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„Mehr als ein Kilometer Küste verschwunden“: Sturmflut reißt Strände in Italien weg

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Von: Franziska Kaindl

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Die beliebten italienischen Strände in Bibione, Lignano und Jesolo sind kaum wiederzuerkennen: Eine Sturmflut hat große Teile zerstört – und das kurz vor Pfingsten.

Eigentlich erwarten die Strandbetreiber in Bibione, Lignano und Jesolo in Kürze große Touristenströme aus Deutschland und Österreich. In den Pfingstferien wollen viele Familien die Füße in das nasse Kühl stecken und die Sonne genießen. Doch nun herrscht Panik unter den Touristikern vor Ort: Der Ostwind Bora hat am vergangenen Wochenende für enorme Sturmschäden gesorgt – Teile der Strände sind einfach fortgespült worden.

„Spurlos verschwunden“: Touristiker in Italien berichten von Sturmschäden an Stränden

Mehr als ein Kilometer der Küste ist ins Meer verschwunden. Wir haben dort jetzt sozusagen eine Stufe, die einen Meter hoch ist. Zwei Reihen von Regenschirmen sind spurlos verschwunden und zwei Rettungstürme sind wie vom Erdboden verschluckt. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen sind 30.000 Kubikmeter Sand verloren gegangen“, sagte Gianfranco Prataviera, Präsident der Strandbetreiber Bibione Spaggia laut Lokalmedien über den Zustand des beliebten Küstenabschnittes zwischen Bibione und dem Pinienstrand Lido dei Pini. Auch der Hundestrand Pluto ist laut Il Gazzetino vom Sturm nicht verschont geblieben.

In Lignano berichtet die Strandbetreibergesellschaft ebenfalls von riesigen Sandmassen, die in Sabbiadoro und in Pineta ins Meer getragen wurden. Zwischen dem Wasser und den Schirmreihen liege nun eine rund 30 Zentimeter hohe Stufe.

Notfall in Jesolo: Italienischer Strand soll schnell auf Vordermann gebracht werden

Auch der Küstenabschnitt vor Jesolo wurde von dem Sturm heftig getroffen. Bereits in den vergangenen Tagen ist es hier zu Unwetterschäden gekommen, die gerade erst in Ordnung gebracht wurden. Nun ist die ganze Arbeit zunichtegemacht: Direkt am Wasser fehlen zwei Schirmreihen und in der Fläche dazwischen befindet sich eine Stufe von rund 60 Zentimetern Höhe. „Für uns ist das ein Notfall. Die Touristen kommen in Massen und wir haben keinen Strand anzubieten“, sagte der Strandmanager Alessandro Iguadala gegenüber der venezianischen Ausgabe der italienischen Tageszeitung Il Gazzettino.

Bisher war die Bora nie für größere Schäden in Jesolo verantwortlich. Aber nun reiche es nicht mehr, den Strand ständig neu und kurzfristig herzurichten: „Es fehlen umwelttechnische Studien sowie Konzepte und eine Infrastruktur. Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren“, so Iguadala. Tausende Kubikmeter Sand sollten laut Valerio Zoggia, Bürgermeister von Jesolo, verschwunden sein: „Das wird jetzt alles von den Reserven in der Gemeinde wieder hergeführt.“ Die Arbeiten daran begannen bereits am Montag – sodass Urlauber hoffentlich rechtzeitig vor ihrer Ankunft wieder einen Strand vorfinden können. (fk)

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