Reiserückkehrer

Deutsche bringen Corona zunehmend aus dem Urlaub mit - vor allem aus einem Land

Viele Deutsche zieht es in den Urlaub. Das RKI zeigt aktuelle Zahlen, welche Länder bisher am häufigsten als wahrscheinliche Orte von Corona-Ansteckungen gelten.

Hamm - Sommerzeit ist Urlaubszeit. Noch sind die Corona-Zahlen in Deutschland auf einem vergleichsweise niedrigem Niveau. Doch der Anstieg der Inzidenz geht kontinuierlich weiter. Das liegt auch an zunehmenden Reiserückkehrern aus dem Ausland. (News zum Coronavirus)

Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem wöchentlichen Bericht verkündete, spielen Corona-Infektionen während des Urlaubs eine zunehmende Rolle beim aktuellen Infektionsgeschehen in Deutschland. Demnach sind in der Zeit vom 28. Juni bis 25. Juli insgesamt 3662 Fälle gemeldet worden, in denen die Betroffenen dem Coronavirus wahrscheinlich im Ausland ausgesetzt waren.

Reiserückkehrer bringen Coronavirus aus dem Urlaub mit nach Deutschland: Spanien und Türkei dominieren

Im RKI-Bericht wurden in den vier betrachteten Wochen als wahrscheinliche Infektionsländer Spanien, die Türkei und die Niederlande am häufigsten genannt - vor Kroatien und Griechenland.

Ein besonders starker Zuwachs seit Mitte Juli ist für die Türkei verzeichnet. Hier verdoppelte sich die Zahl der pro Woche erfassten Fälle ungefähr. Mit Frankreich, Italien, Österreich und Dänemark stehen weitere beliebte Reiseziele auf den ersten zehn Plätzen der Liste. Russland, das vor einer Woche noch hinter Spanien die meisten infizierten Reiserückkehrer zu verzeichnen hatte, liegt mittlerweile dagegen hinter den beliebten Reisezielen für den Sommerurlaub.

LandGemeldete Infektionen insgesamt
Spanien1247
Türkei249
Niederlande203
Kroatien197
Griechenland180
Russische Förderation154
Frankreich119
Italien78
Österreich74
Dänemark55
Andere1033

Reiserückkehrer bringen Corona mit nach Deutschland: Bund reagiert mit Testpfllicht

Genau auf diese Beobachtung reagiert die Bundesregierung jetzt. Durch neue Regeln für die Einreise nach Deutschland soll eine starke Corona-Ausbreitung durch Reiserückkehrer gebremst werden. Auf breitere Testpflichten müssen sich nach einem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums vor allem Nicht-Geimpfte einstellen. Geimpfte und Genesene müssten sich demnach nur bei der Rückkehr aus einem Virusvariantengebiet testen lassen.

Doch der überwiegende Anteil der Corona-Übertragungen finde weiterhin innerhalb Deutschlands statt, wie das RKI betonte. Mindestens 81 Prozent, heißt es dort. Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsland liegen bei weitem nicht bei jedem Fall vor.

Dem RKI-Bericht zufolge sind in Deutschland und dem europäischen Ausland als besorgniserregend eingestufte Virusvarianten vorherrschend. Hierzulande wird die deutlich ansteckendere Delta-Variante in einer Stichprobe mittlerweile in rund neun von zehn Fällen gefunden (91 Prozent). Der Anteil war über Wochen teils sehr rasch gewachsen. Das lässt auch die Corona-Zahlen in NRW stetig ansteigen.

Corona in Deutschland: Hohe Inzidenz bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Wie das RKI erläutert, steigt die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland aktuell vor allem bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 10 und 34 Jahren. Die mit Abstand höchsten Werte werden für die Vorwoche bei den Untergruppen der 15- bis 19-Jährigen mit 40 und bei den 20- bis 24-Jährigen mit 45 verzeichnet. Vor allem die Menschen ab 60, bei denen die Corona-Impfquote höher ist als bei Jüngeren, sind bislang von dem deutlichen Anstieg verschont.

Während Eltern nach und nach ihre Kinder impfen lassen, bereiten sich einige Bundesländer bereits auf die Auffrischungsimpfung ab Herbst vor. Das Land NRW hielt sich bezüglich einer dritten Corona-Impfung noch bedeckt.

Rubriklistenbild: © Christoph Schmidt/dpa

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