20 Jahre Elfenbeinhandel-Verbot - Bedrohung bleibt

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Elfenbein ist wieder sehr begehrt. Wilderer jagen die Elefanten wegen ihrer Stoßzähne.  

Nairobi - Seit 20 Jahren ist der weltweite Handel mit Elfenbein verboten. Die Zukunft der Elefanten in Afrika und Asien schien gesichert sei. Doch nun bringen Wilderer und Dürre die Wildtiere in Gefahr.  

Tatsächlich stieg die Zahl der in Ostafrika lebenden Dickhäuter  zuerst langsam an. Doch nun gibt es neue Sorgen: In diesem Jahr dezimierten Wilderer und Dürre die Elefantenpopulation in einem seit langem nicht dagewesenen Maß.

Einige Naturschützer führen die Zunahme der Wilderei unter anderem auf die steigende Zahl chinesischer Bautrupps in Kenia und Tansania zurück. Der bei Erfolg äußerst lukrative Schmuggel, so bloggte etwa die im kenianischen Nationalpark Amboseli arbeitende Elefantenforscherin Cynthia Moss, könne leicht ein Anreiz für die Zusammenarbeit kenianischer und chinesischer Banden sein.

Der Hauptabsatzmarkt für Elfenbein ist weiterhin Südostasien und China. “Die Chinesen sind einige der größten Elfenbeinkäufer in Afrika, vor allem in Ländern wie dem Sudan und Äthiopien“, berichtete auch Esmond Bradley Martin von der East African Wildlife Society. “Händler in Khartum haben mir erzählt, dass chinesische Arbeiter etwa 75 Prozent ihrer Ware kaufen, oft in großen Mengen.“

Die Nachfrage nach dem kostbaren Material scheint ungebrochen. Die Meinungen, wie die afrikanischen Elefanten besser geschützt werden können, gehen selbst bei Naturschützern auseinander. So leitete Tansania im Oktober erste Schritte ein, um beschlagnahmtes Elfenbein oder die Stoßzähne tot aufgefundener Elefanten kontrolliert verkaufen zu können. Die Einnahmen sollen zurück in den Naturschutz fließen. Die kenianische Naturschutzbehörde KWS hat diese Pläne scharf kritisiert und fürchtet nur einen weiteren Anstieg der Wilderei. “Jeder legale Handel führt zum Anstieg der Wilderei, weil der legale Markt den Wilderern den Verkauf gewilderten Elfenbeins erleichtert“, warnt Jeff Flocken vom Internationalen Tierschutzfonds IFAW. So mancher Wildhüter erinnert sich mit Schrecken an die “Wilderer- Kriege“ in den 80er Jahren in Tsavo, dem größten der kenianischen Nationalparks.

Im Kampf für den Erhalt der Tiere kamen auch viele Ranger ums Leben. Vor dem KWS-Hauptquartier in Nairobi erinnert ein Denkmal an die getöteten Wildhüter. Doch auch der Einsatz der Ranger konnte nicht verhindern, dass die Zahl der afrikanischen Elefanten in nur zehn Jahren von 1,2 Millionen auf etwa 450 000 zurückging. Allein in dem tansanischen Selous Naturreservat werden laut der Zeitung “This Day“ täglich etwa 50 Elefanten getötet. Sollte die Wilderei in dieser Größenordnung nicht gestoppt werden, könnten die Elefanten in Afrika in weniger als 20 Jahren ausgestorben sein. Dabei haben sich Länder wie Tansania und Kenia dem Schutz der größten Landsäugetiere verschrieben.

Elefanten gehören schließlich zu den “big five“ der Wildtiere, die jedes Jahr Touristen aus aller Welt in die Serengeti oder Massai Mara, nach Amboseli und Ngorongoro ziehen. In Ländern wie dem Kongo, der Zentralafrikanischen Republik oder dem Tschad, die von Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen zerrissen und in vielen Regionen buchstäblich gesetzlos sind, können sich Wildererbanden weitgehend sicher fühlen. Offizielle Zahlen über die in diesen Staaten gewilderten Elefanten gibt es nicht - aber Experten schätzen, dass der Großteil des illegalen Elfenbeins aus den zentralafrikanischen Krisenregionen stammt.

dpa

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