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Italien verschärft Corona-Regeln: Impfpflicht und 2G - das müssen Reisende wissen

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Von: Tobias Hinne-Schneider

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Für Ungeimpfte wird es in Italien ungemütlich: Die Regierung verschärft die Corona-Regeln. Die Impfpflicht wird ausgeweitet. Das müssen Urlauber jetzt wissen.

Hamm - Die 7-Tage-Inzidenz in Italien liegt bei 118,2 (25. November) - und damit deutlich unter den Werten von Deutschland und NRW. Die Zahl der Neuinfektionen steigt hierzulande stark an. Die Lage in Italien sei derweil zwar „eine der besten in Europa“, sagte Italiens Ministerpräsident Mario Draghi. Aber sie verschlechtere sich „leicht, aber stetig“, so Draghi. Gemeinsam mit Gesundheitsminister Roberto Speranza hat er jetzt neue Corona-Maßnahmen vorgestellt. Vor allem für Ungeimpfte wird es in Italien noch ungemütlicher.

LandItalien
HauptstadtRom
Einwohner59,55 Millionen (2020)

Italien verschärft Corona-Regeln: Impfpflicht und 2G - das müssen Reisende wissen

Für Urlauber, die zum Ski-Fahren im Winter 2021/2022 nach Südtirol fahren, bringen die neuen Regelungen weitere Einschränkungen mit sich. Denn bereits ab dem 6. Dezember gilt für viele Bereiche des öffentlichen Lebens die 2G-Regel. Dann dürfen nur noch Geimpfte und Genesene Bars, Restaurants, Stadien, Theater und Diskotheken besuchen. Auch bei Festen und öffentlichen Feierlichkeiten gilt ab sofort 2G.

Bereits zuvor musste in Hotels und im öffentlichen Nahverkehr ein 3G-Nachweis her. Auch am Arbeitsplatz gilt in Italien nun 3G. Die 3G-Regelung am Arbeitsplatz hat mittlerweile auch Deutschland eingeführt. Arbeitgeber müssen kontrollieren, mache Mitarbeiter sich täglich testen. Die Regelung in Italien ist zunächst bis zum 15. Januar gültig.

Freiheiten für Geimpfte und Genesene sollen nach Möglichkeit weiterbestehen. In den Regionen mit vergleichsweise niedriger Corona-Inzidenz und Krankenhausbelastung wird vorerst von einer Maskenpflicht im Freien abgesehen. In den stärker getroffenen Regionen müssen die Menschen dagegen auch im Freien Masken tragen.

Corona-Regeln in Italien: Wer ohne „Grünen Pass“ erwischt wird, muss Bußgeld zahlen

Wichtig in Italien ist zudem der sogenannte „Grüne Pass“, der nur noch nach Impfung oder Genesung erhältlich ist. Die Eintrittskarte der Italiener für viele Bereiche des öffentlichen Lebens war zuvor auch noch für getestete Personen erhältlich, nach den neuen Corona-Regelungen aber nicht mehr. Außerdem ist der Pass nicht mehr zwölf, sondern nur noch neun Monate gültig.

Wer ohne „Grünen Pass“ erwischt wird, dem droht ein Bußgeld zwischen 400 und 1000 Euro. Deutsche Touristen können in Italien aber weiter ihren digitalen Impfpass oder ein vergleichbares Papierdokument vorlegen, um Impfung, Genesung oder negatives Testergebnis nachzuweisen. Der „Grüne Pass“ ist nur erhältlich mit einer italienischen Gesundheitskarte. Die erhält man nur dann, wenn der Wohnsitz in Italien ist.

Italien verschärft Corona-Regeln: Italien weitet die Impfpflicht aus

Darüber hinaus weitet verschärft Italien die Impfpflicht. Bislang galt diese nur für das Personal im Gesundheits- und Bildungswesen. Künftig sind auch Mitarbeiter im Schulsektor, bei der Polizei und dem Militär sowie Rettungsdienste verpflichtet, sich impfen zu lassen. Im Gesundheitsberufen müssen ab Mitte Dezember alle Mitarbeiter eine dritte Impfung vornehmen lassen. Auch in Deutschland fordern immer mehr Politiker eine Impfpflicht. Laut Juristen ist diese mit dem Grundgesetz vereinbar.

Nur mit dem „Green Pass“ geht es in Italien zur Arbeit.
Nur mit dem „Green Pass“ geht es in Italien zur Arbeit. © Cecilia Fabiano/dpa

Das Gesundheitsamt in Italien hat auch die Frist für die Auffrischungsimpfung verkürzt. Seit Mittwoch können sich dort alle Menschen ab 40 Jahren ihre Booster-Impfung fünf statt sechs Monate nach der zweiten Immunisierung abholen.  Alle Italiener über 18 Jahre können ab 1. Dezember ihre Auffrischungsimpfung erhalten.

Italien verschärft Corona-Regeln: Das gilt bei der Einreise aus Deutschland

Für Urlauber aus Deutschland ist die Einreise nach Italien weiter ohne Quarantänepflicht gestattet, das teilt das Auswärtige Amt in Deutschland mit. Demnach können aber Reisen innerhalb des Landes je nach Region eingeschränkt werden. Die Einreise nach Italien muss generell mit einem Online-Formular angemeldet werden.

Reisende müssen zusätzlich ein digitales Covid-Zertifikat der EU vorlegen, das einen der drei folgenden Nachweise enthält:

Für Personen, die von Deutschland nach Sizilien einreisen oder sich in den letzten 14 Tagen in Deutschland aufgehalten haben, besteht eine Testpflicht bei Einreise unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus.

Reisende ohne Zertifikat sind verpflichtet, sich fünf Tage selbst zu isolieren, die örtliche Gesundheitsbehörde zu informieren und am Ende einen Test vorzunehmen. Grenzgänger aus beruflichen Gründen, Berufspendler, Schüler, Studenten und Reisende aus dringenden gesundheitlichen Gründen für Aufenthalte bis zu 120 Stunden sind hiervon ausgenommen, so das Auswärtige Amt.

Italien verschärft Corona-Regeln: 72 Prozent vollständig geimpft

Italien wurde gerade zu Beginn der Corona-Pandemie hart getroffen. Mehr als 133.000 Menschen sind bislang in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. In Deutschland ist die Zahl der Todesfälle gerade auf über 100.000 geklettert.

Inzwischen kann das Land aber eine deutliche bessere Impfquote aufweisen als andere Länder: Rund als 77 Prozent der Bevölkerung sind einmal, rund 72 Prozent zweimal geimpft. In Deutschland sind rund 68 Prozent der Bevölkerung zweimal geimpft.

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