Urlaub in der Corona-Pandemie

Tourismusbranche an Nord- und Ostsee empört über Mallorca-Urlaub: „Ein Schlag in die Magengrube“

Zwei Spaziergänger stehen am Strand auf den Ostfriesischen Inseln.
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An Nord- und Ostsee müssen Hotels geschlossen bleiben.

Die Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca sorgt für einen Ansturm an deutschen Urlaubern. Währenddessen liegt der Tourismus in Deutschland brach.

Nachdem die Reisewarnung für Mallorca am Wochenende aufgehoben wurde, sind die Buchungsanfragen bei den Airlines geradezu in die Höhe geschnellt. Schon am Sonntag (14. März) starteten zwei voll ausgebuchte Ferienflieger auf die Balearen-Insel. Die Reisebranche in Deutschland reagiert darauf mit Wut und Enttäuschung: „Für uns Gastronomen war es ein Schlag in die Magengrube, als diese Nachricht mit Mallorca kam“, sagte Olaf Stamsen, der Vorsitzende des Stadtverbands Wilhelmshaven des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), laut dem NDR. „Wir haben uns verraten gefühlt von der bundesdeutschen Politik, diese Gebiete freizugeben.“

Tourismusvertreter an Nord- und Ostsee frustriert: „Das kann man keinem erklären...“

Während deutsche Urlauber ins Ausland reisen, haben die Betriebe hierzulande immer noch keine Öffnungsperspektive. Die Entscheidung darüber hat die Bundesregierung auf den nächsten Corona-Gipfel am 22. März verschoben. Das sorgt bei den Gastronomen und Hoteliers für Frust und Unverständnis. So weist Stamsen darauf hin, dass es auch in Deutschland Regionen gibt, in denen ein niedriger Inzidenzwert vorherrscht. Ein Beispiel wären die Ostfriesischen Inseln.

Die Tourismusbranche an der Ostsee ist ähnlich empört: „Das kann man keinem erklären, dass man sich jetzt in einen Flieger nach Mallorca setzen kann, aber nicht im eigenen Land verreisen darf“, meint Lars Schwarz, der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga in Mecklenburg-Vorpommern, der Ostsee-Zeitung. In Rostock wären die Inzidenzzahlen zum Beispiel ähnlich hoch wie auf Mallorca – bei knapp über 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. Es gäbe funktionierende Schutz- und Hygienekonzepte, weshalb er die Landesregierung dazu auffordert, den Osterurlaub an der Ostsee zu ermöglichen – zumindest für die Bürger Mecklenburg-Vorpommerns. Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Landestourismusverbands, kritisiert ebenfalls, dass internationale Mobiliät geschaffen wird. Genau das sollte aber mit dem Lockdown verhindert werden.

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Urlaub in Deutschland: Beherbergungsbetriebe im Corona-Lockdown weiterhin geschlossen

Unterstützt wird die Tourismusbranche vom Tourismusbeauftragten der Bundesregierung Thomas Bareiß: „Für mich wäre es schwer vorstellbar, dass auf Mallorca Urlaub möglich ist, aber im Schwarzwald Hotels noch geschlossen bleiben“, erklärte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Das wäre eine ganz bittere Botschaft.“ Nach aktuellem Stand dauert der Lockdown noch mindestens bis zum 28. März an – mit Aussicht auf Verlängerung. Genauso lange werden auch noch Beherbergungsbetriebe geschlossen bleiben müssen. (fk)

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