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Flughafen im Vergleich: Hier kommt es am häufigsten zu Verspätungen und Ausfällen

Reisende im Terminal des Flughafens Baden Airpark.
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Ob Verspätungen oder Ausfälle: Im letzten Jahr kam es an verschiedenen deutschen Flughäfen zu Problemen.

Nicht immer läuft an deutschen Flughäfen alles reibungslos ab. Wo es aber zuletzt die meisten Probleme gegeben hat, offenbart eine Analyse von AirHelp.

Der Sommer ist vorbei, die Tourismusbranche hat einen ersten Aufschwung seit Beginn der Pandemie erfahren. Doch mit den Flugreisen sind auch die Flugprobleme zurückgekehrt. AirHelp hat nun untersucht, an welchen deutschen Flughäfen Passagiere in diesem Jahr mit den meisten Flugproblemen zu kämpfen hatten und inwiefern sich die Situation mit der Pandemie verändert hat. Dafür hat die Organisation für Fluggastrechte die Flugdaten von den Jahren 2019 und 2021 miteinander verglichen. In diesem Jahr gab es anteilig die meisten Zwischenfälle in Karlsruhe. Deutschlandweit hatten insgesamt rund 2.130.000 Passagiere Probleme mit ihren Flügen.

Knapp 30 Prozent aller Passagiere am Karlsruher Flughafen waren von Flugproblemen betroffen

Der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden ist ein vergleichsweise kleiner Flughafen – Billigairlines wie Eurowings und Ryanair bieten hier ihre Flüge an. In diesem Jahr sind knapp 95.000 Passagiere von dort gestartet – fast 30.000 (30 Prozent) von ihnen wurden vor Abflug allerdings mit Flugverspätungen oder Ausfällen konfrontiert. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum 2019 wurden dort mehr als 384.500 Passagiere abgefertigt, rund 107.500 (28 Prozent) flogen verspätet.

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Größere Flughäfen verändern sich

Die zweitmeisten Flugstörungen in diesem Jahr gehen auf das Konto des Düsseldorfer Flughafens: Mehr als 391.000 Fluggäste (27 Prozent) waren von Verspätungen oder Flugausfällen betroffen. Besonders im Sommer kam es immer wieder zu mehreren Zwischenfällen, über die auch medial berichtet wurde. Dennoch ist das aktuelle Aufkommen im Vergleich zu 2019 sehr gering: Vor zwei Jahren waren rund 2.500.000 Passagiere von Problemen betroffen, was 31 Prozent entspricht.

Der Frankfurter Flughafen ist der größte Verkehrsflughafen Deutschlands: Allein in diesem Jahr sind bereits mehr als 4.176.000 Passagiere von dort geflogen, 2019 waren es von Januar bis September 20.317.400 Reisende. Der signifikante Unterschied in den Passagierzahlen scheint sich in diesem Fall positiv auf die Flugstörungen auszuwirken: 2019 war der FRA mit 6.616.500 verspäteten Fluggästen (33 Prozent) noch der Flughafen mit den meisten Störungen. In diesem Jahr waren hingegen 878.000 Fluggäste (21 Prozent) von Ausfällen und Verspätungen betroffen. 

Trotz Corona haben 60.000 Passagiere Anspruch auf eine Entschädigung

Bei Flugausfällen und Verspätungen von mehr als drei Stunden haben Flugpassagiere das Recht auf eine Entschädigung, insofern der Verzug nicht aufgrund von außergewöhnliche Umständen entstanden ist. In diesem Jahr haben trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie mehr als 60.000 Passagiere Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe von bis zu 600 Euro.

„Auch wenn sich die Tourismusbranche langsam erholt, ist der Flugverkehr weiterhin viel eingeschränkter als in demselben Zeitraum vor zwei Jahren. Dadurch sind logischerweise auch weniger Fluggäste von Verspätungen und Ausfällen betroffen, der Anteil an betroffenen Passagieren ist allerdings mit wenigen Ausnahmen der gleiche bzw. ähnlich. Wir werden die Lage daher genau beobachten und die Passagiere weiter über ihre Rechte aufklären. Schließlich können Entschädigungen bis zu drei Jahre rückwirkend eingefordert werden“, sagt Christian Leininger, Rechtsexperte bei AirHelp.

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Flugprobleme: Diese Rechte haben Passagiere

Flugausfälle und -verspätungen können zu Entschädigungszahlungen in Höhe von bis zu 600 Euro pro Fluggast berechtigen. Die Höhe der Entschädigungszahlung berechnet sich aus der Länge der Flugstrecke. Der rechtmäßige Entschädigungsanspruch ist abhängig von der tatsächlichen Verspätungsdauer am Ankunftsort sowie dem Grund für den ausgefallenen oder verspäteten Flug. Betroffene Passagiere können ihren Entschädigungsanspruch rückwirkend durchsetzen, bis zu drei Jahre nach ihrem Flugtermin.

Außergewöhnliche Umstände wie Unwetter oder medizinische Notfälle können bewirken, dass die ausführende Airline von der Kompensationspflicht befreit wird. Geplante wie spontane Streiks bei den Fluggesellschaften zählen nicht dazu.

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