Streit um Ticket-Rückerstattung

Check-In verweigert: Ryanair sperrt Passagiere für Flüge - wegen Schulden

Die Billigfluglinie Ryanair hat Passagieren den Check-In verweigert, weil sie dem Unternehmen Geld schulden. Es geht um die Ticket-Rückerstattung wegen Corona.

Dublin - Als sich das Coronavirus 2020 auf der Welt verbreitete, fuhr das öffentliche Leben weitestgehend runter. Das betraf vor allem die Reisebranche. Die Flieger blieben am Boden, Flüge wurden reihenweise gestrichen. Viele traten ihre Reise wegen der Beschränkungen aber auch einfach nicht an und versuchten, sich die Kosten erstatten zu lassen - in manchen Fällen über die Kreditkartenfirma. Und das sorgt jetzt bei Ryanair für Streit. Die Billigfluglinie hat Passagiere gesperrt - wegen Schulden. (News zum Coronavirus)

UnternehmenRyanair
CEOMichael O’Leary (1. Jan. 1994–)
Gründung28. November 1984, Irland
HauptsitzSwords, Irland

Check-In verweigert: Ryanair sperrt Passagiere für Flüge - wegen Schulden

Medienberichten zufolge wurde Passagieren der Check-In am Flughafen verweigert. Ryanair soll sie erst nach Begleichung der Forderungen an Bord gelassen haben. Wie die Irish Times berichtete, sind allein in Irland Hunderte Reisende betroffen. Nach Informationen der britischen Zeitung Guardian gibt es auch in Großbritannien mehrere Fälle.

Es geht um sogenannte Chargebacks. Ryanair hat Passagieren, die ihre Flüge wegen der Corona-Pandemie nicht angetreten hatten, die Kosten nicht erstattet. Reisende nutzten daraufhin die Möglichkeit, sich das Geld über die Kreditkartenfirma zurückzuholen. Die Namen und Daten dieser Passagiere hat Ryanair sich offenbar gemerkt und verweigerte ihnen das Boarding bei später gebuchten Flügen, wie zuvor das Portal aerotelegraph.com berichtete.

Ryanair verweigert Passagieren den Check-In - Unternehmen sieht sich im Recht

Ryanair sieht sich im Recht und verwies auf die Geschäftsbedingungen. Die Betroffenen hätten nicht erstattungsfähige Tickets für Flüge gekauft, die trotz der Pandemie wie geplant durchgeführt wurden, sagte eine Ryanair-Sprecherin der Irish Times. Die Rückbuchungen über das Kreditkartenunternehmen seien „unrechtmäßig“ erfolgt.

Die irische Billigfluglinie sprach von einer „winzigen Minderheit“ von weniger als 850 Reisenden. Diese Passagiere würden erst wieder mitgenommen, wenn sie ihre Schulden beglichen hätten. Wie Irish Times und Guardian berichteten, erfuhren viele Betroffene erst kurz vor Reiseantritt von der Sperrung. Den neuen Flug hatten sie trotzdem buchen können.

Erst vor kurzem hatte die britische Wettbewerbsbehörde Ermittlungen gegen Ryanair und den britischen Marktführer British Airways in diesen Fällen mit Verweis auf die unklare Rechtslage eingestellt. (mit dpa-Material)

Rubriklistenbild: © Nicolas Economou/IMAGO

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare