Virusvariantengebiet

Corona in Portugal: Hunderte deutsche Urlauber brechen Reise ab

Die Delta-Variante ist in Portugal weiter auf dem Vormarsch. Das RKI hat das Land nun als Virusvariatengebiet einstuft – weshalb Urlauber nun ihre Reise abbrechen.

Am Freitag kündigte das Robert Koch-Institut (RK) an, Portugal nun – zunächst für zwei Wochen – als Virusvariantengebiet einzustufen. Die Delta-Variante macht dort gut 50 Prozent der Neuinfektionen mit dem Coronavirus aus. Die Einstufung ist aber erst ab Dienstag (29. Juni) wirksam, sodass deutsche Urlauber in Portugal noch bis Montagabend Zeit haben, ohne Einschränkungen nach Deutschland zurückzukehren. Für viele Urlauber ist das eine Hiobsbotschaft.

Deutsche Urlauber „überrumpelt“: Schnelle Rückkehr bis Montagabend

„Die Deutschen sind sauer, überrumpelt und hilflos. Einige wissen noch nicht, wie sie heimkommen sollen“, berichtet Stefanie Bachmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Sie wollte einen entspannten Urlaub in Portugal verbringen, musste sich jetzt aber kurzfristig um eine Rückkehr nach Deutschland kümmern. „Wir sind in einer Ferienwohnung an der Praia da Albandeira. Wir hatten die Situation überhaupt nicht verfolgt und haben am Freitagabend aus einem Artikel davon erfahren“. Am Abend habe sie dann stundenlang versucht, die Lufthansa zu erreichen. Am Ende war eine Umbuchung möglich, allerdings nur für 270 Euro.

Für viele deutsche Urlauber ist der Portugal-Urlaub abrupt zu Ende.

Hunderte Touristen aus Deutschland haben ihren Urlaub in Portugal vorzeitig beendet: Wer erst nach Montagabend zurückkehrt, muss sich eine zweiwöchige Quarantäne begeben – ohne Ausnahme für Geimpfte oder Genesene. Der Reiseanbieter Olimar in Köln, der auf Portugal-Reisen spezialisiert ist, habe laut Spiegel seinen Gästen eine rechtzeitige Rückkehr bis Montagabend angeboten. Rund 270 Urlauber hätten das Angebot angenommen. Der Deutsche Reiseverband (DRV) schätzt, dass sich zurzeit etwa 1.000 deutsche Touristen in Portugal befinden: „Es sind noch nicht so viele, weil Portugal erst seit kurzem wieder leicht zugänglich ist“, so Kerstin Heinen, Sprecherin des DRV, laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

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Corona in Portugal: Kritik an Einstufung als Virusvariantengebiet

Vonseiten Portugals zeigt man sich wenig erfreut über die Entwicklung: Der portugiesische Außenminister Augusto Santos Silva „bedauere die Entscheidung Deutschlands unter zwei Gesichtspunkten“, wie das RND berichtet. Er kritisiert, dass das gesamte Land als Virusvariantengebiet eingestuft wird, obwohl die Delta-Variante vor allem im Großraum Lissabon um sich greift. Außerdem sollte ein Unterschied zwischen Geimpften und Ungeimpften gemacht werden.

Portugal hat nach Daten des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) eine 14-Tage-Inzidenz von knapp 125. In Deutschland liegt der Wert derzeit bei 25. Der sprunghafte Anstieg der Infektionen von Anfang Juni bis jetzt ist wohl auf die Delta-Variante zurückzuführen. Erst vor Kurzem lockert das Land noch seine Einreise-Regeln. (fk)

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