen umgesetzt. Und auch das Auswärtige Amt in Deutschland reagiert.

LandSchweden
HauptstadtStockholm
Bevölkerung 10,23 Millionen (Stand 2019)
Fläche447.435 km²
WährungSchwedische Krone

Das Auswärtige Amt warnt jetzt - das gilt seit dem 15. November - vor nicht notwendigen, touristischen Reisen in ganz Schweden. Damit ist Urlaub unmöglich geworden. Als Grund dafür gibt das Auswärtige Amt die hohen Corona-Zahlen an. Das Robert-Koch-Institut (RKI) stufte das gesamte Land als Risikogebiet ein. Selbst in die zuvor wenig betroffenen Provinz Vösternorrland gibt es immer mehr Infektionen.

Corona in Schweden: Regierung verschärft Regeln - vor Urlaub wird jetzt gewarnt

Schweden hatte bereits in der ersten Welle relativ hohe Infektionszahlen. Auf harte Maßnahmen wie einen Lockdown wurde jedoch bewusst verzichtet. Die schwedische Regierung setzte auf einen Sonderweg. Es gab es keine landesweiten Ausgangssperren, Schulen und Kindertageseinrichtungen blieben geöffnet. Außerdem gab es keine Maskenpflicht und auch ein Kontaktverbot bestand nicht. Stattdessen appellierte man an die Bürger, sich vernünftig in der Coronavirus-Pandemie zu verhalten.

Im Sommer stabilisierten sich die Corona-Zahlen auf niedrigem Niveau. Jetzt jedoch steigt die Zahl der Neuinfektionen wieder rasant an. In allen Provinzen Schwedens wurde die Inzidenz von 50 Fällen pro 100.000 Einwohnern überstiegen, sodass das RKI das Land nun als Risikogebiet einstufte.

Reisen sind für Touristen jetzt viel schwieriger bis nahezu unmöglich geworden. Zwar ist es noch möglich, in das Land zu reisen, jedoch gibt es deutlich weniger Verbindungen. Die Fluglinie Norwegian und das Busunternehmen Flixbus haben ihre Verbindungen nach Schweden komplett eingestellt.

Corona-Zahlen in Schweden steigen: An diese Regeln müssen Sie sich halten

Die schwedische Regierung greift noch immer nicht zu Ausgangssperren oder Reisebeschränkungen im Land. Deutsche Reisende handeln jedoch gegen die Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Hinzu kommt, dass die Corona-Maßnahmen im Land deutlich verschärft wurden.

Schweden hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie lange auf einen Sonderweg gesetzt.

Die Beschränkungen gelten für das gesamte öffentliche Leben, hinzu kommen zahlreiche Empfehlungen in besonders betroffenen Gebieten. Mehr als 50 Personen dürfen sich nicht mehr versammeln - auch nicht bei Gottesdiensten oder Sportveranstaltungen. Der öffentliche Nahverkehr soll zu Stoßzeiten jenen vorbehalten sein, die keine Alternative haben. Einige Provinzen raten auch grundsätzlich von der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel ab.

Freizeitparks und Museen wurden geschlossen oder haben nur noch sehr begrenzte Öffnungszeiten. Hotels und Campingplätze sowie Berghütten sind nur mit Einschränkungen geöffnet. Die Abstandsregeln gelten im öffentlichen Raum. So gibt es nur noch Tischbedingung in Restaurants und keinen Barbetrieb mehr. Außerdem gilt ab 22 Uhr das Ausschankverbot, Betriebe, die Alkohol verkaufen, müssen um 22.30 Uhr schließen.

Noch schärfere Empfehlungen gelten für zahlreiche Provinzen:  Dalarna, Gotland, Halland, Jönköping, Kalmar, Kronoberg, Norbotten, Örebro, Östergötland, Skåne, Södermanland, Stockholm, Uppsala, Värmland, Västerbotten, Västmanland und Västra Götaland. Hier sollen die Menschen nur noch in Supermärkten und Apotheken einkaufen und sich nicht in öffentliche geschlossene Räume wie Geschäfte, Schwimmbäder, Fitnessstudios oder Bibliotheken gegeben. Außerdem sollen sie möglichst niemanden mehr treffen, nicht zu Veranstaltungen gehen. Private Feiern sollen nicht mehr stattfinden.

In Schweden gibt es keine Handschuh- oder Maskenpflicht. Die Bevölkerung wird jedoch dazu aufgefordert, sich an Abstands- und Hygieneregeln zu halten. Bei Symptomen, die auf eine Erkältung hinweisen, soll man sich bis zwei Tage nach dem Abklingen der Krankheit selbst isolieren und sich an die nächstgelegene Gesundheitszentrale (vård central) oder die medizinische Auskunft 1177 wenden.

Rubriklistenbild: © Anders Wiklund / dpa

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